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VM Retina Meeting 2026: Münchner Gipfeltreffen der vitreoretinalen Chirurgie

Live OP an Baby bei VM Retina Meeting

Quelle: Röll Media

VM Retina Meeting 2026: Münchner Gipfeltreffen der vitreoretinalen Chirurgie

Kongress

Ophthalmologie

Hinterer Augenabschnitt

mgb medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

Vom 16. bis 18. April 2026 verwandelte sich das Infinity Hotel in Unterschleißheim zum Zentrum eines Austauschs der internationalen Spitzenmedizin: Über 700 Teilnehmende aus 45 Ländern folgten der Einladung in den Münchner Norden, um sich zum State of the Art der vitreoretinalen Chirurgie auszutauschen und OP-Techniken der Zukunft zu diskutieren.

Es war das zweite Mal, dass das VM Retina Meeting stattfand, welches 2024 in Verona ins Leben gerufen wurde und in Zukunft alle zwei Jahre zwischen Italien und München pendeln wird. Als Gastgeber fungierten dabei Prof. Dr. Siegfried Priglinger (Augenklinik, LMU Klinikum München) und Dr. Grazia Pertile (Sacro Cuore – Don Calabria Hospital, Verona), die bei der Auswahl der Speaker und Themen für die Panels von hochkarätigen Helfern unterstützt wurden. Mit dem interaktiven Konferenzkonzept führen sie den internationalen Austausch fort, der seit 2008 von Prof. Claus Eckardt unter dem Namen Frankfurter Retina Meeting veranstaltet worden war.

Hochkarätige Panels und Live-Surgery

Das VM Retina Meeting 2026 gelang zu einem absoluten Highlight der klinischen und wissenschaftlichen Vorträge, dank seiner hervorragend strukturierten Panels mit hoher Geschwindigkeit und Informationsdichte. Im Talkshow-Format stellten führende ExpertInnen jeweils ihren Themenbereich vor, präsentierten ausgewählte Fälle und diskutierten darüber. Über allem stand die Frage: Was funktioniert am besten und in welcher Situation? Mit welchen Kniffen konnten Komplikationen und schwierige Fälle gelöst werden?

Das Konferenz-Konzept zielte auf maximale Interaktivität ab. In mehreren Sessions durfte das Auditorium abstimmen zur Frage: „Was hätten Sie getan?“ Der Saal war deshalb immer gut gefüllt und die Teilnehmenden hochinvolviert.

Höchstes Interesse fand die Live-Surgery am Freitagvormittag. Hier wurden vier Stunden lang Eingriffe aus acht OP-Sälen übertragen (Essen, Sulzbach, Leuven, Ferrara, Rom, Hongkong und München). Und auch hier stand ein Expertenpanel bereit, um die Operateure zu interviewen und das Geschehen zu kommentieren.

Zukunftstechnologie im Vergleich

Ein weiterer Baustein, der hohes Interesse fand, waren die Vergleiche zwischen technischen Tools – und die Aussicht auf Innovationen der Zukunft: Drei verschiedene KI-Systeme analysierten jeweils einen Fall von trockener und feuchter AMD. Bildgebungsinstrumente wie Head-Mounted Displays und Super-Widefield-Visualization wurden vorgestellt und verglichen.

Das futuristischste Panel widmete sich der Robotik, wo die Entwickler verschiedener Systeme zu Wort kamen. Mit einem First-in-Man-Einsatz und der Markteinführung ihrer Produkte rechnen sie innerhalb der nächsten 3 bis 5 Jahre. Zunächst werde es darum gehen, dass Roboter die Hand des Chirurgen ersetzen, Tremor vermeiden und höhere Präzision ermöglichen. Die größte Limitation der Technologie sei, dass sie keine menschliche Empfindungsfähigkeit besitze. Robotersysteme würden in Zukunft stets unter Aufsicht eines Chirurgen arbeiten. Dass sie einfache Eingriffe wie z.B. eine Katarakt-OP eigenständig durchführen könnten, werde in etwa zwanzig Jahren real sein.

Industrieausstellung und „Oktoberfest-Abend“

Im Rahmen der begleitenden, sehr hochkarätigen Industrieausstellung konnte man OP-Technologie in Simulation ausprobieren und zahlreiche Instrumentarien testen. Auch ein Social Event durfte nicht fehlen: Gefeiert wurde im Oktoberfest-Stil im Augustinerkeller – und so mancher Münchner zog dazu stilecht die Lederhosen an.

Text von Rosemarie Frühauf.

Erschienen in Concept Ophthalmologie 4_26

Foto: © Röll Media


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