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Therapeutische Fortschritte beim SCLC und NSCLC 

Illustration eines menschlichen Brustkorbs mit Fokus auf einem Tumor in der Lunge.

Therapeutische Fortschritte beim SCLC und NSCLC 

Fachbeitrag

Onkologie

Lungenkarzinom

3 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Anfang April 2025 fand der 65. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) statt, zu dem ca. 4200 Teilnehmer nach Leipzig anreisten. An 4 Tagen wurden in mehr als 100 Symposien und Postersitzungen aktuelle pneumologische Themen präsentiert. Zur Thoraxonkologie wurden neue Studienergebnisse sowie die aktualisierte S3-Leitlinie zum Lungenkarzinom vorgestellt. 

Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC), an dem jährlich in Deutschland bis zu 8000 Menschen erkranken, stellt 12–15 % aller Lungenkarzinome. Aufgrund seiner hohen Zellteilungsrate und der raschen Wachstumsprogredienz sowie der meist späten Diagnose im Stadium „extended disease“ (ED) ist die Prognose der Betroffenen mit einem 5-Jahresüberleben von ca. 8 % über alle Stadien „katastrophal“, erinnerte Prof. Dr. Claas Wesseler, Hamburg.  

SCLC: Chemoimmuntherapie in der Erstlinie  

Nach über 25 Jahren therapeutischer Stagnation ist heute im Stadium ED die Chemoimmuntherapie (CIT) über 4–6 Zyklen mit anschließender Immun-Erhaltungstherapie neuer Standard in der Erstlinie. Dieser Fortschritt beruht auf den Studien IMpower 133 mit Carboplatin/Etoposid plus Atezolizumab und CASPIAN mit Platin/ Etoposid plus Durvalumab, in denen übereinstimmend ein rund 2-monatiger Vorteil im Gesamtüberleben (OS) auf insgesamt 12–13 Monate im Vergleich zur Chemotherapie allein erreicht wurde. Wesseler wertete dieses Ergebnis als „Meilenstein“, wies jedoch darauf hin, dass auch unter CIT ein Großteil der Patienten nach wenigen Monaten einen Progress erleidet und eine sehr ungünstige Prognose aufweist. Rund 10–15 % der Patienten bleiben jedoch langfristig in Remission. Laut einer exploratorischen Analyse der CASPIAN-Studie handelt es sich überwiegend um Patienten mit dem nicht-neuroendokrinen Subtyp YAP1, bei denen sich das mediane OS über 17,6 Monate erstreckt. Bei Patienten, die nach Ende der Immuntherapie ein längeres therapiefreies Intervall (TFI) haben, kann eine Re-Induktion mit der CIT oder Platindoublette initiiert werden, die meist noch einmal zu einem Ansprechen führt. Bei kurzem TFI von maximal 3 Monaten wird in der Zweitlinie meist Topotecan eingesetzt. Wesseler bezeichnete die Zweitlinientherapie des SCLC weiterhin als „frustrierend“; allerdings laufen hier zahlreiche Studien. So wurde Lurbinectedin erfolgreich geprüft, das als Zytostatikum an die DNA bindet und die Transkription und damit die Zellteilung verhindert. Ersten Daten zufolge wird mit der Substanz eine ausgeprägte Tumorschrumpfung mit einer Tumorkontrollrate von fast 70 % erreicht – ein Ergebnis, das Wesseler für das metastasierte SCLC als „extrem gut“ wertete. Lurbinectedin ist allerdings in Europa bislang nur in der Schweiz zugelassen. Außerdem wurde mit Tarlatamab ein bispezifischer Antikörper entwickelt, der gleichzeitig an das CD3-Oberflächenprotein auf T-Zellen und an den hauptsächlich beim SCLC exprimierten Delta-ähnlichen Liganden 3 (DLL3) bindet und so Tumorund Immunzellen zusammenführt. In einer Studie wurden ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von 5 Monaten und ein OS von ca. 14 Monaten erreicht. 

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Bilderquelle: © Dr._Microbe – stock.adobe.com)

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