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Metabolische Signaturen im Plasma – Neue Einblicke in den Lipidstoffwechsel bei Myelodysplastischen Neoplasien

Nahaufnahme einer Blutprobe in einem Reagenzglas mit rotem Verschluss, gehalten von einer behandschuhten Hand vor einem Laborhintergrund.

Metabolische Signaturen im Plasma – Neue Einblicke in den Lipidstoffwechsel bei Myelodysplastischen Neoplasien

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Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Myelodysplastische Neoplasien (MDS) sind klonale hämatologische Erkrankungen, die vorwiegend ältere Menschen betreffen und mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert sind. Der Kenntnisstand zu spezifischen metabolischen Veränderungen bei MDS ist bislang begrenzt. Nun wurden neue Forschungsergebnisse beim DGHO vorgestellt.

Zur Identifikation potenzieller metabolischer Störungen wurde eine umfassende Analyse der Plasmametaboliten mittels NMR-Spektroskopie durchgeführt. Untersucht wurden Proben von therapierten Patientinnen mit MDS oder CMML (n = 20) sowie altersentsprechenden gesunden Kontrollpersonen (n = 9). Als Validierungskohorte diente eingefrorenes Plasma von 50 therapienaiven MDS-Patientinnen aus einer Biobank. Die Auswertung erfolgte durch t-Test, Hauptkomponentenanalyse und partielle kleinste Quadrate-Diskriminanzanalyse (PLS-DA).

Metabolische Veränderungen im Plasma von MDS-Patient*innen

Im Plasma von MDS-Patient*innen konnte ein signifikanter Anstieg von 3-Hydroxybutyrat (3-HB) nachgewiesen werden (0,09 mmol/l vs. < 0,02 mmol/l bei Gesunden; p < 0,05). 3-HB ist ein Produkt des Fettsäureabbaus und wirkt als regulatorisches Molekül mit epigenetischer Funktion. Die Fläche unter der ROC-Kurve betrug für 3-HB 0,8; hohe VIP-Scores in der PLS-DA-Analyse erlaubten eine klare Differenzierung zwischen MDS-Patient*innen und Gesunden. Weitere relevante Veränderungen im Lipidstoffwechsel wurden konsistent in beiden Patient*innengruppen festgestellt. Veränderungen bei Glutaminsäure, Glukose und Laktat wurden als präanalytisch bedingt eingestuft und aus der weiteren Analyse ausgeschlossen.

Die multivariate Analyse ermöglichte eine eindeutige Abgrenzung der MDS-Patient*innen anhand ihrer metabolischen Profile. Die identifizierten metabolischen Veränderungen im Plasma waren biobankübergreifend konsistent. Es bleibt offen, ob diese Veränderungen die Pathogenese von MDS beeinflussen oder als Folge der assoziierten kardiovaskulären Risiken zu interpretieren sind.

Fazit

Die Studie zeigt konsistente metabolische Veränderungen im Plasma von MDS-Patient*innen, insbesondere im Bereich des Lipidstoffwechsels. Diese Profile ermöglichen eine Differenzierung von Patient*innen und gesunden Kontrollpersonen. Die klinische Relevanz dieser metabolischen Veränderungen im Hinblick auf die Krankheitsentwicklung und kardiovaskuläre Komorbiditäten bedarf weiterer Forschung.

Quelle: Balaian E et al. Systemic metabolic changes in plasma of patients with myelodysplastic neoplasms. Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie 24.–27. Oktober 2025, Köln

Bildquelle: © angellodeco – stock.adobe.com

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