Onkologie » Künstliche Intelligenz » KI in der Onkologie

»

Effekte einer VR-gestützten Bewegungstherapie auf Lebensqualität und kognitive Funktion

Mann trägt VR-Headset und hebt die Hände an die Seiten des Geräts, grauer Hintergrund.

Effekte einer VR-gestützten Bewegungstherapie auf Lebensqualität und kognitive Funktion

Kongress

Onkologie

Künstliche Intelligenz

KI in der Onkologie

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Hochdosierte Chemotherapie und Stammzelltransplantation bei hämatologisch-onkologischen Erkrankungen sind oft mit schweren Nebenwirkungen und Beeinträchtigungen der Lebensqualität verbunden. Virtual-Reality-basierte (VR) Bewegungsinterventionen können individuell zugeschnittene, motivierende Aktivitäten bieten. Ob ein intensives VR-Training während des stationären Aufenthalts zu einer geringeren Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie der kognitiven und psychologischen Funktionen führen und eine schnellere Genesung nach der Behandlung fördern kann, führte Johannes Sparn, Lübeck, aus.

Für eine Studie wurden hospitalisierte Patienten eingeschlossen, die sich einer hochdosierten Chemotherapie (n=3), einer allogenen (n=10) oder einer autologen (n=5) Stammzelltransplantation unterzogen (Durchschnittsalter: 61,17 Jahre; 44 % weiblich). Die Kontrollgruppe (CG; n=7) erhielt eine standardmäßige unterstützende Behandlung; die Interventionsgruppe (VR; n=11) nahm zusätzlich an VR-basierten Übungen (≥15 min/Tag) teil. Die Lebensqualität (EORTC QLQ-C30) und die kognitive Leistungsfähigkeit (d2-R-Test) wurden bei der Aufnahme, bei der Entlassung und zwei Wochen nach der Entlassung bewertet.

Zu Beginn der Studie wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen der VR-Gruppe und der Kontrollgruppe hinsichtlich der Lebensqualität oder der kognitiven Leistungsfähigkeit festgestellt. Im Laufe der Zeit zeigte die VR-Gruppe aber einen deskriptiv geringeren Rückgang der Lebensqualität und auch bei der kognitiven Leistungsfähigkeit zeigte die VR-Gruppe größere Verbesserungen. Keine der Gruppenunterschiede erreichte jedoch statistische Signifikanz.

Obwohl die Rekrutierungsschwierigkeiten die aktuelle Stichprobengröße begrenzten, deuten die vorläufigen Ergebnisse darauf hin, dass VR-basierte Bewegungsinterventionen positive Auswirkungen auf die Lebensqualität und die kognitive Leistungsfähigkeit während einer hochdosierten Chemotherapie oder Stammzelltransplantation haben können. Es wurden kleine, aber konsistente Trends zugunsten der VR-Gruppe beobachtet. Darüber hinaus unterstrichen die Erfahrungen aus der Studie das Potenzial für eine Optimierung der VR-Hardware und -Software zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und Compliance. Eine Fortsetzung der Studie unter verbesserten technischen Bedingungen ist geplant.

Quelle: Vortragssession „Supportive Care“, DGHO-Kongress 2025, 26. Oktober 2025

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Farbcodiertes 3D-Strukturmodell des p53-Proteins mit zahlreichen ueberlagernden Konformationen als Darstellung seiner dynamischen Struktur

Dynamische Veränderung des p53 Proteins wird sichtbar

Aktuelles

Forschende konnten das Krebsprotein p53 sichtbar machen, wie sich das Krebsprotein ständig dynamisch verändert. Das Verständnis der Dynamik dieser Strukturen bietet einen neuen Ansatz.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Forschungsteam in einem Labor steht neben einem Sequenziergeraet mit sichtbaren Genomdaten auf dem Bildschirm

Neue Genvarianten beim familiären Brust- und Eierstockkrebs

Aktuelles

Erblich bedinget Brustkrebs beruht auf eine Veränderung bestimmter Gene. Aktuell sind 13 Risikogene für die Diagnostik bestimmt wurden. Forschende haben weiter Gene und Genvarianten entdeckt, die im Zusammenhang mit Brustkrebs stehen. Sie eröffnen weitere Möglichkeiten zu Früherkennung, Risikoreduktion und Therapie.

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

Beitrag lesen
Nuklearmedizinischer Experte laechelt in die Kamera, Symbolbild fuer individualisierte PSMA-Radioligandentherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

PCa: Neue Chancen durch individualisierte molekulare Strahlentherapie

Aktuelles

Eine Studie hat gezeigt, dass eine individuell angepasste PSMA-Radioligandentherapie wirksam eingesetzt werden kann. Auch Patient*innen mit weit fortgeschrittenem Prostatakarzinom profitieren.

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

Beitrag lesen