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Neoadjuvante Chemotherapie bei neu diagnostiziertem, fortgeschrittenem Ovarialkarzinom: Aktualisierung der ASCO-Leitlinien

Modell eines weiblichen Fortpflanzungssystems unter einer Lupe mit medizinischen Symbolen auf blauem Hintergrund

Neoadjuvante Chemotherapie bei neu diagnostiziertem, fortgeschrittenem Ovarialkarzinom: Aktualisierung der ASCO-Leitlinien

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Erschienen in: onkologie heute

Ein 17-köpfiges amerikanisches Team rund um Erstautorin Stéphanie Gaillard veröffentlichte unlängst im Journal of Clinical Oncology die Aktualisierung der ASCO-Leitlinien. Das Ziel: Die Bereitstellung aktualisierter Leitlinien zur neoadjuvanten Chemotherapie (NACT) und primären zytoreduktiven Chirurgie (PCS) bei Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom (epitheliales Ovarialkarzinom [EOC]) im Stadium III–IV. Ein multidisziplinäres Expertengremium hat die systematische Übersichtsarbeit einberufen und aktualisiert. 61 Studien bilden die Evidenzbasis.

Hier die Empfehlungen im Überblick: Patientinnen mit Verdacht auf EOC im Stadium III–IV sollten von einem gynäkologischen Onkologen untersucht werden. Hierzu gehört die Feststellung des Krebsantigen 125, eine Computertomographie des Abdomens und Beckens sowie eine Thorax-Bildgebung. Allen Patientinnen mit EOC sollten bei der Diagnose keimbahngenetische und somatische Tests angeboten werden. Für Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem EOC, die für eine Operation geeignet sind und eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine vollständige Zytoreduktion haben, wird eine PCS empfohlen. Für Patientinnen, die für eine PCS geeignet sind, aber deren vollständige Zytoreduktion als unwahrscheinlich gilt, wird eine NACT empfohlen. Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem EOC und hohem perioperativem Risikoprofil sollten eine NACT erhalten.

Vor der NACT sollte bei Patientinnen eine histologische Bestätigung eines invasiven Ovarialkarzinoms vorliegen. Für die NACT wird ein Platin-Taxan-Dublett empfohlen. Bei Patientinnen mit Ansprechen auf Chemotherapie oder stabilem Krankheitsverlauf sollte nach ≤ vier NACT-Zyklen eine Intervall-Zytoreduktion (ICS) durchgeführt werden. Bei Patientinnen im Stadium III, gutem Allgemeinzustand und ausreichender Nierenfunktion, die mit NACT behandelt werden, kann während der ICS eine hypertherme intraperitoneale Chemotherapie angeboten werden. Nach der ICS sollte die Chemotherapie im Rahmen eines sechszyklischen Behandlungsplans fortgesetzt werden, optional mit der Gabe von Bevacizumab. Patienten mit endokrinem Verschluss (EOC) sollten von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zugelassene Erhaltungstherapien angeboten werden. Bei Patientinnen mit progredienter Erkrankung unter NACT sollte die Diagnose durch eine Gewebebiopsie bestätigt werden. Patientinnen ohne vorheriges umfassendes genetisches oder molekulares Profiling sollten Tests angeboten werden. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören alternative Chemotherapieschemata, die Einbeziehung in klinische Studien und/oder die Einleitung einer palliativen Versorgung.

Quelle: Gaillard S et al.: Neoadjuvant chemotherapy for newly diagnosed, adavanced ovarian cancer: ASCO Guidline update. Practice Guideline. J Clin Oncol 2025;43(7): 868-91. doi: 10.1200/JCO-24-02589. Epub 2025 Jan 22

Bilderquelle: © Kiattisak – Adobe Stock

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