Paediatrie » Kardiologie

»

Myokarditis – seltene, schwere Impfnebenwirkung?

Jugendlicher mit Mund-Nasen-Schutzmaske wird geimpft

Quelle: © Yurii Klymko – stock.adobe.com

Myokarditis – seltene, schwere Impfnebenwirkung?

Fachbeitrag

Paediatrie

Kardiologie

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: pädiatrische praxis

Evidenzlage und Ergebnisse des MYKKE-Registers nach SARS-CoV-2-Impfung (PedMYCVAC)

Myokarditis nach mRNA-SARS-CoV-2-Impfung im Kindesalter ist selten und betrifft vor allem männliche Jugendliche, meist wenige Tage nach der zweiten Dosis. Prospektive Daten aus dem MYKKE-Register (PedMYCVAC) zeigen keine schweren Krankheitsverläufe, jedoch finden sich bei einem Teil persistierende Symptome oder diagnostische Residuen im Verlauf. Der Beitrag ordnet epidemiologisches Risiko, Diagnostik, Verlauf und Nachsorge praxisnah ein.

Zusammenfassung

Myokarditis nach mRNA-Impfung gegen SARSCoV-2 ist eine seltene, aber klinisch relevante Nebenwirkung, die vor allem männliche Jugendliche wenige Tage nach der Impfung betrifft. Die Präsentation ist meist typisch mit Thoraxschmerz, Troponinerhöhung und EKG-Veränderungen; die kardiale MRT (Magnetresonanztomografie) spielt eine zentrale Rolle in der Diagnosesicherung.
Prospektive Daten aus dem MYKKE-Register zeigen ein konsistentes Bild: Der klinische Verlauf ist überwiegend mild ohne schwere Herzinsuffizienz oder Komplikationen.
Gleichzeitig wird deutlich, dass eine gute Prognose nicht gleichbedeutend mit vollständiger Normalisierung ist. Ein relevanter Anteil der Betroffenen zeigt im Verlauf persistierende Symptome oder bildgebende Residuen, insbesondere Late Gadolinium Enhancement in der kardialen MRT, bei gleichzeitig rückläufiger akuter Entzündung.
Im Vergleich zur klassischen Myokarditis sind schwere Verläufe deutlich seltener. Für die Praxis ergibt sich daraus eine klare Botschaft: beruhigende Prognose bei gleichzeitig konsequenter Nachsorge. Vor dem Hintergrund begrenzter Langzeitdaten ist zudem die weitere systematische Erfassung und Nachverfolgung betroffener Patientinnen und Patienten von zentraler Bedeutung.

Autorinnen und Autor: Dr. med. Nele Rolfs, Eicke Schwarzkopf, MA., PD Dr. med. Franziska Seidel (Deutsches Herzzentrum der Charité, Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie, Berlin; Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin)

Der Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in pädiatrische praxis 2026; 104 (4): 526–539.

ZUM VOLLSTÄNDIGEN ARTIKEL

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Kinderärztin untersucht Kleinkind, das am Schoß der Mutter sitzt

Antibiotische Therapie in der ambulanten Pädiatrie – Update 2026

Fachbeitrag

Über- und Fehlgebrauch von Antibiotika fördern Resistenzentwicklungen und erhöhen das Risiko unerwünschter Wirkungen. Die Arbeitsgruppe ABS ambulante Pädiatrie (ABSaP) aktualisiert und veröffentlicht regelmäßig praxisorientierte, evidenzbasierte Empfehlungen zur ambulanten antibiotischen Therapie häufiger Infektionserkrankungen im Kindes- und Jugendalter.

Paediatrie

Allgemeinpädiatrie

Beitrag lesen
Schlafender Junge mit Teddybär

Schlafstörungen bei Kindern: Wann ist eine Polysomnografie sinnvoll?

Fachbeitrag

Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter sind häufig. Zumeist können sie in der pädiatrischen Praxis durch Anamnese und anschließende Beratung diagnostiziert, begleitet und behandelt werden. In gewissen Fällen braucht es aber weiterführende Diagnostik.

Paediatrie

Neuropädiatrie

Neurologie

Beitrag lesen
Wissenschaftler berührt in einer Laborumgebung eine futuristische digitale Schnittstelle, die wissenschaftliche Symbole im Zusammenhang mit Mitochondrien und der zellulären Energieproduktion anzeigt.

Erste Therapie für seltene Erkrankung TK2d auf dem deutschen Markt verfügbar

Aus der Industrie

Ab sofort ist die erste und einzige Therapie für die ultra-seltene mitochondriale Erkrankung Thymidinkinase-2-Defizienz (TK2d) auf dem deutschen Markt verfügbar.

Paediatrie

Sonstiges

Weitere Themen

Beitrag lesen