Das Wichtigste in Kürze
Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffen das Herz und die Blutgefäße. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck, die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich über längere Zeit und bleiben zunächst unbemerkt.
Das persönliche Risiko hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Rauchen, Bewegung, Ernährung, Alter und familiäre Vorbelastung. Deshalb sollten einzelne Werte immer im Zusammenhang betrachtet werden. Eine Ärztin oder ein Arzt kann das Gesamtrisiko einschätzen und passende Maßnahmen empfehlen.
Anhaltender Druck im Brustkorb, plötzlich auftretende Atemnot, kalter Schweiß, eine neue Lähmung oder Sprachstörung können Warnzeichen sein. Warten Sie in solchen Fällen nicht ab, sondern wählen Sie im Zweifel sofort 112.
Was sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Herz und Blutgefäße
Das Herz pumpt Blut durch den Körper. Über die Blutgefäße gelangen Sauerstoff und Nährstoffe zu Organen und Geweben. Zugleich werden Abbauprodukte abtransportiert. Herz-Kreislauf-Erkrankungen können das Herz selbst, die Arterien oder Venen sowie die Blutversorgung einzelner Organe betreffen.
Der Begriff beschreibt deshalb keine einzelne Krankheit, sondern eine große Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen. Entsprechend können Beschwerden, Untersuchungen und Behandlungen sehr verschieden sein.
Die Rolle der Arteriosklerose
Eine wichtige Ursache vieler arterieller Erkrankungen ist die Arteriosklerose, die oft auch Gefäßverkalkung genannt wird. Dabei verändern sich die Wände der Arterien und es können sich Ablagerungen bilden. Dadurch werden die Gefäße enger und verlieren an Elastizität.
Je nachdem, welches Gefäß betroffen ist, kann die Durchblutung des Herzens, des Gehirns oder der Beine beeinträchtigt werden. Allerdings entstehen nicht alle Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf diese Weise.
Weitere Ursachen
Herzklappen können verengt oder undicht sein. Außerdem kann der Herzrhythmus aus dem Takt geraten oder der Herzmuskel an Kraft verlieren. Auch Blutgerinnsel können Gefäße plötzlich verschließen. Deshalb muss die jeweilige Erkrankung ärztlich eingeordnet werden.
Häufige Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Überblick
Die Tabelle zeigt wichtige Krankheitsbilder und typische Hinweise. Einzelne Beschwerden können jedoch verschiedene Ursachen haben und erlauben für sich allein keine sichere Diagnose.
Tabelle
| Erkrankung | Was geschieht dabei? | Mögliche Beschwerden oder Hinweise |
|---|---|---|
| Bluthochdruck | Der Druck in den Arterien ist über längere Zeit erhöht. | Oft zunächst keine spürbaren Beschwerden; dauerhaft können Gefäße und Organe belastet werden. |
| Koronare Herzkrankheit (KHK) | Verengte Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel schlechter mit Blut. | Druck oder Schmerzen in der Brust, häufig bei Belastung; teils Atemnot. |
| Herzinfarkt | Ein Herzkranzgefäß wird akut verschlossen; Herzmuskelgewebe erhält zu wenig Sauerstoff. | Anhaltender Brustschmerz oder Engegefühl, Atemnot, Übelkeit und kalter Schweiß. Notruf 112. |
| Schlaganfall | Ein Teil des Gehirns wird durch einen Gefäßverschluss oder eine Blutung geschädigt. | Plötzliche Sprach-, Seh- oder Bewegungsstörung. Sofort 112. |
| Herzschwäche | Das Herz kann den Körper nicht ausreichend mit Blut versorgen oder füllt sich nicht mehr ausreichend. | Atemnot, Müdigkeit und Flüssigkeitseinlagerungen können auftreten. |
| Herzrhythmusstörung / Vorhofflimmern | Die elektrische Erregung des Herzens ist gestört; der Puls kann zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig sein. | Herzklopfen, Schwindel oder Leistungsminderung. Vorhofflimmern kann das Schlaganfallrisiko erhöhen. |
| Herzklappenerkrankung | Eine Herzklappe ist verengt oder schließt nicht richtig. | Je nach Ausprägung lange keine Beschwerden, später etwa Atemnot oder verminderte Belastbarkeit. |
| PAVK | Verengte Arterien beeinträchtigen meist die Durchblutung der Beine. | Schmerzen beim Gehen, die in Ruhe nachlassen, sind möglich. |
| Lungenembolie | Ein Blutgerinnsel verschließt ein Gefäß in der Lunge. | Plötzliche Atemnot oder Brustschmerz sind mögliche Notfallzeichen. |
Ursachen und Risikofaktoren
Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben meist nicht nur eine Ursache. Vielmehr können mehrere Einflüsse zusammenwirken und das Risiko schrittweise erhöhen. Manche Faktoren lassen sich verändern, andere – etwa das Alter oder eine familiäre Veranlagung – nicht.
Auch ein gesunder Lebensstil kann eine Erkrankung nicht immer verhindern. Umgekehrt bedeutet ein einzelner Risikofaktor nicht, dass zwangsläufig eine Krankheit entsteht.
Veränderbare Risikofaktoren
Zu den beeinflussbaren Faktoren zählen Tabakkonsum, Bewegungsmangel, eine ungünstige Ernährungsweise, erhöhter Blutdruck, ungünstige Blutfettwerte, Diabetes und starkes Übergewicht. Außerdem kann ein hoher Salzkonsum den Blutdruck begünstigen.
Diese Faktoren wirken nicht bei allen Menschen gleich. Sie treten jedoch häufig gemeinsam auf. Deshalb ist es sinnvoll, mehrere Risikofaktoren im Blick zu behalten und nicht nur einen Einzelwert zu betrachten.
Rauchen schädigt Blutgefäße und erhöht das Risiko für Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall. Bewegungsmangel und eine dauerhaft unausgewogene Ernährung können wiederum Übergewicht, Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen fördern. Ein Rauchstopp und realistische Veränderungen im Alltag sind daher wichtige Schritte – auch wenn bereits eine Diagnose besteht.
Nicht oder nur begrenzt veränderbare Faktoren
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch eine familiäre Häufung kann auf ein erhöhtes Risiko hinweisen.
Zudem beeinflussen Lebensumstände und soziale Faktoren die Möglichkeiten, gesund zu leben oder medizinische Versorgung zu nutzen. Das ist kein Grund zur Resignation. Gerade dann können regelmäßige Kontrollen und die Behandlung beeinflussbarer Risiken hilfreich sein.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Symptome erkennen
Beschwerden können unterschiedlich sein
Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen zu Beginn keine oder nur unspezifische Beschwerden. Bluthochdruck bleibt häufig unbemerkt. Auch Vorhofflimmern kann ohne deutlich wahrnehmbare Symptome auftreten. Das Fehlen von Beschwerden schließt eine Erkrankung deshalb nicht sicher aus.
Blutdruck, Blutzucker und Blutfette lassen sich im Rahmen ärztlicher Untersuchungen überprüfen. Je nach betroffenem Organ können Warnzeichen jedoch unterschiedlich aussehen.
Mögliche Anzeichen
Brustenge bei körperlicher Belastung kann auf eine Durchblutungsstörung des Herzens hinweisen. Atemnot und Wassereinlagerungen können bei einer Herzschwäche vorkommen. Herzrasen, ein unregelmäßiger Puls, Schwindel oder Ohnmacht können mit einer Rhythmusstörung zusammenhängen.
Allerdings sind diese Beschwerden nicht eindeutig. Sie können auch andere Ursachen haben und sollten deshalb medizinisch eingeordnet werden.
Beschwerden, die Sie ärztlich besprechen sollten
Eine ärztliche Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn Beschwerden wiederkehren, neu auftreten oder zunehmen. Achten Sie insbesondere auf:
- Druck- oder Engegefühl im Brustkorb, vor allem bei Belastung.
- Zunehmende Atemnot, ungewöhnliche Erschöpfung oder neue Wassereinlagerungen an den Beinen.
- Wiederkehrendes Herzrasen oder einen unregelmäßigen Puls, besonders zusammen mit Schwindel.
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die nach einer Pause nachlassen, oder schlecht heilende Wunden.
Diese Hinweise erlauben keine Selbstdiagnose. Bei plötzlich starken Beschwerden, Atemnot in Ruhe, Ohnmacht oder neurologischen Ausfällen gilt weiterhin: sofort 112.
Akute Warnzeichen beim Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt kann sich durch starken oder anhaltenden Druck, Enge oder Schmerzen im Brustkorb bemerkbar machen. Die Beschwerden können in Arme, Rücken, Hals oder Kiefer ausstrahlen. Außerdem können Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß, Blässe oder starke Schwäche auftreten.
Bei Frauen können Atemnot, Übelkeit und Erbrechen besonders auffällig sein. Sie können auch ohne die erwarteten starken Brustschmerzen vorkommen. Deshalb sollte bei einem möglichen Herzinfarkt nicht abgewartet werden.
Akute Warnzeichen beim Schlaganfall
Ein Schlaganfall kann plötzlich zu einer hängenden Gesichtshälfte, Schwäche oder Taubheit an einem Arm oder Bein sowie zu Sprach- oder Verständnisproblemen führen. Auch Sehstörungen oder ausgeprägte Gleichgewichtsprobleme sind mögliche Warnzeichen.
Selbst wenn die Beschwerden wieder nachlassen, ist eine sofortige Abklärung wichtig. Rufen Sie 112 und teilen Sie mit, wann die Symptome begonnen haben oder wann die betroffene Person zuletzt ohne Beschwerden war.
Wichtige Krankheitsbilder näher erklärt
Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Arterien anhaltend erhöht. Eine einzelne Messung genügt in der Regel nicht, um die Diagnose sicher festzustellen. Werte können zum Beispiel durch Tageszeit, Anstrengung oder Aufregung schwanken.
Ärztinnen und Ärzte berücksichtigen deshalb wiederholte Messungen. Bei Bedarf empfehlen sie außerdem eine Selbstmessung zu Hause oder eine Langzeitmessung. Die diagnostische Einordnung und der passende Zielbereich hängen auch von der individuellen Situation ab.
Bluthochdruck verursacht oft lange keine eindeutigen Beschwerden. Unbehandelt kann er jedoch Blutgefäße und Organe belasten, darunter Herz, Gehirn und Nieren. Zu den möglichen Einflussfaktoren gehören Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Salzkonsum, Alkohol und erbliche Faktoren.
Die Behandlung kann Veränderungen des Lebensstils und – abhängig von Blutdruck, Begleiterkrankungen und Gesamtrisiko – Medikamente umfassen. Welche Therapie sinnvoll ist, wird gemeinsam mit der behandelnden Praxis festgelegt. Medikamente sollten Sie weder eigenständig beginnen noch absetzen. Regelmäßige Kontrollen helfen außerdem dabei, Wirkung und Verträglichkeit zu überprüfen.
Koronare Herzkrankheit (KHK) und Angina pectoris
Bei einer KHK sind die Herzkranzgefäße verengt. Diese Gefäße versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut. Häufig liegt eine Arteriosklerose zugrunde.
Reicht die Durchblutung bei körperlicher oder emotionaler Belastung vorübergehend nicht aus, kann ein Engegefühl oder Schmerz hinter dem Brustbein auftreten. Ärztinnen und Ärzte bezeichnen solche Beschwerden als Angina pectoris. Atemnot kann ebenfalls ein Anzeichen sein.
Bei einer stabilen Angina treten die Beschwerden oft in ähnlichen Situationen auf und gehen nach Ende der Belastung wieder zurück. Neue, stärkere, länger anhaltende oder bereits in Ruhe auftretende Brustbeschwerden können dagegen auf eine akute Verschlechterung hindeuten. Sie müssen dringend abgeklärt werden, weil ein Herzinfarkt drohen kann.
Im Zweifel gilt: 112.
Zur Behandlung gehören je nach Befund die Kontrolle von Risikofaktoren und Medikamente. Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten kann außerdem ein Kathetereingriff oder eine Bypass-Operation infrage kommen. Die Entscheidung hängt vom Ausmaß der Erkrankung, den Beschwerden, den Untersuchungsergebnissen und weiteren Erkrankungen ab.
Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt entsteht meist, wenn ein Herzkranzgefäß plötzlich verschlossen wird. Dann erhält ein Teil des Herzmuskels zu wenig Sauerstoff. Hält die Unterversorgung an, kann Herzmuskelgewebe dauerhaft geschädigt werden.
Häufig steht der Infarkt im Zusammenhang mit einer koronaren Herzkrankheit. Er kann jedoch auch das erste erkennbare Zeichen einer Gefäßerkrankung sein.
Bei einem möglichen Herzinfarkt ist eine schnelle Versorgung entscheidend. Wählen Sie 112, statt selbst zur Klinik zu fahren oder zunächst einen Termin in der Praxis abzuwarten. Im Krankenhaus können Untersuchungen wie EKG und Bluttests die Diagnose klären. Die Behandlung zielt darauf, die Durchblutung rasch wiederherzustellen und Komplikationen zu behandeln.
Nach der Akutbehandlung folgen häufig weitere Medikamente und Kontrollen. Gegebenenfalls schließt sich eine Rehabilitation an.
Schlaganfall
Ein Schlaganfall liegt vor, wenn ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Ursache kann ein Gefäßverschluss sein; seltener kommt es zu einer Blutung im Gehirn. In beiden Fällen können Gehirnzellen geschädigt werden.
Welche Folgen entstehen, hängt unter anderem davon ab, welcher Bereich betroffen ist und wie schnell die Behandlung beginnt. Plötzliche Lähmungs- oder Gefühlsstörungen, ein hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörungen und starke Gleichgewichtsprobleme sind mögliche Warnzeichen.
Auch vorübergehende Symptome sind ernst zu nehmen. Rufen Sie deshalb sofort 112 und notieren Sie den Beginn der Beschwerden. Geben Sie der betroffenen Person keine Medikamente auf eigene Faust. Die Abklärung in einer Klinik entscheidet über die geeignete Akutbehandlung.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Bei einer Herzschwäche kann das Herz den Körper nicht ausreichend mit Blut versorgen oder es nicht mehr normal aufnehmen und weiterpumpen. Häufige Beschwerden sind Luftnot bei Belastung oder im Liegen, rasche Erschöpfung und Wassereinlagerungen, etwa an den Beinen.
Die Erkrankung kann unter anderem nach einem Herzinfarkt oder infolge von Bluthochdruck, Herzklappenfehlern oder Rhythmusstörungen entstehen. Für die Abklärung kommen – abhängig von der Situation – eine körperliche Untersuchung, ein EKG, Blutuntersuchungen und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens infrage.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Form der Herzschwäche. Sie kann Medikamente, die Behandlung einer zugrunde liegenden Herzerkrankung und angepasste Bewegung umfassen. Ein gemeinsam erstellter Plan hilft außerdem, Veränderungen der Beschwerden früh zu erkennen.
Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern
Herzrhythmusstörungen entstehen, wenn die elektrischen Signale gestört sind, die den Herzschlag steuern. Der Puls kann dann zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig sein. Betroffene bemerken möglicherweise Herzklopfen, Schwindel, Luftnot oder eine verminderte Belastbarkeit. Manche haben dagegen gar keine Beschwerden.
Vorhofflimmern ist eine häufige Form der Rhythmusstörung. Dabei schlagen die Vorhöfe unkoordiniert, und der Puls ist oft unregelmäßig. Es können sich Blutgerinnsel im Herzen bilden, die das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen.
Zur Diagnose wird meist ein EKG eingesetzt. Je nach Verlauf kann außerdem eine längere Aufzeichnung erforderlich sein. Die Behandlung kann darauf zielen, den Herzrhythmus oder die Herzfrequenz zu kontrollieren. Bei entsprechendem Risiko kann auch eine ärztlich verordnete Gerinnungshemmung dazugehören.
Herzklappenerkrankungen
Die vier Herzklappen lenken den Blutstrom durch das Herz. Ist eine Klappe verengt oder undicht, muss das Herz stärker arbeiten oder Blut fließt teilweise zurück.
Leichte Veränderungen können lange unbemerkt bleiben. Ausgeprägtere Schäden können hingegen Atemnot, Erschöpfung oder eine Herzschwäche begünstigen. Für die Beurteilung ist die Echokardiographie, also der Herzultraschall, besonders wichtig.
Je nach Schweregrad können regelmäßige Kontrollen ausreichen oder eine Behandlung notwendig werden. Medikamente können Beschwerden und Begleitfolgen behandeln, beheben aber nicht jede strukturelle Klappenveränderung. Bei bestimmten schweren Klappenfehlern wird deshalb ein Eingriff geprüft.
Durchblutungsstörung der Beine (PAVK)
Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) sind Arterien verengt, meist in den Beinen. Schmerzen beim Gehen, die nach einer Pause nachlassen, werden umgangssprachlich als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet.
In fortgeschrittenen Stadien können Schmerzen auch in Ruhe auftreten oder Wunden schlecht heilen. Weil häufig eine Arteriosklerose zugrunde liegt, sollte eine PAVK außerdem Anlass sein, weitere Gefäßrisiken ärztlich beurteilen zu lassen.
Lungenembolie
Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß in der Lunge blockiert. Häufig stammt das Gerinnsel aus einer tiefen Bein- oder Beckenvene.
Plötzliche Atemnot, Brustschmerz, Herzrasen oder Kreislaufprobleme können auftreten. Bei solchen Beschwerden ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich: Rufen Sie 112.
Wie werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt?
Gespräch und Untersuchung
Am Anfang stehen meist das Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und Erkrankungen in der Familie. Dazu kommt eine körperliche Untersuchung. Blutdruck und Puls werden beurteilt.
Je nach Fragestellung kommen Bluttests hinzu, etwa zur Einschätzung von Blutzucker, Blutfetten oder Organfunktionen. Kein einzelner Laborwert ersetzt jedoch die Gesamtbeurteilung.
EKG und Herzultraschall
Ein Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Je nach Fragestellung kommen ein Ruhe-EKG, ein Belastungs-EKG oder eine längerfristige EKG-Aufzeichnung infrage.
Mit einer Echokardiographie kann die Herzstruktur untersucht werden. Außerdem lassen sich die Pumpfunktion und die Funktion der Herzklappen beurteilen.
Weitere Untersuchungen
Zusätzliche Bildgebung oder ein Herzkatheter sind nur bei bestimmten klinischen Fragen erforderlich. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach den Beschwerden und dem vermuteten Krankheitsbild.
Bei akuten Warnzeichen wird nicht auf eine reguläre Vorsorgeuntersuchung gewartet. Bei chronischen Beschwerden kann eine schrittweise Diagnostik hingegen helfen, unnötige Tests zu vermeiden und die passende Behandlung auszuwählen.
Behandlung: individuell statt nach einem Einheitsschema
Die Behandlung hängt davon ab, welche Erkrankung vorliegt, wie ausgeprägt sie ist und welche weiteren Gesundheitsprobleme bestehen. Bei chronischen Erkrankungen geht es oft darum, Beschwerden zu lindern, Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten.
Bei akuten Ereignissen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie steht zunächst die rasche Notfallversorgung im Vordergrund.
Medikamente und Kontrollen
Je nach Diagnose können Medikamente den Blutdruck senken, Blutfette beeinflussen, die Herzarbeit unterstützen oder den Herzrhythmus regulieren. Andere Arzneimittel können die Bildung gefährlicher Blutgerinnsel verhindern.
Die Auswahl und Dosierung sind individuell. Besprechen Sie daher Nutzen, mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit der behandelnden Praxis. Nehmen Sie Arzneimittel nur wie verordnet ein und verändern Sie die Therapie nicht ohne Rücksprache.
Eingriffe und Rehabilitation
Wenn Medikamente allein nicht ausreichen oder eine akute Gefäßverengung vorliegt, können je nach Befund Kathetereingriffe, Stents, Bypass-Operationen oder Eingriffe an Herzklappen erwogen werden. Solche Verfahren sind jedoch nicht für alle Betroffenen notwendig.
Die Entscheidung wird anhand des erwarteten Nutzens, der Risiken und der persönlichen Situation getroffen.
Nach einem Herzinfarkt oder einer anderen schweren Erkrankung kann eine Rehabilitation außerdem helfen, die körperliche Belastbarkeit schrittweise wiederaufzubauen und den Umgang mit Risikofaktoren zu unterstützen.
Zu den Reha-Angeboten können Bewegung, Information und Unterstützung bei der Anpassung des Alltags gehören. Welche Form passt, besprechen Patientinnen und Patienten mit ihrem Behandlungsteam.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen: Was im Alltag hilft
Nicht jede Erkrankung lässt sich verhindern. Dennoch können Maßnahmen, die Risikofaktoren senken, die Herz- und Gefäßgesundheit unterstützen. Besonders wichtig ist ein langfristiger, realistischer Plan.
Kleine Schritte, die sich in den Alltag integrieren lassen, sind oft besser durchzuhalten als kurzfristige strenge Regeln. Bei bestehenden Beschwerden oder einer bekannten Herzerkrankung sollten Sie vor größeren Änderungen ärztlichen Rat einholen.
Regelmäßige Bewegung
Für Erwachsene empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation mindestens 150 bis 300 Minuten Bewegung mit moderater Intensität pro Woche oder 75 bis 150 Minuten mit hoher Intensität. Auch eine entsprechende Kombination ist möglich.
Moderate Bewegung kann zum Beispiel zügiges Gehen sein, bei dem man noch sprechen kann, aber stärker atmet. Auch weniger Bewegung ist besser als gar keine. Die Empfehlung ist jedoch ein Orientierungswert und kein individueller Trainingsplan.
Wer bisher wenig aktiv war, kann mit kurzen, regelmäßigen Einheiten beginnen und die Dauer langsam steigern. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brustschmerzen, deutlicher Atemnot oder nach einem akuten Ereignis sollten Art und Umfang der Bewegung mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden. Bei stabiler Erkrankung kann ein individuell angepasstes Training Teil der Therapie sein.
Ausgewogene Ernährung und Salz
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sowie geeigneten Eiweißquellen kann helfen, wichtige Risikofaktoren zu beeinflussen. Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig viel Salz, Zucker oder ungünstige Fette.
Entscheidend ist das Ernährungsmuster über längere Zeit, nicht ein einzelnes Lebensmittel. Bei Nieren- oder Herzerkrankungen können besondere Ernährungsanforderungen gelten. Diese sollten deshalb medizinisch oder ernährungsfachlich abgestimmt werden.
Die WHO empfiehlt Erwachsenen, weniger als 2 Gramm Natrium pro Tag aufzunehmen. Das entspricht weniger als 5 Gramm Kochsalz insgesamt. Dabei zählt nicht nur Salz aus dem Salzstreuer, sondern auch das Salz in verarbeiteten Lebensmitteln.
Ein individueller Salzbedarf kann bei bestimmten Erkrankungen abweichen. Eigenständige extreme Einschränkungen sind daher nicht sinnvoll.
Rauchstopp, Gewicht und Stoffwechsel
Ein Rauchstopp ist eine wichtige beeinflussbare Maßnahme zum Schutz von Herz und Gefäßen. Wer Unterstützung benötigt, kann mit der Hausarztpraxis über Beratung und geeignete Entwöhnungshilfen sprechen.
Auch Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sollten – sofern medizinisch angezeigt – kontrolliert und behandelt werden. Ein gesundes Körpergewicht kann außerdem dazu beitragen, Blutdruck und Stoffwechsel zu entlasten.
Dabei geht es nicht um kurzfristige Diäten oder eine bestimmte Körperform, sondern um eine individuelle, gesundheitlich sinnvolle Entwicklung. Bei Diabetes, hohem Cholesterin oder Bluthochdruck können Lebensstilmaßnahmen und Medikamente gemeinsam notwendig sein.
Vorsorge und persönliche Risikoeinschätzung
Lassen Sie relevante Risikofaktoren im Rahmen ärztlicher Termine einschätzen. Dazu können Blutdruck, Blutfette und Blutzucker gehören. Wie häufig Kontrollen sinnvoll sind, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, Familiengeschichte und bisherigen Befunden ab.
Wer bereits Medikamente einnimmt oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, sollte vereinbarte Kontrolltermine wahrnehmen. Sprechen Sie außerdem Veränderungen Ihrer Beschwerden an.
Praktische Schritte für einen herzgesunden Alltag
Vorbeugung muss nicht mit einer radikalen Umstellung beginnen. Wählen Sie zunächst einen umsetzbaren Schritt und besprechen Sie persönliche Ziele bei Bedarf mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt:
- Planen Sie Bewegung regelmäßig in die Woche ein und steigern Sie die Dauer schrittweise.
- Wählen Sie bei Mahlzeiten häufiger Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte.
- Begrenzen Sie stark verarbeitete, salzreiche Produkte.
- Beenden Sie das Rauchen; nehmen Sie bei Bedarf professionelle Entwöhnungshilfe in Anspruch.
- Lassen Sie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette nach ärztlicher Empfehlung kontrollieren.
- Nehmen Sie verordnete Medikamente wie vereinbart ein und sprechen Sie Nebenwirkungen oder Schwierigkeiten zeitnah an.
Mit einer chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankung leben
Die eigene Erkrankung verstehen
Eine Diagnose kann zunächst verunsichern. Gleichzeitig lässt sich bei vielen Erkrankungen durch eine passende Behandlung und regelmäßige Betreuung viel erreichen.
Hilfreich ist, die eigene Diagnose in einfachen Worten erklären zu können: Was ist betroffen? Welche Beschwerden sind zu erwarten? Welche Medikamente sind vorgesehen? Bei welchen Warnzeichen muss sofort Hilfe geholt werden? Diese Fragen können Sie beim nächsten Arzttermin gezielt besprechen.
Medikamente und Veränderungen dokumentieren
Ein aktueller Medikamentenplan kann im Alltag und bei medizinischen Terminen hilfreich sein. Notieren Sie außerdem Änderungen, Nebenwirkungen und Fragen. Bringen Sie diese Informationen zu Ihren Kontrollen mit.
Wenn Beschwerden zunehmen, neue Symptome auftreten oder die Einnahme schwierig wird, sprechen Sie frühzeitig mit der behandelnden Praxis. Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab.
Psychische Belastungen ernst nehmen
Auch psychische Belastungen sind wichtig. Angst vor einem erneuten Ereignis, gedrückte Stimmung oder die Sorge vor körperlicher Aktivität können nach einer Diagnose vorkommen.
Ärztliche Teams, Rehabilitationsangebote und geeignete Beratungsstellen können dabei helfen, einen sicheren und alltagstauglichen Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.
Häufige Fragen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Welche Herz-Kreislauf-Erkrankung ist am häufigsten?
Der Sammelbegriff umfasst viele unterschiedliche Krankheiten. Häufige und wichtige Beispiele sind Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Welche davon in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe am häufigsten ist, hängt unter anderem von Alter, Definition und untersuchter Region ab.
Kann man Bluthochdruck spüren?
Oft nicht. Bluthochdruck kann über längere Zeit ohne klare Beschwerden bestehen. Deshalb lässt sich der Blutdruck nur durch eine Messung beurteilen. Eine einzelne Messung sollte jedoch nicht ohne Kontext als Diagnose verstanden werden. Bei auffälligen Werten ist eine medizinische Einordnung sinnvoll.
Woran erkenne ich einen Herzinfarkt?
Mögliche Zeichen sind anhaltender Druck oder Schmerz im Brustkorb, Atemnot, Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Kiefer, Übelkeit und kalter Schweiß. Die Beschwerden sind nicht bei allen Menschen gleich. Wählen Sie bei Verdacht sofort 112, fahren Sie nicht selbst und warten Sie nicht auf eine Besserung.
Sind Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Puls immer gefährlich?
Nicht jedes Herzklopfen bedeutet eine ernste Erkrankung. Ein neuer, wiederkehrender oder anhaltender unregelmäßiger Herzschlag sollte aber ärztlich abgeklärt werden – insbesondere, wenn Schwindel, Atemnot, Brustschmerz oder Ohnmacht dazukommen. Bei akuten schweren Beschwerden ist 112 richtig.
Kann ich einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sicher vorbeugen?
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht, weil auch Alter, Veranlagung und nicht vollständig beeinflussbare Faktoren eine Rolle spielen. Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie die Erkennung und Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfetten können das Risiko jedoch günstig beeinflussen.
Wann sollte ich den Notruf 112 wählen?
Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei plötzlich schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit oder anderen lebensbedrohlichen Beschwerden sollten Sie sofort 112 wählen. Im Zweifel lieber einmal zu früh als zu spät anrufen. Der Rettungsdienst kann die Situation beurteilen und die passende Versorgung einleiten.
Fazit
Herz-Kreislauf-Erkrankungen reichen von häufig unbemerktem Bluthochdruck bis zu akuten Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Beschwerden können sehr unterschiedlich sein, und manche Erkrankungen bleiben zunächst symptomarm. Deshalb sind eine individuelle Risikoeinschätzung, passende Kontrollen und die konsequente Behandlung bekannter Erkrankungen wichtig.
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Bei der Erstellung dieses Artikels kam KI-Unterstützung zum Einsatz.
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