Onkologie » Sonstiges

»

So koordinieren Immunzellen die Abwehr von Infektionen und Krebs

So koordinieren Immunzellen die Abwehr von Infektionen und Krebs

Aktuelles

Onkologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Ein interdisziplinäres Forschungsteam, bestehend aus Expert*innen des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), des Max Delbrück Center, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Heidelberg Institute for Stem Cell Technology and Experimental Medicine (HI-STEM) sowie der Queen Mary University of London, UK, hat eine neuartige Methode zur Analyse der Kommunikation zwischen Immunzellen entwickelt. Mit dieser Technologie lässt sich nachvollziehen, wie Immunzellen gemeinsam Virusinfektionen bekämpfen, welche Störungen zu Autoimmunerkrankungen führen und weshalb Immuntherapien bei einigen Patient*innen erfolgreich sind, während sie bei anderen keine Wirkung zeigen.

Das Immunsystem erkennt und bekämpft Infektionen sowie Krebszellen mithilfe eines komplexen Zusammenspiels spezialisierter Immunzellen. Gerät diese Kommunikation aus dem Gleichgewicht, können Krankheiten entstehen. Krebszellen nutzen gezielte Strategien, um den Informationsfluss im Immunsystem zu stören und so der Abwehr zu entgehen. Moderne Immuntherapien setzen genau hier an und verbessern die Kommunikation zwischen Immunzellen, wodurch sie die Behandlung bestimmter Krebsarten revolutioniert haben. Allerdings wirken diese Therapien nicht bei allen Patient*innen gleich gut, und bislang gibt es keine zuverlässigen Methoden, um den Therapieerfolg individuell vorherzusagen.

Neue Technologie für personalisierte Immuntherapien

Das Forschungsteam hat eine innovative Methode entwickelt, mit der Millionen Zell-Zell-Interaktionen schnell und effizient analysiert werden können – sowohl im Labor als auch in der Klinik. Diese Entwicklung wurde durch die enge Zusammenarbeit von Expert*innen aus Medizin, Informatik und Biowissenschaften ermöglicht.

Mit der neuen Technologie können die Forscher*innen untersuchen, wie Immuntherapien auf zellulärer Ebene wirken und sogar vorhersagen, welche Patient*innen besonders davon profitieren. Zudem lassen sich damit erstmals detaillierte Karten der Immunzellnetzwerke erstellen, die zeigen, wie das Immunsystem bei Infektionen und Autoimmunerkrankungen zusammenarbeitet. Das Team arbeitet nun daran, diese Erkenntnisse gemeinsam mit klinischen Partnern in die medizinische Praxis zu übertragen, um Therapien individueller und zielgerichteter einsetzen zu können.

Originalpublikation: Vonficht D, Jopp-Saile L, Yousefian S et al. Ultra-high-scale cytometry-based cellular interaction mapping. Nat Methods 2025

Quelle: Pressemitteilung des Berlin Institue of health © Charité

Bilderquelle: © Corona Borealis – Adobe Stock

Weitere Beiträge zu diesem Thema

ki-modell-blutkrebsdiagnostik-cytovi-forschungsteam-labor

Vereinfachter Blutkrebs-Diagnose durch KI-Modell

Aktuelles

Neues open-sources KI-Modell soll die standardisierte Analyse klinischer Routinedaten erleichtern. Das Modell erkennt Krebszellen automatisch und reduziert die händische Auswertung.

Onkologie

Hämatoonkologie

Allgemeine Aspekte

Beitrag lesen
Tablet mit der leuchtenden Aufschrift RHABDOMYOSARCOMA und daneben ein Stethoskop auf dunkler Tischoberflaeche

Neuer Therapieansatz beim embryonalen Rhabdomyosarkom

Aktuelles

Rhabdomyosarkome sind mesenchymalen Ursprungs und ähneln Skelettmuskelzellen. Sie gehören zu den häufigsten Weichteilsarkome bei Kindern.

Onkologie

Sarkome

Weichteilsarkome

Beitrag lesen
Aerztin in Schutzkleidung und FFP2-Maske verabreicht einem jungen Patienten im Krankenhausbett eine Infusion mit genveraenderten Stammzellen

Erstmals erfolgreiche Behandlung mit CRISPR-Therapeutikum

Aktuelles

Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie, der im Zuge der Standardtherapie das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel erhalten hat. Das Medikament ist das erste zugelassene CRISPR-Therapeutikum.

Onkologie

Hämatologie

Beitrag lesen