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Melanom im Alter: Behandlungsmuster 
und Wirksamkeit der Immuntherapie

Hautärztin untersucht Nacken einer Seniorin.

Quelle: © Gorodenkoff – stock.adobe.com

Melanom im Alter: Behandlungsmuster 
und Wirksamkeit der Immuntherapie

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: ärztliches journal onkologie

Nach wie vor sind ältere Personen in klinischen Studien aufgrund von Ausschlusskriterien unterrepräsentiert. Da die Melanom-Inzidenz mit zunehmendem Alter jedoch steigt, erhält ein beträchtlicher Anteil älterer Menschen onkologische Behandlungen, insbesondere eine Immuntherapie. Um dieser Evidenzlücke zu begegnen, wurde nun eine Analyse des multizentrischen Real World-Registers ADOREG durchgeführt.

Erkenntnisse aus Beobachtungsstudien und Metaanalysen lassen den Schluss zu, dass die Wirksamkeit von Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICIs) bei älteren Melanompatientinnen und -patienten weitgehend mit der bei Jüngeren vergleichbar ist, wobei ähnliche Gesamtüberlebensraten (OS) und progressionsfreie Überlebens­raten (PFS) zu verzeichnen sind. Dennoch sind immunbedingte unerwünschte Ereignisse (irAEs) klinisch bedeutsam und könnten im Zusammenhang mit altersbedingter Komorbidität, physiologischen Veränderungen und Polypharmazie möglicherweise verstärkt auftreten.

Die Immunoseneszenz verkompliziert das therapeutische Bild zusätzlich durch eine verminderte Produktion naiver T-Zellen, eine Ausbreitung von Gedächtnis-T-Zell-Subpopulationen, veränderte Zytokinprofile und eine erhöhte systemische Entzündung. Diese Veränderungen können sowohl die Wirksamkeit als auch das Toxizitätsprofil von ICIs bei älteren Personen beeinflussen. Die nun publizierte Studie hat das Ziel, die Behandlungsmuster in der geriatrischen ­Population zu beschreiben und den Einfluss von Alter und Begleiterkrankungen auf die Ergebnisse der Immuntherapie zu untersuchen.

Ausgewertet wurden die Daten von 8.213 Personen mit Melanom, die zwischen 2013 und 2023 in deutschen Hautkrebszentren mit onkologischen Medikamenten behandelt wurden. Die Endpunkte waren die objektive Ansprechrate (ORR), das PFS, das Melanom-spezifische Überleben (MSS), Nebenwirkungen sowie die Gründe für den Abbruch der Behandlung. Die Altersgruppen wurden vorab als < 75 Jahre (n = 6.063) vs. ≥ 75 Jahre (geriatrisch, n = 2.150) festgelegt. Unter den 3.646 Personen mit metastasierter Erkrankung erhielten Ältere weniger Behandlungslinien und wurden seltener operiert, bestrahlt oder systemisch behandelt. Die Wirksamkeit einer Erstlinienbehandlung unterschied sich jedoch nicht zwischen den beiden Altersgruppen (p = 0,306). Die Wahl der Immuntherapie in jeder Behandlungslinie war in beiden Gruppen ähnlich (p = 0,109), jedoch wurden Ältere hauptsächlich mit einer Anti-PD1-Monotherapie als Erstlinientherapie behandelt, während bei Jüngeren eine Kombination von ICIs bevorzugt wurde. Die Wirksamkeit war nicht beeinträchtigt (PFS und MSS: p > 0,05), während die Toxizitätsraten niedriger waren. Dieses Muster blieb über alle Komorbiditäts-Kategorien hinweg bestehen.

Fazit

Das Alter beeinflusst die Wahl der Melanom-Therapie. Bei geriatrischen Personen war die Wirksamkeit jedoch nicht beeinträchtigt und es wurde ein ausgewogenes Nebenwirkungsprofil festgestellt, insbesondere bei der Immuntherapie. Aufgrund der Heterogenität der ge­riatrischen Population – die von rüstigen bis zu gebrechlichen Personen reicht – erfordert die Therapie einen personalisierten Ansatz. ■

Martha-Luise Storre

Quelle: Lallas K et al. Treatment patterns in geriatric patients with melanoma and the effect of age on the efficacy of immunotherapy: Analysis from the real-world multicenter registry ADOREG. Eur J Cancer. 2026; 237: 116582

Aus dem Heft ärztliches journal onkologie 3/26

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