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Welchen Nutzen hat die ePA für die Forschung? 

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Welchen Nutzen hat die ePA für die Forschung? 

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Die elektronische Patientenakte (ePA) soll seit dem 15.1.2025 für alle gesetzlich Versicherten verfügbar sein, die Ärzteschaft unterstützen und Forschung möglich machen. Doch: Welchen Wert haben ihre Daten für die Forschung?  

Neben Benefits im klinischen Behandlungsalltag sollen die Daten auf Grundlage des im März 2024 in Kraft getretenen Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) auch für Forschungsprojekte genutzt werden. Pseudonymisierte Gesundheitsdaten sollen im neu eingerichteten Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verwaltet werden. Forschende können dort einen Antrag stellen und erhalten dann Zugriff auf die Daten, die sie für ihre Forschungsfrage benötigen.  

In anderen europäischen Ländern werden Gesundheitsdaten schon länger für Forschungszwecke genutzt, beispielsweise in Finnland und dem Vereinigten Königreich. Dort können Forschende etwa epidemiologische Daten über die Gesamtbevölkerung ableiten und damit z.B. den Einfluss verschiedene Faktoren auf Krankheitsinzidenzen erforschen. Auch wäre es denkbar, die Wirkung von Medikamenten zu untersuchen. 

Prof. Dr. Benedikt Brors (Leiter der Abteilung Angewandte Bioinformatik, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Heidelberg): 

Verfügbare Daten und mögliche Forschungsvorhaben mit der ePA 

„Die ePA würde es ermöglichen, auf Daten aus allen Sektoren der medizinischen Versorgung zugreifen zu können. Viele Krankheiten werden sektorübergreifend behandelt, also zum Beispiel durch Krankenhäuser der Maximalversorgung, regionale Krankenhäuser, niedergelassene Fach- und Hausärzte. Ein gutes Beispiel wären PSA-Werte (prostataspezifisches Antigen, Laborwert; Anm. d. Red.) in der Nachsorge des Prostatakarzinoms; ein plötzlicher Anstieg zeigt ein Wiederauftreten beziehungsweise Weiterwachsen der Krebszellen an. Aktuell hat ausschließlich der Patient den Überblick über alle durch Blutuntersuchungen gewonnenen PSA-Werte, da diese von jeweils verschiedenen Versorgern erhoben werden – zum Beispiel im Krankenhaus bei Nachsorge-Untersuchungen, bei Urologen und bei Hausärzten. Die ePA würde die Möglichkeit bieten, eine vollständige Übersicht über die erhobenen Werte im Zeitverlauf anzuschauen, um so zum Beispiel die Wirksamkeit verschiedener Therapien zu beurteilen. Das ermöglicht es, Hypothesen zu generieren, die dann in klinischen Studien getestet werden können.“ 

Limitationen der Daten

„Die Limitationen ergeben sich daraus, dass die Daten aus der Versorgung stammen und damit nicht den gleichen hohen Standard wie in klinischen Studien aufweisen. Außerdem sind manche Befunde nur im Kontext anderer Befunde nützlich: Eine Röntgen-Thorax-Aufnahme etwa kann nur interpretiert werden, wenn auch bekannt ist, ob der Patient Fieber und Husten hat, Raucher ist, an Gewichtsverlust leidet oder Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen hat, und auch festgehalten ist, aus welchem Grund eine Röntgenuntersuchung stattgefunden hat. Die Daten sind aber für sogenannte ‚Real-World‘-Analysen sehr wertvoll, da nicht zu allen Fragestellungen klinische Studien durchgeführt wurden oder solche Studien dazu überhaupt möglich sind. Beispielsweise haben wir sehr wenig Daten zu Patienten mit Krebserkrankungen, die über 80 Jahre alt sind, da sie kaum in klinische Studien eingeschlossen werden.“ 

Science Media-Center Deutschland/red 

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