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Acetylsalicylsäure (ASS) schützt kaum vor Darmkrebs

Tablet mit dem Schriftzug „Darmkrebsvorsorge", daneben ein Stethoskop und Tabletten

Quelle: ©Zerbor - stocke.adobe.com

Acetylsalicylsäure (ASS) schützt kaum vor Darmkrebs

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Schützt Aspirin vor Darmkrebs? Ein neuer Cochrane Review gibt Antwort: Tägliche Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) bietet Menschen ohne besonderes Darmkrebsrisiko wahrscheinlich keinen Schutz – erhöht aber das Risiko schwerer Blutungen. Was das für Betroffene bedeutet, zeigt die aktuelle Studie.

„Eine breite Anwendung von ASS in der Allgemeinbevölkerung zur Darmkrebsprävention wird durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt“, sagt Dan Cao von der Sichuan-Universität im chinesischen Chengdu, einer der Seniorautoren des Reviews. Die Vorstellung, ASS könne langfristig vor Darmkrebs schützen, sei zwar interessant, ergänzt Zhaolun Cai, ebenfalls von der Sichuan-Universität und einer der beiden Erstautoren des Reviews. „Unsere Analyse zeigt jedoch, dass ein solcher Nutzen nicht gesichert ist – und mit nachgewiesenen Risiken einhergeht.“

ASS als Blutverdünner und möglicher Krebsschutz

ASS wird seit über 100 Jahren als Schmerzmittel und langfristig als Blutverdünner eingesetzt – Aspirin ist die bekannteste Marke. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen ASS oft dauerhaft ein, um Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu vermeiden. Frühere Studien lieferten Hinweise, dass ASS möglicherweise auch vor Darmkrebs schützen könnte.

Die Cochrane-Analyse

Cochrane-Forschende werteten zehn randomisierte kontrollierte Studien mit 124.837 Teilnehmenden aus – Menschen mittleren oder höheren Alters ohne besonderes Darmkrebsrisiko. Die meisten nahmen täglich 75–100 mg ASS ein. Da die Studien ursprünglich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgerichtet waren, wurde Darmkrebs nicht einheitlich erfasst.

Kein klarer Schutz vor Darmkrebs

In den ersten 5–15 Jahren senkte ASS die Darmkrebshäufigkeit wahrscheinlich nicht. Ein möglicher Schutz zeigte sich erst nach mindestens 15 Jahren – doch die Evidenz dafür ist sehr gering (GRADE: sehr niedrig) und könnte sich durch künftige Studien verändern.

Auch die Ergebnisse zur Darmkrebssterblichkeit sind komplex: In den ersten zehn Jahren starben möglicherweise sogar mehr ASS-Einnehmende an Darmkrebs. Erst nach 15+ Jahren deutete sich ein kleiner Vorteil an – allerdings auf Basis sehr unsicherer Langzeitdaten (GRADE: sehr niedrig).

Deutlich erhöhtes Blutungsrisiko

Klar belegt ist hingegen: Tägliche ASS-Einnahme erhöht das Risiko schwerwiegender Blutungen außerhalb des Gehirns – etwa Magen-Darm-Blutungen mit Krankenhausaufenthalt oder Bluttransfusion (GRADE: hoch). Pro 1.000 Personen traten vier zusätzliche schwere Blutungen auf. Auch das Risiko eines hämorrhagischen Schlaganfalls steigt wahrscheinlich (GRADE: moderat).

Fazit und Ausblick

Die Autor*innen betonen: Ein möglicher Langzeitnutzen muss sorgfältig gegen das gut belegte Blutungsrisiko abgewogen werden. ASS sollte nicht ohne ärztliche Beratung zur Krebsprävention eingenommen werden. Weitere Studiendaten werden in einem künftigen Update des Reviews erwartet.

Originalpublikation:  
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Darmkrebs/darmkrebs_node.h…
https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/krebsarten_node.html

Quelle: Pressemitteilung des Cochrane Deutschland vom 26.02.2026


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