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Verlässliche Versorgung für Kinder und Jugendliche mit Essstörung gefordert

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Verlässliche Versorgung für Kinder und Jugendliche mit Essstörung gefordert

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: neuro aktuell

„Nach Meldung des statistischen Bundesamts hat sich die jährliche Zahl der 10- bis 17-jährigen Mädchen, die wegen einer Essstörung im Krankenhaus behandelt werden, in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. „Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand“, stellen Dr. Enno Maaß und Dr. Christina Jochim, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) fest. Essstörungen können Betroffene lebenslang begleiten und schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Zudem sind Essstörungen eine der psychischen Erkrankungen mit den höchsten Sterblichkeitsraten. „Aufgrund des hohen Risikos einer Chronifizierung ist eine frühzeitige psychotherapeutische Behandlung besonders wichtig. Gleichzeitig trifft der steigende Bedarf auf ein Gesundheitssystem, in dem ausgerechnet die Psychotherapie von übermäßigen Kürzungen betroffen ist.“

Ambulante Psychotherapie stärken statt schwächen

„Wir erleben es tagtäglich in unseren Praxen: Je früher junge Patient*innen mit Essstörungen eine notwendige psychotherapeutische Behandlung erhalten, desto besser sind die Heilungschancen“, beschreibt Dr. Enno Maaß, der sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche behandelt. „Viele Betroffene können ambulant und in ihrem vertrauten Umfeld behandelt werden. Allerdings fehlen bereits heute Psychotherapieplätze und es gibt keine flächendeckend ausreichende wohnortnahe Versorgung.“ Dieses Problem werde durch die mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz vorgesehenen Begrenzungen psychotherapeutischer Leistungen ab 2027 für gesetzlich versicherte Patient*innen weiter verschärft. Mit dem Entschließungsantrag soll dieser Fehler zumindest für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie korrigiert werden. „Diese Korrektur muss jetzt umgesetzt werden“, fordert der DPtV-Bundesvorsitzende. „Allerdings ist das zu kurz gedacht. Aus psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen können psychisch erkrankte Erwachsene werden und es muss sichergestellt sein, dass diese ebenfalls eine ausreichende psychotherapeutische Versorgung erhalten.“

Stationäre Psychotherapie mit ausreichend Personal ausstatten

Dr. Christina Jochim ergänzt: „Patient*innen mit Essstörungen benötigen häufig stationäre Behandlungen. Für effektive Behandlungskonzepte benötigen die Kliniken ausreichend psychotherapeutisches Personal.“ Allerdings seien die Stationen zu oft nicht ausreichend oder gar nicht mit Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen besetzt. „Die Zunahme der stationären Behandlungen zeigt, unter welchem Druck auch die Kliniken stehen. Wartezeiten sind zu lang und das schadet den Patient*innen. Die Politik ist dringend gefordert, für eine ausreichende personelle Ausstattung der Kliniken zu sorgen.“

Mit mehr als 40.000 Psychotherapeut*innen ist die DPtV die größte Interessenvertretung für Psychologische Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Psychotherapeut*innen in Ausbildung in Deutschland. Die DPtV engagiert sich für die Anliegen ihrer Mitglieder und vertritt erfolgreich deren Interessen gegenüber Politik, Institutionen, Behörden, Krankenkassen und in allen Gremien der Selbstverwaltung der psychotherapeutischen Heilberufe.

Pressekontakt/Interview-Anfragen:
Hans Strömsdörfer
Pressesprecher / Leiter Kommunikation
DPtV Deutsche PsychotherapeutenVereinigung
Am Karlsbad 15
10785 Berlin
Tel. 030 235009-27
Fax 030 235009-44
Mobil 0157 73744828
presse@dptv.de
www.dptv.de

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) vom 02.09.2026

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