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Neurokognition des Grübelns: Was hilft gegen Rumination?

EEG-Messung im MIC Lab: Forscherin legt Probandin Elektroden an, Wissenschaftlerin erklärt Gehirndaten am Monitor

Quelle: Jens Raddatz/Universität Osnabrück

Neurokognition des Grübelns: Was hilft gegen Rumination?

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mgb medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: neuro aktuell

Was geht da im Kopf vor sich, wenn negative Gedanken kreisen und das Denken in einer Spirale festzuhängen scheint? Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Dr. Lilian Weber von der Universität Osnabrück. Weber, die seit dem Wintersemester 2025/26 die Professur für Kognitive Modellierung an der Uni Osnabrück innehat, beteiligt sich an einem internationalen Forschungsprojekt zur Untersuchung der neurokognitiven Mechanismen von wiederkehrenden negativen Gedankenspiralen („Rumination“).

Das groß angelegte Vorhaben wird von der University of Oxford koordiniert und im Rahmen des Wellcome Trust Mental Health Award mit rund fünf Millionen Pfund (etwa 5,7 Millionen Euro) gefördert. Projektstart ist im Frühjahr 2026.

Rumination – das wiederkehrende, schwer kontrollierbare Kreisen negativer Gedanken – gilt als bedeutender Risikofaktor für Angst- und Depressionsstörungen. Ziel des Projekts ist es, die zugrunde liegenden kognitiven Mechanismen dieses Phänomens zu identifizieren.

Hierfür kombinieren die Forschenden modernste Methoden der Hirnforschung mit computergestützter Modellierung. Durch diese interdisziplinäre Herangehensweise sollen die Prozesse entschlüsselt werden, die negative Gedankenspiralen entstehen und fortbestehen lassen. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, neue therapeutische Ansätze zu entwickeln, die beispielsweise gezielte Hirnstimulation mit kognitiven Trainingsübungen kombinieren, um Rumination wirksam zu reduzieren.

Prof. Dr. Lilian Weber untersucht im Rahmen des Projekts, wie sich die zugrunde liegenden Mechanismen der Rumination mithilfe von abstrakten mathematischen Modellen beschreiben lassen. Zur empirischen Validierung der Modelle wird sie Experimente mithilfe von transkranieller Ultraschallstimulation (TUS) durchführen.

„Durch die transkranielle Ultraschallstimulation – einer erst kürzlich an unserem Institut angeschafften, hochpräzisen und reversiblen Methode – können wir gezielt tief liegende Strukturen wie das limbische System erreichen, die zentral für Emotions‑ und Angstverarbeitung sind.“

Prof. Dr. Lilian Weber

Das moderne TUS‑System, das im an der Uni Osnabrück neu eingerichteten „Models and Interventions for Cognition-Lab“ genutzt wird, kann tieferliegende, bislang schwer zugängliche Hirnareale mit millimetergenauer Fokussierung stimulieren und ermöglicht es somit, den Beitrag dieser Regionen zu affektiven kognitiven Prozessen, wie z.B. dem Grübeln und Gedankenkreisen, zu testen.

An dem Forschungsprojekt beteiligen sich neben der Uni Osnabrück auch die University of Oxford, die ETH Zürich sowie die University of Exeter. Gemeinsam kombinieren die beteiligten Teams modernste bildgebende Verfahren, KI-gestützte kognitive Modelle und innovative Biofeedback-Methoden, um ein umfassendes Verständnis der neurokognitiven Grundlagen von Rumination zu gewinnen und darauf aufbauend neue, wirksame Interventionsstrategien zu entwickeln.

Die Ergebnisse der ersten Studie, in der die Forschenden den transkraniellen Ultraschall im Menschen zur Erforschung affektiver Prozesse eingesetzt haben, sind gerade in der Fachzeitschrift Journal Neuron erschienen.

Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Lilian Weber, Universität Osnabrück
Institut für Kognitionswissenschaft

E-Mail: lilian.weber@uni-osnabrueck.de

Quelle: Pressemeldung der Uni Osnabrück,

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