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Neonatologie: Studie zu automatisierten Beatmungssystemen

Ein Frühgeborenes wird auf der Neonatologie am LMU Klinikum Großhadern überwacht

Quelle: © LMU Klinikum

Neonatologie: Studie zu automatisierten Beatmungssystemen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: pädiatrische praxis

Eine Studie mit Beteiligung des LMU Klinikums hat untersucht, ob sich Lungen- und Augenschäden bei extrem frühgeborenen Kindern durch den Einsatz automatisierter Beatmungssysteme reduzieren lassen.

Im Jahr 2023 kamen in Deutschland mehr als 4.000 Kinder als extrem Frühgeborene vor der vollendeten 28. Schwangerschaftswoche zur Welt. Ihre noch unreifen Lungen sind nicht in der Lage, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Eine Atemunterstützung ist daher unumgänglich. Doch die richtige Dosierung ist schwierig: Eine zu geringe Sauerstoffzufuhr führt zur Unterversorgung, eine zu hohe schädigt die Netzhaut und die Lunge, im schlimmsten Fall kann dies bis zur Erblindung oder zum Tod führen. „Die Gabe von Sauerstoff ist die häufigste Maßnahme bei dieser Patientengruppe. Trotzdem wissen wir kaum etwas über die optimale Dosis der Zufuhr“, so Prof. Dr. Andreas Flemmer, Leiter der Neonatologie am LMU Klinikum München Großhadern und der Haunerschen Kinderklinik.

Manuelle Anpassung an engen Zielbereich

Da Säuglinge oft sehr unregelmäßig atmen und Lungenbelüftung sowie -funktion schwanken, muss die Sauerstoffzufuhr kontinuierlich an die aktuelle Sauerstoffsättigung im Blut angepasst werden. Bislang geschieht dies manuell durch das Pflegepersonal – eine Herausforderung angesichts knapper Personalressourcen.

Über 1.000 Frühgeborene, mehr als 30 Kliniken

Eine großangelegte, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft herstellerunabhängig finanzierte Studie ging nun der Frage nach: Können Maschinen mit automatisierter digitaler Technologie die Einstellung der Sauerstoffzufuhr übernehmen und sowohl die Rate der Lungenprobleme als auch die Rate der Netzhautkomplikationen bei den Kindern reduzieren?

An der Studie war die Neonatologie der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums München maßgeblich beteiligt. Die Studie wurde mit mehr als 1.000 Säuglingen, geboren in der 23. bis 27. Schwangerschaftswoche, aus über 30 Kliniken in Deutschland und weltweit durchgeführt. Eine Gruppe der Säuglinge erhielt eine automatisierte Sauerstoffregelung, die andere die Routinebehandlung mit manueller Anpassung des Sauerstoffs.

Erkenntnisse aus der Studie: Der Blick ins Detail verändert das Bild

„In der Summe über alle Teilnehmer haben wir keinen statistisch deutlichen Effekt gesehen“, so Flemmer – weder weniger Lungenschädigungen noch weniger schwere Netzhautprobleme noch weniger Kinder, die an den Komplikationen ihrer Frühgeburtlichkeit sterben.
Erst die gerätespezifische Auswertung offenbarte einen bedeutsamen Unterschied, denn die an der Studie beteiligten Kliniken setzten drei verschiedene Beatmungsgeräte ein. Das an den Münchner Stationen verwendete System reduzierte gefährliche Lungenkomplikationen signifikant um 35 %. Dieses Ergebnis könnte die Weiterentwicklung der Algorithmen anderer Geräte anstoßen.
Darüber hinaus wurden in der Auswertung der Gesamtstudie keine nachteiligen Effekte der automatischen Sauerstoffregulation auf die kleinen Patientinnen und Patienten festgestellt.

„Man kann diese Technologie anwenden, was im klinischen Alltag die Pflegekräfte enorm entlastet, weil sie nicht mehr bei einem jedem Alarm die Sauerstoffzufuhr händisch nachregulieren müssen. Das macht jetzt die Maschine. Also eine lohnende, praxisverändernde Studie.“

Prof. Dr. Andreas Flemmer, Leiter der Neonatologie am LMU Klinikum München Großhadern und der Haunerschen Kinderklinik

Quelle: Pressemitteilung des Klinikums der Universität München vom 26.02.2026: Automatisierte Beatmungssysteme in der Neonatologie: Deutlicher Nutzen auf den zweiten Blick

Bild: Ein Frühgeborenes wird auf der Neonatologie am LMU Klinikum Großhadern überwacht. Quelle: Éva Gréta Schenkhut; © LMU Klinikum

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