Männer und Frauen erkranken nicht nur unterschiedlich häufig an Krebs, sie sprechen oft auch unterschiedlich auf Therapien an. Dennoch werden geschlechtsspezifische Unterschiede in Forschung und klinischen Studien häufig unzureichend berücksichtigt. Ein Vortrag im Rahmen des Colloquium Fundamentale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigt, welche Folgen diese Datenlücken für die Krebsmedizin haben, warum sie besonders bei Lungenkrebs sichtbar werden und wie eine geschlechtersensible Forschung zu besseren Behandlungen beitragen kann.
Die Biologie von Männern und Frauen unterscheidet sich fundamental, Geschlechtschromosomen und -hormone spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede führen beispielweise zu einer höheren Erkrankungsrate bei Männern an den meisten Krebserkrankungen und auch zu unterschiedlichem Therapieansprechen bei Männern und Frauen. Trotz dieser wichtigen Unterschiede gibt es immer noch eklatante Datenlücken, da präklinische Forschung häufig das biologische Geschlecht von angewandten Modellsystemen nicht ausreichend berücksichtigt. In klinischen Studien werden Männer und Frauen in Bezug auf die Sicherheit und Effektivität gemeinsam betrachtet, so dass neue Medikamente entweder für beide Geschlechter oder gar nicht zugelassen werden. Hierbei entstehen große Datenlücken mit medizinischer Relevanz. Der Vortrag wird einen Überblick über das Feld der geschlechtsspezifischen Onkologie geben mit einem Schwerpunkt auf Lungenkrebs, da sich bei dieser Erkrankung diese Unterschiede besonders ausgeprägt zeigen.
Referentin: Prof. Dr. Dr. Sonja Loges – Leiterin der Abteilung Personalisierte Medizinische Onkologie, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Wann: 12.11.2026
Hinweise zur Teilnahme: Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
Quelle: Pressemitteilung KIT





