Die Haut ist unser größtes Organ. Sie ist Schutzschild, Sinnesorgan und Kommunikationsfläche und sie leidet als erstes unter den Folgen der Klimakrise. Hitze, UV-Strahlung, Luftverschmutzung durch Feinstaub, Trockenheit, Chemikalien wie Mikro- und Nanoplastikplastik sowie psychische Belastungen setzen ihr zunehmend zu. Kinder mit ihrer empfindlichen Haut sind besonders betroffen.
In den letzten Jahrzehnten hat die Zunahme der UV-Strahlung infolge des Klimawandels zu einem deutlichen Anstieg der Sonnenbrände geführt. 2024 hatten 49 % der Deutschen mindestens einen Sonnenbrand. Davon waren 70 % in der Altersgruppe 18–34 Jahre. Der Schutz vor schädlicher Strahlung ist vor allem für Kinder entscheidend, denn ihre Haut ist dünner und empfindlicher und verfügt über weniger natürliche Schutzmechanismen. Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko drastisch, später an Hautkrebs zu erkranken.
Doch nicht nur die Sonne macht der Haut zu schaffen. Feinstaubpartikel wie Nanoplastik sind von einer bestimmten Partikelgröße an in der Lage, durch die Haut einzudringen und stehen im Verdacht Entzündungsreaktionen zu fördern. Studien weisen nach, dass in Mikro- bzw. Nanoplastikteilchen über 16.000 darin befindliche, teils noch durch Studien unerforschte Chemikalien enthalten sind, die entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte verschlimmern oder die Entstehung von Akne begünstigen können. Einige dieser Chemikalien haben überdies hormonelle Eigenschaften mit Einfluss auf das Verhalten, Minderung der Fortpflanzungsfähigkeit und die Entstehung von Krebs. Und – oft weniger im Fokus, aber hochrelevant: Ein Teil dieser und weiterer gesundheitsschädlicher chemischer Stoffe wie z. B. giftige Azofarbstoffe können auch in Rezepturen von Pflegeprodukten und Sonnencremes enthalten sein.
Auch die Psyche der Kinder nimmt Schaden. Immer häufiger berichten Jugendliche mit Hauterkrankungen von Stress, Sorgen um die Zukunft und Klimaangst. Diese psychischen Belastungen können Entzündungsprozesse verstärken, das Hautbild als „Spiegel der Seele“ verschlechtern und die Beeinträchtigung des seelischen Wohlbefindens verstärken.
(Autor*innen: Susanne Saha, Christina Hecker AG Dermatologie bei KLUG e.V. und Vera Dreher, Christof Wettach bei AG Pädiatrie KLUG e.V.)
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