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ctDNA als Biomarker auch in frühen Melanom-Stadien

3D-Illustration von Erythrozyten und DNA-Strängen in der Blutbahn als Symbolbild für zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA)

ctDNA als Biomarker auch in frühen Melanom-Stadien

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Erschienen in: onkologie heute

Die etablierten Biomarker S100 und Laktatdehydrogenase (LDH) kommen in der Diagnostik und Verlaufskontrolle des malignen Melanoms zum Einsatz. Ein erhöhter LDH-Spiegel wurde als prognostischer Marker für eine schlechtere Überlebensrate im Stadium IV bestätigt, hat jedoch in frühen Tumorstadien keine Aussagekraft. Ähnlich verhält es sich für S100. Auch die ctDNA korreliert mit dem metabolischen Tumorvolumen beim malignen Melanom in fortgeschrittenen Stadien. Zudem ist sie sensitiver als S100 und LDH.

Eine retrospektive, standortübergreifende Studie hatte zum Ziel, diese Ergebnisse der ctDNA auch für Patienten mit früheren Tumorstadien (Stadium I–III) zu validieren und die Sensitivität mit den bereits etablierten Biomarkern zu vergleichen, wie Dr. Ann Sophie Bohne, Kiel, erläuterte. Insgesamt wurden 61 Patienten in die Studie eingeschlossen, die ein malignes Melanom im AJCC Stadium I–III aufwiesen und bei denen der BRAF/NRAS-Mutationsstatus bekannt war. Die Patienten waren im Median 63 Jahre alt und wiesen einen Progress im Verlauf auf. 4 Patienten waren im Stadium I, 20 Patienten im Stadium II und 37 Patienten im Stadium III. Insgesamt wurden 185 Serumproben analysiert, davon 61 Baseline-Proben (≤ 4 Wochen nach Erstdiagnose), die restlichen im Follow-up. Die ctDNA wurde aus den Serumproben isoliert und mittels ddPCR bei entsprechender Mutation des Primärtumors auf BRAF und NRAS analysiert. Wildtyp-Patienten wurden mittels ddPCR für TERT analysiert.

Im Median vergingen 21,1 Monate bis zum Progress der Erkrankung. Über alle Zeitpunkte hinweg waren 65 der 185 Proben (35,1 %) ctDNA-positiv, während 24 (14,0 %) auffällige Werte für S100 und 16 (9,4 %) auffällige Werte für LDH zeigten. Zum Zeitpunkt der Baseline waren 24,6 % der Proben ctDNA-positiv, während für S100 10,9 % und für LDH 3,9 % auffällig waren. Bei den Follow-up-Proben traf dies auf 40,3 % (ctDNA), 15,5 % (S100) bzw. 11,7 % (LDH) zu. ctDNA ist also wesentlich häufiger nachzuweisen, als dass die etablierten Biomarker erhöht sind. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass die Konzentration der ctDNA in den Proben mit einem Stadienshift korreliert, insbesondere bei Fernmetastasierung.

Zusammenfassend ist ctDNA ein sensitiver Biomarker beim malignen Melanom, auch in frühen Erkrankungsstadien, und ist sensitiver als die bereits etablierten Marker S100 und LDH. Die Konzentration des Biomarkers steigt bei Progress an. Als mögliche künftige Einsatzgebiete nannte Dr. Bohne die individualisierte Risikostratifizierung, die Ergänzung von Follow-up-Untersuchungen und die Möglichkeit, hierdurch frühzeitiger Rezidive zu erkennen, sowie die Ermittlung des optimalen Umstellungszeitpunkts von einer zielgerichteten Therapie auf Immuncheckpoint-Inhibitoren oder umgekehrt.

Theresa Hübner

Quelle: Bohne AS. V268: „Zirkulierende Tumor-DANN (ctDNA) als sensitiver und spezifischer Biomarker für malignes Melanom des Stadiums I bis III“ im Rahmen der DGHO-Jahrestagung 2023 am 14.10.2023

Bilderquelle: © Dr_Microbe, stock.adobe.com

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