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Leukämie: Neue Zelltherapie gegen Rückfälle nach Stammzelltransplantation

Mädchen mit Leukämie trägt ein Kopftuch und hält einen Teddybär

Quelle: © Alexis Scholtz/peopleimages.com – stock.adobe.com

Leukämie: Neue Zelltherapie gegen Rückfälle nach Stammzelltransplantation

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: pädiatrische praxis

Bei Hochrisiko-Leukämien wird meist eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation eingesetzt. Die gesunden Blutstammzellen ersetzen entartete Blutzellen und für das Immunsystem ist es wieder möglich, Krebszellen zu kontrollieren. Empfängerinnen und Empfänger können nach der Stammzelltransplantation zusätzlich Spenderlymphozyten erhalten. Diese fördern den Aufbau eines neuen Immunsystems, das verbliebene Tumorzellen vernichtet. Diese Strategie birgt jedoch das Risiko, dass Spenderlymphozyten das Gewebe der Empfängerin bzw. des Empfängers angreifen oder ein Rückfall auftritt, wenn nicht alle Tumorzellen vollständig beseitigt wurden. Die Behandlungsoptionen sind dann stark limitiert. Entscheidend ist daher die Stabilisierung des Transplantationserfolgs und die Prävention eines Rückfalls.

Optimierte Immunzellpopulation

Ein Team um Prof. Dr. Eva Rettinger von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Frankfurt hat nun in einer frühen klinischen Studie eine von ihrer Arbeitsgruppe neu entwickelte Zelltherapie untersucht. Erste Studien in präklinischen Modellen und weiterführende Untersuchungen hatten bereits auf eine mögliche Verbesserung des Therapieerfolgs hingedeutet. Das Ziel der Forschung ist, die Nebenwirkungen zu reduzieren und gleichzeitig die antitumorale Wirkung der Spenderlymphozyten zu verstärken. Die Forschenden setzen dabei auf CIK-Zellen (Zytokin-induzierte Killerzellen) – eine durch gezielte Aktivierung in Kultur gewonnene Immunzellpopulation, die immunologische T-Zell-Eigenschaften und den natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) ähnelnde leukämiezellschädigende Eigenschaften vereint. Die Forschenden stellten fest, dass eine Stimulation mit Interleukin-15 gegenüber dem konventionell verwendeten IL-2 deutliche Vorteile hinsichtlich Vermehrung, ihres Überlebens und der leukämiezellschädigenden Wirkung bietet.

Multizentrische Studie mit 53 Patientinnen und Patienten

Die nun im Journal of Clinical Oncology veröffentlichte Phase-I/II-Studie umfasste 53 Patientinnen und Patienten, darunter mehrfach stammzelltransplantierte Kinder. Die Therapie wurde an fünf Studienzentren durchgeführt. In der Studie zeigten sich die Sicherheit und die Wirksamkeit der IL-15-aktivierten CIK-Zellen: Die Zellgabe verhinderte abhängig von Schweregrad und Ausmaß der Erkrankung bei Therapiebeginn ein Wiederauftreten der Leukämie über längere Zeiträume. Dabei traten deutlich weniger schwerwiegende Nebenwirkungen auf als unter Einsatz herkömmlicher Spenderlymphozyten in diesem Hochrisiko-Setting.

Ausblick

„Die Ergebnisse dieser frühen klinischen Studie stimmen uns hoffnungsvoll, dass der Einsatz von IL-15-aktivierten CIK-Zellen künftig als alternative Behandlungsoption zur konventionellen Lymphozytengabe das Risiko eines Wiederauftretens der Leukämie nach einer Stammzelltransplantation deutlich verringern kann. Unser Zellprodukt hat sich in dieser frühen Phase als sicher und wirksam in der Anwendung beim Menschen erwiesen, sodass nun weitere klinische Studien mit einer größeren Zahl von Patientinnen und Patienten vorbereitet werden können.“

Prof. Dr. Eva Rettinger, Advanced Clinician Scientist und Oberärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Frankfurt

Quelle: Pressemitteilung der Universitätsmedizin Frankfurt vom 9.4.2026

Originalpublikation: Rettinger E, Heckl D, Hutter M, Salzmann-Manrique E, Luedtke M, Huenecke S, et al. First-in-Human Study of IL15-Activated Cytokine-Induced Killer Cells After Allogeneic HCT Shows Durable Remission and Serotherapy-Associated Immune Reconstitution in Leukemia. J Clin Oncol 2026 Apr 6: JCO2501966. doi: 10.1200/JCO-25-01966. Epub ahead of print.

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