Onkologie » Hauttumoren » Melanom

»

ctDNA als Biomarker auch in frühen Melanom-Stadien

3D-Illustration von Erythrozyten und DNA-Strängen in der Blutbahn als Symbolbild für zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA)

ctDNA als Biomarker auch in frühen Melanom-Stadien

Aktuelles

Onkologie

Hauttumoren

Melanom

3 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die etablierten Biomarker S100 und Laktatdehydrogenase (LDH) kommen in der Diagnostik und Verlaufskontrolle des malignen Melanoms zum Einsatz. Ein erhöhter LDH-Spiegel wurde als prognostischer Marker für eine schlechtere Überlebensrate im Stadium IV bestätigt, hat jedoch in frühen Tumorstadien keine Aussagekraft. Ähnlich verhält es sich für S100. Auch die ctDNA korreliert mit dem metabolischen Tumorvolumen beim malignen Melanom in fortgeschrittenen Stadien. Zudem ist sie sensitiver als S100 und LDH.

Eine retrospektive, standortübergreifende Studie hatte zum Ziel, diese Ergebnisse der ctDNA auch für Patienten mit früheren Tumorstadien (Stadium I–III) zu validieren und die Sensitivität mit den bereits etablierten Biomarkern zu vergleichen, wie Dr. Ann Sophie Bohne, Kiel, erläuterte. Insgesamt wurden 61 Patienten in die Studie eingeschlossen, die ein malignes Melanom im AJCC Stadium I–III aufwiesen und bei denen der BRAF/NRAS-Mutationsstatus bekannt war. Die Patienten waren im Median 63 Jahre alt und wiesen einen Progress im Verlauf auf. 4 Patienten waren im Stadium I, 20 Patienten im Stadium II und 37 Patienten im Stadium III. Insgesamt wurden 185 Serumproben analysiert, davon 61 Baseline-Proben (≤ 4 Wochen nach Erstdiagnose), die restlichen im Follow-up. Die ctDNA wurde aus den Serumproben isoliert und mittels ddPCR bei entsprechender Mutation des Primärtumors auf BRAF und NRAS analysiert. Wildtyp-Patienten wurden mittels ddPCR für TERT analysiert.

Im Median vergingen 21,1 Monate bis zum Progress der Erkrankung. Über alle Zeitpunkte hinweg waren 65 der 185 Proben (35,1 %) ctDNA-positiv, während 24 (14,0 %) auffällige Werte für S100 und 16 (9,4 %) auffällige Werte für LDH zeigten. Zum Zeitpunkt der Baseline waren 24,6 % der Proben ctDNA-positiv, während für S100 10,9 % und für LDH 3,9 % auffällig waren. Bei den Follow-up-Proben traf dies auf 40,3 % (ctDNA), 15,5 % (S100) bzw. 11,7 % (LDH) zu. ctDNA ist also wesentlich häufiger nachzuweisen, als dass die etablierten Biomarker erhöht sind. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass die Konzentration der ctDNA in den Proben mit einem Stadienshift korreliert, insbesondere bei Fernmetastasierung.

Zusammenfassend ist ctDNA ein sensitiver Biomarker beim malignen Melanom, auch in frühen Erkrankungsstadien, und ist sensitiver als die bereits etablierten Marker S100 und LDH. Die Konzentration des Biomarkers steigt bei Progress an. Als mögliche künftige Einsatzgebiete nannte Dr. Bohne die individualisierte Risikostratifizierung, die Ergänzung von Follow-up-Untersuchungen und die Möglichkeit, hierdurch frühzeitiger Rezidive zu erkennen, sowie die Ermittlung des optimalen Umstellungszeitpunkts von einer zielgerichteten Therapie auf Immuncheckpoint-Inhibitoren oder umgekehrt.

Theresa Hübner

Quelle: Bohne AS. V268: „Zirkulierende Tumor-DANN (ctDNA) als sensitiver und spezifischer Biomarker für malignes Melanom des Stadiums I bis III“ im Rahmen der DGHO-Jahrestagung 2023 am 14.10.2023

Bilderquelle: © Dr_Microbe, stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Collage mit drei Nachwuchsforschenden in der Krebsmedizin, jeweils im Portraet vor Labor- oder Naturhintergrund, als Symbolbild fuer ERC-Starting-Grants am Krebsforschungszentrum

Starting Grant für gleich drei Forschende des Krebsforschungszentrum

Aktuelles

Daniel Kirschenbaum, Lena Kutscher und Michael Scherer überzeugten mit innovativen Forschungsansätzen zu grundlegenden Fragen der Krebsmedizin.

Onkologie

Hirntumoren

Beitrag lesen
Medizinforscher im weissen Kittel steht mit verschraenkten Armen vor einem MRT-Geraet und symbolisiert neue neuroonkologische Bildgebung in Bonn

Förderung für den Wissenschaftsstandort Deutschland

Aktuelles

Else Kröner-Fresenius-Stiftung stärkt den Wissenschaftsstandort Deutschland, in dem sie Fakultäten und Hochschulen die Möglichkeit eröffnet Medizinforschenden eine attraktive und langfristige Perspektive in Deutschland zu bieten. So auch Dr. Daniel Paech, er von Harvard nach Bonn wechselt.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Collage mit sechs jungen Forschenden in weissen Kitteln im Labor als Symbolbild fuer den von der Jose Carreras Leukaemie-Stiftung gefoerderten Forschungsnachwuchs

José Carreras Leukämie-Stiftung fördert vielfältig den Forschungsnachwuchs

Aktuelles

„Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Stifters José Carreras erreichen wir nur über Forschung“, erklärt Dr. Ulrike Serini, Geschäftsführerin der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen