Onkologie » Urogenitale Tumoren » Prostatakarzinom

»

Die psychosozialen Aspekte in der Versorgungfamiliär- und hereditär-betroffener Krebspatientenund deren Angehörigen

Die psychosozialen Aspekte in der Versorgungfamiliär- und hereditär-betroffener Krebspatientenund deren Angehörigen

Fachbeitrag

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern in Deutschland [1]. Die Rolle familiärer und hereditärer Risikofaktoren rückt dabei zunehmend in den Fokus. Die aktuelle S3-Leitlinie Prostatakarzinom empfiehlt erstmals, Männer mit einem diagnostizierten Prostatakarzinom und Hinweisen auf ein familiäres Tumorrisikosyndrom in einer humangenetischen Sprechstunde vorzustellen und eine Keimbahntestung durchzuführen [2]. Für gesunde Männer mit Anzeichen auf ein Tumorrisikosyndrom wird zusätzlich ein PSA-basiertes Screening ab dem Alter von 45 Jahren empfohlen. Doch wie kann mit den psychosozialen Herausforderungen bei familiärem und hereditärem Risiko umgegangen werden und wie können Ratsuchende adäquat unterstützt werden?

Familiäres und hereditäres Risiko bei Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom zählt zu den Krebserkrankungen mit einem hohen Anteil genetischer Risikofaktoren: Schätzungen zufolge lassen sich bis zu 57 % des Erkrankungsrisikos auf erbliche Komponenten zurückführen [3, 4]. Das relative Erkrankungsrisiko ist bei mindestens einem erkrankten Verwandten 1. Grades bereits 2- bis 3-fach erhöht und steigt mit der Anzahl der betroffenen Familienmitglieder sowie deren früherem Erkrankungsalter [5, 6]. Eine familiäre Häufung von Brustund Ovarialkarzinomen sowie von Darmkrebs im Rahmen eines vorliegenden Lynch-Syndroms sind ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für Prostatakarzinome assoziiert [5].

Ein familiäres Prostatakarzinom liegt vor, wenn eine gehäufte Anzahl von Erkrankungsfällen innerhalb der Familie beobachtet wird, ohne dass identifizierbare genetische Veränderungen nachgewiesen werden können. Bei einem hereditär erhöhten Prostatakarzinomrisiko liegt zusätzlich eine nachgewiesene Keimbahnvariation vor. Keimbahnvariationen wie BRCA1, BRCA2 und HOXB13 gehen mit einem deutlich erhöhten Erkrankungsrisiko einher, So ist das Risiko, bis zum Alter von 65 Jahren an einem Prostatakarzinom zu erkranken, bei BRCA2 beispielsweise 8,6-fach erhöht [7]. Die Keimbahnvariationen BRCA2, ATM und NBN wurden zudem mit aggressiveren Phänotypen und schlechteren klinischen Verläufen assoziiert [8]. Auch genetische Risikomarkervarianten (single nucleotide polymorphisms, SNPs) werden zunehmend zur individuellen Risikoabschätzung herangezogen, insbesondere im Rahmen polygenetischer Risikoscores [9].

Zum vollständigen Beitrag

Bilderquelle: © Pomezz – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

ki-modell-blutkrebsdiagnostik-cytovi-forschungsteam-labor

Vereinfachter Blutkrebs-Diagnose durch KI-Modell

Aktuelles

Neues open-sources KI-Modell soll die standardisierte Analyse klinischer Routinedaten erleichtern. Das Modell erkennt Krebszellen automatisch und reduziert die händische Auswertung.

Onkologie

Hämatoonkologie

Allgemeine Aspekte

Beitrag lesen
Tablet mit der leuchtenden Aufschrift RHABDOMYOSARCOMA und daneben ein Stethoskop auf dunkler Tischoberflaeche

Neuer Therapieansatz beim embryonalen Rhabdomyosarkom

Aktuelles

Rhabdomyosarkome sind mesenchymalen Ursprungs und ähneln Skelettmuskelzellen. Sie gehören zu den häufigsten Weichteilsarkome bei Kindern.

Onkologie

Sarkome

Weichteilsarkome

Beitrag lesen
Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen