Urologie » Berufspolitik

»

130. Ärztetag mahnt wirkliche Reformen im Gesundheitssystem an

Illustration einer aerztlichen Person, die vor Publikum einen Vortrag haelt, Symbolbild fuer 130 Aerztetag und Reformen im Gesundheitssystem

Quelle: © zihad – stock.adobe.com

130. Ärztetag mahnt wirkliche Reformen im Gesundheitssystem an

Berufspolitik

Urologie

Berufspolitik

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Nach der gestrigen Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetags im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrums widmen sich die Delegierten bis Freitag der Sacharbeit. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist ein Thema, aber auch eine schlankere Weiterbildung und die Herausforderungen der Suchtmedizin stehen auf der Tagesordnung.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, hatte bereits im Vorfeld Einblicke in die Themen gegeben. „Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz steht Deutschland vor einem der umfangreichsten Sparpakete für die gesetzliche Krankenversicherung seit Jahrzehnten. Gleichzeitig stehen mit der geplanten Einführung des Primärversorgungssystems, der Neuregelung der Notfallversorgung und der praktischen Umsetzung der Krankenhausreform in den Ländern umfangreiche strukturelle Neuerungen im Gesundheitswesen bevor“, unterstrich Dr. Reinhardt.

Kerninhalte eines Leitantrags zum Ärztetag sind die Gesetze zur zukunftsfesten Organisation der Versorgung. Der Ärztenachrichtendienst hat am Montag darüber berichtet. Quintessenz ist die Forderung nach einer grundlegenden Überarbeitung des GKV-Finanzgesetzes. „Die Stabilisierung der GKV-Finanzen darf weder zulasten der Patientenversorgung gehen noch die beruflichen Rahmenbedingungen derjenigen verschlechtern, die sich Tag für Tag um die Patientinnen und Patienten kümmern.“

Wesentliche Kritikpunkte sind die TSVG-Kürzungen der Honorierung offener Sprechstunden sowie der Terminvergabe über die Rufnummer 116 117. Auch die Schiene der Hausarzt-Vermittlungsfälle zum Facharzt wird damit gekappt. Probleme werden auch für die Krankenhäuser erwartet, weil zukünftige Tarifsteigerungen nur noch zum Teil ausgeglichen werden.

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt kündigt für den 130. Deutschen Ärztetag in Hannover Debatten über die GKV-Finanzreform, die Notfallreform, die Weiterbildungsordnung sowie das Thema Sucht und Drogen an. (© Die Hoffotografen)
BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt kündigt für den 130. Deutschen Ärztetag in Hannover Debatten über die GKV-Finanzreform, die Notfallreform, die Weiterbildungsordnung sowie das Thema Sucht und Drogen an. (© Die Hoffotografen)

„Statt eines reinen Spargesetzes ist eine echte Reform erforderlich“, so der Leitantrag in der Fassung vor dem Ärztetag. Statt in der Versorgung zu sparen, verweist der Leitantrag auf die Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen, neue Steuern für Zucker und Alkohol sowie den Abbau der Bürokratie.

Ein Schwerpunkt der Arbeitssitzungen des Ärztetages in der Eilenriedehalle des HCC ist das Themenfeld Sucht und Drogen. Gemeinsam mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung und weiteren hochkarätigen Referentinnen und Referenten werden die 250 Abgeordneten des Ärztetages über suchtmedizinische Entwicklungen, Prävention und die ärztliche Verantwortung im Umgang mit Abhängigkeitserkrankungen sprechen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den stoffgebundenen Suchterkrankungen. Der Ärztetag wird aber auch den Schutz von Kindern und Jugendlichen in einer zunehmend digitalen Welt in den Blick nehmen.

Autor: Franz-Günter Runkel

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt im blauen Kittel mit verschraenkten Armen und Stethoskop im Klinikflur als Symbol fuer Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Fachartikel

Urologische Weiterbildung geht auch in der Reha: In rund 30 Rehakliniken mit uro(onko)logischem Schwerpunkt sind teils Weiterbildungszeiten (6–24 Monate) möglich. Der Alltag ist strukturierter als im Akuthaus, mit fitten Rehabilitanden, langen Aufnahme-/Entlassgesprächen und Fokus auf Sozialanamnese und Erwerbsfähigkeit. Diagnostik und Eingriffe sind begrenzt – dafür bleibt mehr Zeit für Kommunikation.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Über 25.000 Roboter-assistierte Prostataektomien freut sich das Gronauer OP-Team. © St. Antonius-Hospitals Gronau/Öffentlichkeitsarbeit/Unternehmenskommunikation

25.000 Roboter-assistierte Prostatektomien im St. Antonius-Hospital Gronau

News

Die Klinik für Urologie, Urologische Onkologie und Roboter-assistierte Chirurgie des St. Antonius-Hospitals Gronau berichtet über einen neuen Rekord. Mit 25.000. roboterassistierten radikalen Prostatektomie (RARP) zählt das Gronauer Zentrum zu den weltweit erfahrensten Einrichtungen für die operative Behandlung des Prostatakarzinoms mit dem da-Vinci-Operationssystem.

Urologie

Operative Urologie

Beitrag lesen
Sichtlich belasteter Mann sitzt am Bettrand und haelt den Kopf in den Haenden als Symbol fuer erektile Dysfunktion 2026 und neue Therapieoptionen

Erektile Dysfunktion 2026 – gibt es etwas Neues?

Fachartikel

Erektile Dysfunktion 2026: Wirklich Neues gibt es laut Überblick kaum – Standard bleiben PDE‑5‑Hemmer, ergänzt durch SKAT/SKIT und Vakuumhilfen. Die EAU‑Leitlinie 2026 betont die kardiovaskuläre Risikoeinschätzung in der Diagnostik. ESWT, PRP, Stammzell‑/Gentherapie oder Botox gelten weiter als experimentell/allenfalls schwach empfohlen.

Urologie

Sexuelle Funktionsstörungen

Erektile Dysfunktion

Beitrag lesen