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BvDU: Urologie fühlt sich von der Bundesregierung betrogen

Stethoskop und Geldscheinstapel auf einer Waage als Symbol fuer Ungleichgewicht zwischen medizinischer Versorgung und politischer Finanzierung

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BvDU: Urologie fühlt sich von der Bundesregierung betrogen

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: UroForum

Die geplanten Maßnahmen im Referentenentwurf zur Stabilisierung der GKV-Beiträge bohren sich aus der Sicht des Berufsverbands der Deutschen Urologie (BvDU) tief ins letzte funktionierende Mark der Grundversorgung. Die drohenden Nachteile für die zukünftige Patientenversorgung seien massiv.

Nach Darstellung des Berufsverbands spart die Bundesregierung mit diesen Maßnahmen keine Kosten im System, sie spart an grundversorgenden Ärzten – und damit an der Patientenversorgung. „Mit diesen Einschnitten kappt die Bundesregierung die zentralen Nervenstränge der medizinischen Grundversorgung“, so der BvDU-Vorstand. „Fachärztinnen und Fachärzte werden systematisch kaltgestellt. Das ist nichts Anderes als Verrat und Wortbruch an denen, die das System der Patientenversorgung jeden Tag tragen.“ Die geplanten Einschnitte seien nicht nur fachlich äußerst fragwürdig, sondern in ihrer gesamten Dimension für Vertragsärzte nicht akzeptabel. Schon heute seien sie durch die steigenden Patientenzahlen, Fachkräftemangel und Bürokratie maximal belastet. „Schon heute erbringen sie zehntausende Stunden an Versorgungsleistung ohne ausreichende Vergütung.“

Durch das TSVG erhielten Ärzte für mehr Arbeit (zusätzliche Termine) mehr Geld. Dem Entwurf nach sollen Fachärztinnen und –ärzte in Zukunft ohne Mehrvergütung fünf Stunden zusätzlich in der Praxis verbringen. „Der eine oder andere Urologe könnte sich entscheiden, sich unter anderem bei der Durchführung von Haus- und Heimbesuchen zurückzuziehen und seine fünf Stunden besser in der Praxis zu verbringen“, so der BvDU-Vorstand.

BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa rechnet mit mehr Verrentungen unter Urologen. (Foto: Urologische Praxis Rabenstein)
BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa rechnet mit mehr Verrentungen unter Urologen. (Foto: Urologische Praxis Rabenstein)

Diese Besuche seien durch die umfassenden Kürzungen in der Grundversorgung medizinisch, organisatorisch und wirtschaftlich schlicht nicht mehr darstellbar. „Katheterwechsel in Heimen werden in Zukunft wohl entbudgetierte Hausärzte übernehmen müssen.“

„Aus meiner Sicht“, so BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa, „wäre es nicht verwunderlich, wenn Urologinnen und Urologen sich gleich ganz in den Ruhestand verabschieden angesichts der drohenden Maßnahmen.“ Die Bundesregierung fordert mehr Ambulantisierung – und zerstört gleichzeitig die existenzielle Grundlage derjenigen, die sie umsetzen sollen. „Wer, bitte schön, Frau Warken, soll künftig die angestrebte Ambulantisierung stemmen? Diejenigen, die solche Vorschläge erarbeiten, sollten einmal für einen Tag ihren wohltemperierten Verwaltungskokon verlassen und in einer grundversorgenden Praxis mitarbeiten“, so der BvDU. „Sie würden keinen Vormittag überstehen!“

Quelle: Berufsverband der Deutschen Urologie e.V.

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