Paediatrie » Endokrinologie und Stoffwechsel » Endokrinologie

»

Mukoviszidose-Forschung: Einfluss der Komplexallele im Fokus

Ein Tablet mit dem Text Mukoviszidose auf dem Display

Quelle: © Zerbor – stock.adobe.com

Mukoviszidose-Forschung: Einfluss der Komplexallele im Fokus

Aktuelles

Paediatrie

Endokrinologie und Stoffwechsel

Endokrinologie

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: pädiatrische praxis

Leipziger Forschungsteam untersucht die Rolle von Komplexallelen bei der Wirksamkeit von CFTR-Modulatoren. Nicht alle Patientinnen und Patienten mit Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) profitieren gleichermaßen von den modernen CFTR-Modulatortherapien. Ein Forschungsprojekt der Arbeitsgruppe um PD Dr. rer. nat. Julia Hentschel am Institut für Humangenetik der Universität Leipzig will nun klären, welche genetischen Faktoren für diese unterschiedliche Wirksamkeit verantwortlich sein könnten. Das Projekt wird mit 13.000 Euro vom Bundesverband Mukoviszidose e.V. unterstützt.

Komplexallele bleiben häufig unerkannt

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen sogenannte Komplexallele – mehrere Varianten auf derselben CFTR-Genkopie. Diese werden durch Routineverfahren wie das Neugeborenenscreening oft nicht erfasst. Dabei können sie sowohl die Funktionsfähigkeit des CFTR-Proteins als auch den Verlauf der Erkrankung und das Ansprechen auf Modulatoren wie Elexacaftor/Tezacaftor/Ivacaftor (ETI) maßgeblich beeinflussen.


Obwohl die neuen CFTR-Modulatoren bei der Mehrheit der Betroffenen zu deutlichen Verbesserungen führen – etwa beim Chloridtransport, den Schweißtestwerten, der Lungenfunktion und der Lebensqualität –, zeigt sich bei einem kleineren Anteil der Erkrankten ein weniger stark ausgeprägter Effekt. Diese Patientinnen und Patienten weisen beispielsweise kaum veränderte Schweißchloridwerte oder keine wesentliche Verbesserung der Lungenfunktion auf.

Genetische Analyse soll Komplexallele aufdecken

Das Leipziger Team kooperiert mit verschiedenen CF-Ambulanzen, um Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die nicht auf Modulatoren ansprechen. Eingeschlossen werden Menschen mit Mukoviszidose, bei denen unter ETI-Therapie der Schweißchloridwert um weniger als 10-15 mmol/l gesunken ist oder bei denen behandelnde Ärztinnen und Ärzte ein unzureichendes Therapieansprechen beobachten. Im Rahmen eines regulären Kontrolltermins werden zusätzliche Blutproben entnommen, aus denen die Forschenden DNA isolieren und auf Veränderungen im CFTR-Gen analysieren. Dabei soll ermittelt werden, ob es neben den bereits bekannten CFTR-Varianten weitere genetische Varianten gibt, die zur Mukoviszidose beitragen könnten.

Ergebnisse sollen eine stärker individualisierte Behandlung ermöglichen

„Ziel unseres Forschungsprojektes ist es, herauszufinden, wie viele Menschen mit Mukoviszidose Komplexallele haben. Es sollen die Ursachen dafür gefunden werden, warum die Behandlung bei verschiedenen Menschen unterschiedlich gut funktioniert.“
PD Dr. rer. nat. Julia Hentschel, Institut für Humangenetik der Universität Leipzig

Die Erkenntnisse könnten künftig dazu beitragen, Therapien stärker zu individualisieren und möglicherweise neue Behandlungsansätze zu entwickeln, um die Lebensqualität der Betroffenen weiter zu verbessern.

Quelle: Mukoviszidose Institut – gemeinnützige Gesellschaft für Forschung und Therapieentwicklung mbH (Pressemitteilung, 19.11.2025)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Mutter und Tochter werden von einer Kinderärztin beraten

G-BA führt neue U10 für Kinder von 9 bis 10 Jahren ein

Aktuelles

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Inhalte für eine neue U-Untersuchung für Kinder im Alter von 9 bis 10 Jahren beschlossen. Die neue U10 soll künftig die bisherige zeitliche Lücke zwischen der U9 um den fünften Geburtstag und der J1 im Alter von 12 bis 14 Jahren schließen.

Paediatrie

Allgemeinpädiatrie

Beitrag lesen
Mutter cremt Gesicht eines Kleinkinds mit Sonnencreme ein

Diese Umwelteinflüsse schädigen die Kindergesundheit

Aktuelles

Die Folgen des Klimawandels wirken sich auf die körperliche und psychische Gesundheit von Kindern aus. Die Haut ist einerseits Schutzschild, leidet andererseits aber besonders unter bestimmten Umwelteinflüssen. Kinderärztinnen und -ärzte sind aktuell aufgerufen, unter diesem Aspekt ihre Erfahrungen in einer Umfrage zur Nutzung von Pflegecremes in der pädiatrischen Versorgung einfließen zu lassen.

Paediatrie

Allgemeinpädiatrie

Beitrag lesen
Jugendlicher mit Mund-Nasen-Schutzmaske wird geimpft

Myokarditis – seltene, schwere Impfnebenwirkung?

Fachbeitrag

Myokarditis nach mRNA-SARS-CoV-2-Impfung im Kindesalter ist selten und betrifft vor allem männliche Jugendliche. Dieser Beitrag erläutert Evidenzlage und Ergebnisse des MYKKE-Registers (PedMYCVAC).

Paediatrie

Kardiologie

Beitrag lesen