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Outdoor-Berufe erhöhen Melanomrisiko im Gesicht stark

Sonne an einem klaren Himmel.

Quelle: © rangizzz – stock.adobe.com

Outdoor-Berufe erhöhen Melanomrisiko im Gesicht stark

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: ärztliches journal onkologie

Eine neue Studie zeigt, dass Menschen mit Outdoor-Berufen doppelt so häufig Gesichtsmelanome entwickeln, wie Personen, die überwiegend in Innenräumen arbeiten. Gezielte Prävention und bessere Aufklärung sind dringend erforderlich.

Mit den ersten sonnigen Tagen im Frühjahr steigt auch die Belastung durch ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) – und damit das Risiko für Hautkrebs. Besonders betroffen sind Menschen, die beruflich viel Zeit im Freien verbringen. Eine jetzt publizierte Studie mit 406 Patientinnen und Patienten mit schwarzem Hautkrebs (Melanom) zeigt deutlich: Menschen mit Outdoor-Berufen haben ein erhöhtes Risiko, vor allem für Tumore im Gesicht. Während weißer Hautkrebs für Personen in Freiluft-Arbeit als Berufserkrankung anerkannt ist, gilt das für schwarzen Hautkrebs aufgrund nicht ausreichender Daten bisher nicht.

Bei Beschäftigten mit regelmäßiger Tätigkeit im Freien traten mehr als doppelt so häufig Melanome im Gesicht auf wie bei Personen, die überwiegend in Innenräumen arbeiten. Zudem zeigte sich eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je länger Menschen im Laufe ihres Berufslebens der Sonne ausgesetzt waren, desto höher war ihr Risiko. Personen mit Gesichtsmelanomen hatten im Schnitt doppelt so lange im Freien gearbeitet wie Betroffene mit Tumoren an anderen Körperstellen.

Dagegen zeigt die UV-Belastung in der Freizeit in dieser Analyse keinen signifikanten Einfluss auf das Risiko für Gesichtsmelanome. Entscheidend scheint vielmehr die regelmäßige, beruflich bedingte Sonnenexposition zu sein – etwa in Berufsfeldern wie Bau, Landwirtschaft oder Gartenbau.

Besorgniserregend ist das geringe Risikobewusstsein: Mehr als die Hälfte der Befragten wusste vor der Diagnose nicht, dass UV-Strahlung Hautkrebs verursachen kann. Passend zu diesem Befragungsergebnis gaben lediglich fünf Prozent der im Freien tätigen Personen an, regelmäßig Sonnenschutz zu verwenden, während 56 Prozent diesen selten oder nie einsetzen.

Susanne Dugas-Breit, Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Dermatologin in der Klinik für Medizinische Onkologie, Universitätsklinikum Heidelberg, NCT Heidelberg, ist Erstautorin der Publikation. Sie sagt: „Bei Menschen, die täglich im Freien arbeiten, wird die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Maximaldosis an UV-Strahlung regelmäßig um das Fünffache überschritten. So deutlich werden die Grenzwerte für keinen anderen krebserregenden Einfluss bei beruflicher Tätigkeit verletzt. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für die Risiken zu stärken und einfache Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.“

In Deutschland arbeiten ungefähr zwölf Prozent der Beschäftigten überwiegend im Freien – das entspricht 5,5 Millionen Menschen. Ihre jährliche UV-Exposition kann deutlich höher sein als die von Beschäftigten in Innenräumen. Fachleute sehen daher dringenden Handlungsbedarf: Präventionsangebote und Aufklärungskampagnen müssen gezielt auf das Risiko dieser Berufsgruppen zugeschnitten werden.

Konkrete Gegenmaßnahmen sind beispielsweise das Beschatten des Arbeitsplatzes mit Sonnensegeln, wenn möglich, textiler Schutz wie das Tragen von Kopfbedeckungen mit breiter Krempe und langärmeliger Kleidung sowie die Anwendung von Sonnenschutzpräparaten mit hohem Lichtschutzfaktor. Ziel ist es, Hautkrebs frühzeitig vorzubeugen und so die Zahl der Erkrankungen langfristig zu senken.

Originalpublikation: Dugas-Breit S, Hassel JC, Dugas M, Schulze HJ. Outdoor work as risk factor for facial melanoma: UV exposure, risk awareness, and occupational relevance. J Dtsch Dermatol Ges. 2026

Quelle: Pressemitteilung Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

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