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Intrakranielle Kolloidzysten in der pädiatrischen Population

3D-Illustration eines Gehirns vor weißem Hintergrund

Quelle: © peterschreiber.media – stock.adobe.com

Intrakranielle Kolloidzysten in der pädiatrischen Population

Fachbeitrag

Paediatrie

Chirurgie & Orthopädie

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: pädiatrische praxis

Kolloidzysten im Kindesalter sind extrem selten, können jedoch durch eine akute Liquorabflussstörung einen lebensbedrohlichen Hydrozephalus verursachen. Der Beitrag beleuchtet Klinik, Diagnostik und Therapieoptionen dieser seltenen intrakraniellen Läsion bei Kindern und zeigt, dass die endoskopische Resektion heute als sicheres, minimalinvasives Standardverfahren mit hervorragender Prognose und geringer Shuntpflichtigkeit gilt.

Zusammenfassung

Kolloidzysten des dritten Ventrikels sind gutartige, bei Kindern jedoch äußerst seltene intrakranielle Läsionen. Sie können asymptomatisch bleiben oder durch eine Liquorabflussstörung einen akuten Hydrozephalus mit potenziell lebensbedrohlichem Hirndruck verursachen. Klinisch reicht die Symptomatik von Kopfschmerzen und Sehstörungen bis zu Bewusstseinsverlust und Koma. Die Diagnose erfolgt mittels kranialer MRT, wobei Signalintensität und Zystengröße stark variieren und mit dem Risiko eines Hydrozephalus korrelieren. Eine augenärztliche Untersuchung kann ein Papillenödem nachweisen und die Operationsindikation auch ohne bildgebenden Hydrozephalus begründen. Asymptomatische Zysten können zunächst bildgebend kontrolliert werden, eine operative Therapie ist bei Symptomatik oder Größenzunahme indiziert. Die endoskopische Resektion über den Kocher‘schen Punkt gilt als Standardverfahren, da sie minimalinvasiv ist und gute funktionelle Ergebnisse bietet; alternativ können mikrochirurgische Zugänge gewählt werden. Postoperativ liegt die Rate einer dauerhaften Liquorableitung (Shuntpflichtigkeit) bei 0–7,7%, mit niedrigeren Raten nach endoskopischer Operation. Die Langzeitprognose ist insgesamt günstig, mit geringen Rezidivraten und deutlicher Symptomverbesserung. Insgesamt zeigen pädiatrische Patientinnen und Patienten nach operativer Behandlung sehr gute funktionelle und neurologische Ergebnisse.

(V. M. Butenschoen, B. Meyer)

Lesen Sie den Originalbeitrag zu diesem Thema in pädiatrische praxis 103/4 (2025).

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