Onkologie » Sonstiges

»

KI-Werkzeug: Gewebeschnitte als neue Datenquelle

Histopathologische Mikroskopaufnahme eines Karzinoms in situ mit Mikroinvasion im Gewebe des linken Vorhofohrs, HE-Färbung

Quelle: © Salah Uddin - stocke.adobe.com

KI-Werkzeug: Gewebeschnitte als neue Datenquelle

Aktuelles

Onkologie

Sonstiges

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Mikroskopische Gewebebilder sind ein Grundpfeiler der biomedizinischen Forschung – doch ihre systematische Auswertung bleibt oft eine Herausforderung. Das neue Open-Source-Tool „LazySlide“ setzt auf KI-basierte Foundation Models, um die Analyse digitaler Pathologiebilder zugänglicher zu machen und visuelle Gewebedaten erstmals direkt mit molekularen Daten zu verknüpfen.

Das Problem: Wertvolle Bilder, schwer nutzbar

Mikroskopische Gewebebilder gehören zu den wichtigsten Werkzeugen in der medizinischen Forschung und Diagnostik. Moderne Scanner erzeugen hochauflösende „Whole-Slide-Bilder“, die von der Gesamtübersicht bis zur einzelnen Zelle zoomen können. Doch trotz ihres enormen Informationsgehalts lassen sich diese Bilder kaum systematisch auswerten oder mit molekularen Daten wie RNA-Sequenzierungen verknüpfen – und bleiben dadurch in vielen Bereichen ungenutzt.

Die Lösung: LazySlide macht Gewebebilder analysierbar

Das neue Open-Source-Tool LazySlide, entwickelt von der Forschungsgruppe um CeMM Principal Investigator André Rendeiro, setzt KI-basierte Foundation Models ein, um Whole-Slide-Bilder zugänglich und auswertbar zu machen. Die Software unterteilt große Bilder in handhabbare Bereiche, erkennt Muster in der Gewebestruktur und identifiziert verschiedene Zelltypen – ganz ohne aufwendige manuelle Anmerkungen.

Gewebe mit Sprache durchsuchen

Besonders praktisch: LazySlide lässt sich per natürlicher Sprache bedienen. Forschende können gezielt nach Merkmalen wie „Verkalkung“ suchen – die Software hebt relevante Regionen hervor und liefert messbare Scores. Dank sogenannter „Zero-Shot“-Analysen erkennt das Tool Ursprungsorgane oder unterscheidet gesundes von krankem Gewebe, ohne dafür spezifisch trainiert worden zu sein.

Offen, kompatibel, zukunftsfähig

LazySlide fügt sich nahtlos in bestehende Workflows der Genomik und Einzelzellforschung ein. „Indem wir Gewebebilder als reichhaltige Datensätze behandeln, können wir neue Einblicke gewinnen, wie Krankheiten die menschliche Biologie prägen“, so André Rendeiro. Die in Nature Methods veröffentlichte Studie zeigt, wie Open-Source-Werkzeuge die Lücke zwischen Gewebestruktur und molekularer Funktion schließen können.

Quelle: Pressemitteilung von Science is our Medicine (CeMM) vom 20.03.2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Abstrakte 3D-Darstellung von metallischen Ringen, die von schwarzen Würfeln mit dünnen Drähten umgeben sind, auf dunkelblauem Hintergrund

Ionenstrahl misst sich selbst bei Krebstherapie

Aktuelles

Mixed Beams könnten die Krebstherapie präziser machen: Kohlenstoffionen zerstören den Tumor, Heliumionen durchqueren den Körper und liefern Informationen über die Anatomie. Dafür muss das Mischungsverhältnis im Strahl genau bekannt sein. Forschende der TU Wien und des MedAustron haben nun eine Methode entwickelt, die genau das misst, ohne den Strahl zu stoppen. Ein Fortschritt.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Einzeldosis-Ampulle mit Spritze auf einer hellen Oberfläche

Erster HPV-Atlas Deutschland: Sechs Empfehlungen für bessere Prävention

Aktuelles

Der erste Deutschland-Atlas zu Humanen Papillomviren zeigt: Die Impfung dagegen ist ein hochwirksames Instrument der Krebsprävention, wird aber bisher nicht ausreichend genutzt. Nur 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 36 Prozent der Jungen sind komplett geimpft. Sechs Strategien sollen es ändern – von einer nationalen Präventionsstrategie bis zu einem digitalen Impfregister.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Lächelnder Mediziner in blauer OP-Kleidung vor heller Wand

Stoffwechselspuren sollen Darmkrebsrisiko früher sichtbar machen

Aktuelles

Forschende untersuchen frühe, möglicherweise noch umkehrbare Veränderungen der Darmschleimhaut – Bundesforschungsministerium fördert Verbundprojekt NAD-MAGIC mit knapp zwei Millionen Euro.

Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Darmkrebs

Beitrag lesen