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Knochenmarkkrebs: Immunzellen nur bedingt abwehrbereit

Wissenschaftlerin im Laborkittel schaut durch ein Mikroskop und macht Notizen

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Knochenmarkkrebs: Immunzellen nur bedingt abwehrbereit

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: onkologie heute

Forscher aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), HI-STEM und Universitätsklinikum Heidelberg haben beim Multiplen Myelom und bei akuter myeloischer Leukämie die T-Zellen im Knochenmark untersucht. Tumorreaktive T-Zellen können Krebszellen erkennen, sind aber oft nicht aktiviert. Eine Gen-Signatur könnte den Therapieerfolg künftig vorhersagen.

Forschende aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Stammzellinstitut HI-STEM sowie der Medizinischen Klinik V des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) haben beim Multiplen Myelom und bei akuter myeloischer Leukämie (AML) die T-Zellen im Knochenmark umfassend charakterisiert. Die Untersuchung von 21 Patient*innen zeigt: Eine definierte Gruppe tumorreaktiver T-Zellen kann Krebszellen grundsätzlich erkennen und bekämpfen – ist im Körper aber häufig nicht ausreichend aktiviert. Im Unterschied zu den oft stark „erschöpften“ T-Zellen aus soliden Tumoren verharren die Immunzellen im Knochenmark in einer Art „bedingter Einsatzbereitschaft“: Sie besitzen das notwendige biologische Rüstzeug, werden aber offenbar nicht dauerhaft in Gang gesetzt. Studienleiter Mirco Julian Friedrich kommentiert: „Das Gute daran: Mit Therapien wie z. B. bispezifischen Antikörpern lassen sich diese Zellen gegen die Krebszellen aktivieren, was auf natürlichem Weg nicht ausreichend gelingt.“

Gen-Signatur identifiziert tumorreaktive T-Zellen

Basierend auf der Aktivität von 15 Genen entwickelten die Forschenden eine spezifische Signatur, mit der sich tumorreaktive T-Zellen von anderen Immunzellen unterscheiden lassen. In einer unabhängigen Patientengruppe erreichte das Verfahren eine hohe Vorhersagegenauigkeit. Beim Multiplen Myelom waren tumorreaktive T-Zellen bereits vor Therapiebeginn häufiger bei jenen Patienten nachweisbar, deren Erkrankung später besser auf die Behandlung ansprach. Auch bei AML zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Anzahl dieser Zellen und dem Erfolg immunologischer Behandlungen – nicht jedoch bei herkömmlicher Chemotherapie. Das deutet darauf hin, dass die Signatur tatsächlich die Aktivität der Immunabwehr abbildet.

Neue Ansatzpunkte für breit einsetzbare Immuntherapien

Das Team analysierte zudem, welche Antigene der Krebszellen die T-Zellen erkennen. Unter mehr als 17.000 untersuchten Proteinfragmenten fanden sich einige, die bei mehreren Patienten und sogar bei beiden Erkrankungen vorkamen – potenzielle Ansatzpunkte für breiter einsetzbare Therapien. Erstautor Niklas Kehl erklärt: „Langfristig könnten die Erkenntnisse dazu beitragen, Patient*innen, die von Immuntherapien profitieren können, vorab zu identifizieren sowie neue Therapien zu entwickeln.“ Friedrich schränkt jedoch ein: Die Signatur sei noch kein routinemäßig einsetzbarer klinischer Test und müsse in größeren, prospektiven Studien bestätigt werden.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) vom 10.08.2026

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