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Hodgkin-Lymphom: Entzündungs- und Stressmarker als Prädiktoren für CRCI

Nahaufnahme von weißen Blutkörperchen in Aktion, umgeben von roten Blutkörperchen und gelben Partikeln, die Pathogene darstellen.

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Hodgkin-Lymphom: Entzündungs- und Stressmarker als Prädiktoren für CRCI

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Patientinnen mit Hodgkin-Lymphom zeigen nach Chemotherapie oft kognitive Einschränkungen. Neue ASH-Daten belegen, dass bestimmte Entzündungs- und Stressmarker eng mit der kognitiven Leistung verbunden sind. Diese Biomarker könnten künftig helfen, gefährdete Patientinnen früh zu erkennen und gezielte Interventionen zu ermöglichen.

Krebsbedingte kognitive Beeinträchtigungen (CRCI) sind ein häufiges und klinisch relevantes Problem bei Krebspatienten, das sich negativ auf die Lebensqualität auswirkt. Es wird angenommen, dass Entzündungen und oxidativer Stress eine wichtige Rolle bei der Entstehung von CRCI spielen. Die meisten vorhandenen Erkenntnisse stammen jedoch aus Studien zu soliden Tumoren, während für Patienten mit Lymphomen nur begrenzte Daten verfügbar sind. 

Da Personen mit Hodgkin-Lymphom (HL) in der Regel in relativ jungem Alter diagnostiziert werden und oft eine lange Überlebenszeit haben, besteht ein dringender Bedarf, besser zu verstehen, wie Entzündungen und oxidativer Stress zu CRCI in dieser Population beitragen. Dieses Wissen könnte dazu beitragen, prädiktive Biomarker zu identifizieren und gezielte Interventionen für CRCI zu entwickeln.  

Methode: 

Forschende untersuchten daher die Konzentrationen von Entzündungs- und oxidativen Stress-Biomarkern bei Patienten mit HL vor und nach einer Chemotherapie im Vergleich zu nicht an Krebs erkrankten Kontrollpersonen und bewerteten deren Zusammenhang mit der kognitiven Funktion der Patienten. 

In der Studie wurden bei 45 HL-Patient*innen vor (T1) und nach (T2) Chemotherapie sowie bei 46 alters- und geschlechtsgematchten Kontrollen verschiedene Entzündungs- und oxidative Stressmarker (u.a. IL-4, IL-6, IL-8, IL-10, TNF-α, sTNFRI/II, CRP, MDA, 8-iso-PGF2α) gemessen. Zusätzlich erfolgte eine neuropsychologische Testung (u.a. Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, exekutive Funktionen). Die Analyse erfolgte adjustiert für Alter, Geschlecht und BMI. 

Ergebnisse: 

  • Patienten wiesen zu T1 und T2 höhere sTNFRII- und CRP-Werte als die Kontrollpersonen auf, während sie zu T2 niedrigere MDA-Werte aufwiesen (alle P < 0,05).  
  • Die CRP-, MDA- und 8-Iso-PGF2α-Werte sanken im Laufe der Zeit bei den Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe (alle P < 0,05).  
  • Unter den HL-Patienten waren zu T1 höhere IL-6- und IL-8-Werte mit einer besseren fokussierten Aufmerksamkeit assoziiert.  
  • Höhere TNF-α- und sTNFRI-Werte waren mit einem besseren Arbeitsgedächtnis verbunden.  
  • Bei T2 waren höhere TNF-α-, sTNFRI- und sTNFRII-Werte mit einer schlechteren Daueraufmerksamkeit, fokussierten Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis verbunden.  
  • Höhere sTNFRI- und sTNFRII-Spiegel bei T1 waren mit einer Verbesserung der verbalen Flüssigkeit und einer Verschlechterung des Arbeitsgedächtnisses verbunden.  
  • Längsschnittlich war ein Anstieg des MDA mit einem Rückgang der fokussierten Aufmerksamkeit verbunden. 

Schlussfolgerung:

Die Studie unterstreicht die Komplexität von Entzündungen und oxidativem Stress, die bei Patienten mit HL zu CRCI beitragen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen die Patienten vor und nach der Chemotherapie stärkere Entzündungen auf, was durch höhere sTNFRII- und CRP-Werte belegt wurde. Der oxidative Stress nahm bei den Patienten jedoch im Laufe der Zeit ab, was darauf hindeutet, dass die Chemotherapie zwar zur Verringerung des oxidativen Stresses beitragen kann, die proinflammatorische Belastung jedoch nicht vollständig beseitigt. Höhere sTNFRII-Spiegel waren sowohl querschnittlich als auch prospektiv mit einer Beeinträchtigung der exekutiven Funktionen assoziiert. Ein Anstieg des MDA-Spiegels war mit einer Abnahme der Aufmerksamkeit und der Verarbeitungsgeschwindigkeit im Laufe der Zeit verbunden.  

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Immun- und oxidative Stressmarker als Frühindikatoren für kognitive Anfälligkeit und potenzielle Ziele für Interventionen dienen können, was eine zukünftige Validierung in größeren Studien rechtfertigt. 

Quelle: Zhao T et al. Inflammatory and oxidative stress biomarkers associated with cognitive function in patients with Hodgkin lymphoma treated with chemotherapy. ASH-Kongress 2025; Presentation ID 3619 

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