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Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Arzt im blauen Kittel mit verschraenkten Armen und Stethoskop im Klinikflur als Symbol fuer Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Quelle: © Power Clipart - stock.adobe.com

Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

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Erschienen in: UroForum

Die urologische Weiterbildung wird hauptsächlich an Akutkrankenhäusern und z. T. im ambulanten Bereich absolviert. Eine weitere Möglichkeit ist die Arbeit an einer Rehabilitationsklinik. Wie unterscheidet sich diese Arbeitsstelle von den genannten und für wen wäre sie eine Alternative?

Aktuell gibt es deutschlandweit ca. 30 Rehabilitationskliniken mit uro(onko)logischem Schwerpunkt. Laut Ärztekammern arbeiten in 12 Kliniken urologische Weiterbildungsbefugte mit Ermächtigungen zwischen 6 – 24 Monaten. Dazu zählt die Chefärztin Franziska Olms aus der Müritz Klinik mit bis zu 150 urologischen Betten. Sie und eine ihrer ehemaligen Ärztinnen in Weiterbildung haben mit mir über die Arbeit in einer Rehabilitationsklinik gesprochen.

Welche Personen nehmen an einer urologischen Rehabilitation teil?

Die meisten Rehabilitanden kämen mit der Diagnose eines Prostata- oder Harnblasenkarzinoms nach radikaler Operation oder Radiatio direkt als Anschlussheilbehandlung oder als zweite Reha-Maßnahme in einem Jahr, wenn noch erhebliche Funktionseinschränkungen vorliegen. Laut Frau Olms kämen seltener auch Rehabilitanden mit anderen urologischen Diagnosen, wie z. B. interstitieller Zystitis.

Wie sieht der Alltag aus und wie unterscheidet er sich vom Akutkrankenhaus?

Laut Weiterbildungsassistentin unterscheide sich der Arbeitsablauf nicht wesentlich vom Akutkrankenhaus. Die wichtigsten Unterschiede seien jedoch, dass die Rehabilitanden fit seien und „nicht den ganzen Tag im Bett liegen würden”. Stattdessen kämen sie zur Visite zum Behandlungsraum. Außerdem würde sowohl das Aufnahme- als auch das Entlassungsgespräch mind. 30 – 60 Min. dauern. Der Fokus läge deutlich stärker auf der Sozialanamnese inkl. Arbeitsumfeld. So könne im Verlauf evaluiert werden, wie sich Diagnose, Therapie und Heilungsverlauf auf die weitere berufliche Tätigkeit auswirke. Im Abschlussbericht, der laut Frau Olms auch 5 – 12 Seiten beanspruchen könne, würden Empfehlungen für die weitere Arbeit abgegeben werden, da das Ziel einer medizinischen Rehabilitation immer sei, „die Erwerbsfähigkeit der Versicherten zu erhalten oder wiederherzustellen”.

Welche Aspekte über die Arbeit überraschen andere häufig?

Die diagnostischen Mittel in der Rehabilitationsklinik sind begrenzt. Wenn Komplikationen auftreten, sei, laut Weiterbildungsassistentin, meist nur ein Ultraschall und ein U-Stix zur weiteren Untersuchung vorhanden, da auch Laboruntersuchungen nach extern verschickt würden. Somit würde man schnell lernen, mehr auf die klinische Untersuchung zu vertrauen und mit einfacheren Mitteln zurecht zu kommen. Im Zweifelsfall müssten die Patienten verlegt werden. Wie auch Frau Olms bestätigt, werde keine aktive Therapie betrieben. Alle Eingriffe, die über eine ausführliche Wundversorgung oder die Einlage eines Dauerkatheters hinausgehen, können in der Rehabilitation nicht durchgeführt werden.

Wann sollte eine Weiterbildung in der Rehabilitationsklinik angetreten werden?

Es sollten Grundkenntnisse über uro(onko)logische OP-Techniken inkl. ihrer Nachwirkungen und Komplikationen bestehen. Der Alltag, mit nur wenigen Notfällen, ist insgesamt gut strukturiert. In den Bereitschaftsdiensten werde man laut Frau Olms auch nicht „alle drei Stunden, sondern eher alle drei Monate” wach geklingelt. Diese geringere Belastung wäre z. B. ideal, um sich parallel auf den Facharzt vorzubereiten.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine Rehabilitationsklinik kein Ort für jemanden ist, der am liebsten im OP steht, da keine aktive urologische Therapie betrieben wird. Aber die Klinik kann eine andere Perspektive auf urologische Krankheitsverläufe bringen. Oder wie Frau Olms sagt: „Das Leben geht für die Patienten weiter”. Es sei teilweise sehr verwunderlich, wie wenig die Rehabilitanden über ihre eigene Krankheit wüssten. Wer also die Hektik aus dem Akutkrankenhaus hinter sich lassen möchte und mehr Zeit für qualitative Arzt-Patienten-Kommunikation haben möchte, scheint dort besser aufgehoben zu sein.

Literatur unter mgb-medizin.de/literatur

Freya Wolff

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