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DFG initiiert Förderung für vier neue Forschungsgruppen

Mehrere Studierende in weißen Laborkitteln stehen in einem modernen Labor und arbeiten zusammen an einem Whiteboard. Eine Person schreibt mit einem Marker Formeln an die Tafel, während die anderen aufmerksam zusehen und mitdiskutieren. Die Umgebung wirkt hell und wissenschaftlich.

DFG initiiert Förderung für vier neue Forschungsgruppen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert vier neue Forschungsgruppen mit insgesamt rund 20,5 Millionen Euro. Dies hat der Hauptausschuss der DFG auf Empfehlung des Senats beschlossen. Die Fördersumme umfasst auch eine Programmpauschale von 22 % für indirekte Projektausgaben. Neben den neuen Gruppen wurde auch die Verlängerung von zehn bestehenden Forschungsgruppen und einer Klinischen Forschungsgruppe für eine weitere Förderperiode bewilligt. Eine der neu eingerichteten Gruppen entsteht im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit und wird gemeinsam mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.

Forschungsgruppen ermöglichen Wissenschaftler*innen, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Sie werden bis zu acht Jahre lang gefördert. Im Ganzen fördert die DFG zurzeit 188 Forschungsgruppen, zehn Klinische Forschungsgruppen und 17 Kolleg-Forschungsgruppen. Klinische Forschungsgruppen sind zusätzlich durch die enge Verknüpfung von wissenschaftlicher und klinischer Arbeit charakterisiert, während Kolleg-Forschungsgruppen speziell auf geistes- und sozialwissenschaftliche Arbeitsformen zugeschnitten sind.

Die neuen Verbünde im Einzelnen

Bilingualismus bezeichnet die Fähigkeit, in mehr als einer Sprache zu kommunizieren. Dabei stehen die Sprecher*innen vor der Herausforderung, die Zielsprache dem Kontext angemessen auszuwählen und gleichzeitig zu verhindern, dass sie Strukturen anderer gesprochener Sprachen auf die Kommunikationssituation übertragen. Die Forschungsgruppe „Bilinguale Flexibilität – Die Psychologie der Sprachkontrolle“ zielt darauf ab, das Konzept der „Sprachbalance“ zu nutzen, um die Flexibilität des bilingualen Sprachgebrauchs in verschiedenen Kontexten zu untersuchen und besser zu verstehen. Grundgedanke hierbei ist, dass bestimmte kognitive Mechanismen der Sprachkontrolle einer bilingualen Person wesentlich zur Stabilisierung einer auf Kontext und Situation basierenden Sprachbalance beitragen. (Sprecherin: Professorin Anna Katharina Kuhlen, Ph.D., RWTH Aachen)

Was bedeutet Sicherheit in Zeiten zunehmender Krisen, Katastrophen und Verluste?

Die Forschungsgruppe „Das Sicherheitsversprechen in katastrophischen Zeiten“ geht dieser Frage interdisziplinär und kollaborativ nach. Ausgangspunkt ist die Untersuchung der aktuellen weltweiten Krise von Frieden und Sicherheit, in deren Folge zentrale Gewissheiten über die Schutzfunktionen demokratischer Regierungsformen und multilateraler Institutionen, die jahrzehntelang als selbstverständlich galten, erodieren. Dabei untersucht die Forschungsgruppe staatliche und gesellschaftliche Reaktionen auf drei eng miteinander verflochtene und sich gegenseitig verstärkende Krisendimensionen: die Zunahme von Kriegen und globalen Konflikten, den weltweiten Trend zur Autokratisierung und die ökologische Krise. (Sprecherin: Professorin Dr. Ursula Schröder, Universität Hamburg)

Darmkrebs macht etwa zehn Prozent aller Krebserkrankungen aus und ist weltweit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Von der genombasierten Präzisionsmedizin, bei der die Behandlung an die spezifischen molekularen Veränderungen im Tumor angepasst ist, erhoffte man sich eine Verbesserung der Heilungschancen. Bisher konnten jedoch nur bei einem kleinen Teil der Patient*innen personalisierte Therapien auf Basis von DNA-Sequenzierungen identifiziert werden. Ziel der Forschungsgruppe „Funktionelle Genomik und Mikrobiomik in der Präzisionsmedizin des kolorektalen Karzinoms“ ist es, das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Darmmikrobiom, tumorassoziierten Genen und (zielgerichteten) Medikamenten bei der Behandlung von Darmkrebs zu untersuchen und dabei personalisierte Therapieansätze zu entwickeln. Die Forschungsgruppe wird im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit mit dem SNF gefördert. (Sprecher: Professor Dr. Matthias Ebert, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg)

Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert verwandelten die Bewohner*innen Nordfrieslands den Naturraum durch Eingriffe wie Landsenkung oder Hebung des Tidenhubs in eine hochproduktive, aber auch sensible Kulturlandschaft. Extremereignisse wie Sturmfluten verwandelten Großteile danach wieder zu Wattflächen. Die Forschungsgruppe „Von Aufstieg und Untergang – Integrative Forschung zur Kulturlandschaftsentwicklung in der nordfriesischen Wattenmeerregion während der letzten zwei Jahrtausende“ zielt auf die raumzeitliche Rekonstruktion dieser mittelalterlichen Küstenlandschaft als Ganzes. Sie will die vielfältigen Mensch-Umwelt-Wechselwirkungen erfassen, die Bemühungen um Ressourcensicherung, Siedlungsexpansion sowie den Kampf gegen Landverluste verstehen und so auch ein besseres Verständnis des kulturellen Erbes der Region erlangen. (Sprecherin: Dr. Hanna Hadler, Universität Mainz)

Quelle: Pressemitteilung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vom 26.09.2025

Bildquelle: ©blicsejo – Adobe Stock





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