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Neue Dimension der robotergestützten Chirurgie

Das „Da Vinci SP“-Operationssystem im Einsatz: Die Kamera und drei flexible Instrumente werden über nur einen einzigen Zugang in den Körper eingebracht. © UKDD/Michael Kretzschmar

Quelle: Das „Da Vinci SP“-Operationssystem im Einsatz: Die Kamera und drei flexible Instrumente werden über nur einen einzigen Zugang in den Körper eingebracht.© UKDD/Michael Kretzschmar

Neue Dimension der robotergestützten Chirurgie

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mgb medizin Redaktion

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Erschienen in: UroForum

Das Universitätsklinikum Dresden setzt erstmals den Da Vinci SP ein. Die neue Single-Port-Technologie erweitert das robotische Operationsspektrum. Uniklinikum bilanziert pro Jahr knapp 800 chirurgische Eingriffe mit OP-Robotik.

Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist der dritte daVinci-OP-Roboter in Betrieb gegangen. Das Team aus der Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) hat dabei erstmals das neue „Da Vinci SP“-Operationssystem erfolgreich eingesetzt. SP steht für Single Port – der OP-Roboter kommt mit nur einem Zugang aus, die Kamera und drei Instrumente werden darüber gemeinsam eingeführt. Das eignet sich besonders für Operationen in anatomisch engen Regionen.

Mit der Inbetriebnahme des Systems erweitert das Universitätsklinikum sein robotisches Operationsspektrum und schafft neue Möglichkeiten für besonders schonende Eingriffe – zunächst in der Viszeralchirurgie, perspektivisch auch in der Urologie sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Damit sind am Uniklinikum jetzt insgesamt vier Roboter im Einsatz – neben drei daVincis in den OP-Sälen verfügt das Universitätsklinikum zusätzlich über einen Experimental-OP-Roboter, der zur Forschung neuer Einsatzgebiete und -möglichkeiten eingesetzt wird.

„Robotische Systeme erweitern unsere Möglichkeiten erheblich. Sie ermöglichen hochpräzise Eingriffe und unterstützen insbesondere bei komplexen Operationen. Entscheidend ist aber: Nicht der Roboter operiert – sondern erfahrene Chirurginnen und Chirurgen. Die Technologie ergänzt ihre Expertise. Und das zum Wohle der Patientinnen und Patienten“

Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden

„Die robotergestützte Chirurgie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Mit dem Da Vinci SP können wir unser Behandlungsspektrum gezielt erweitern und Patientinnen und Patienten bei ausgewählten Eingriffen noch schonender operieren. Gleichzeitig stärkt das neue System die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Universitätsklinikum.“

Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Präzise Bewegungen in anatomisch engen Bereichen

Der Da Vinci SP unterscheidet sich grundlegend von bisherigen robotischen Operationssystemen. Die Kamera und drei flexible Instrumente werden über nur einen einzigen Zugang in den Körper eingebracht. Erst dort entfalten sich die Instrumente und ermöglichen Bewegungen, die selbst in anatomisch engen Bereichen eine besonders präzise Präparation erlauben.

Gerade bei komplexen Eingriffen im Bauchraum bietet diese Technologie Vorteile. Das umliegende Gewebe kann besonders schonend behandelt werden, gleichzeitig profitieren Operateurinnen und Operateure von einer hochauflösenden dreidimensionalen Sicht und einer deutlich größeren Beweglichkeit der Instrumente.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem kleinere Zugänge, weniger Belastung durch den Eingriff und häufig eine schnellere Erholung. Gerade bei onkologischen Erkrankungen kann dies dazu beitragen, dass notwendige weiterführende Therapien ohne unnötige Verzögerung fortgesetzt werden können.

Eine der ersten Patientinnen mit dem Da Vinci SP

Eine der ersten Patientinnen, die mit dem Da Vinci SP operiert wurde, ist eine 60-jährige Frau aus Chemnitz. Bei ihr war ein Tumor im Bereich des Dickdarms diagnostiziert worden. Bereits zum Zeitpunkt der Diagnose hatten sich Metastasen in der Leber gebildet.

Nach einer erfolgreichen medikamentösen Tumorbehandlung empfahl das interdisziplinäre Tumorboard die operative Entfernung des Primärtumors. Im Rahmen einer rechtsseitigen Hemikolektomie entfernte das Team der VTG-Klinik den betroffenen Darmabschnitt minimalinvasiv mit Unterstützung des neuen Robotersystems.

„Die Diagnose war ein Schock. Umso wichtiger war es für mich, mich gut aufgehoben zu fühlen. Das gesamte Team hat mich von Anfang an begleitet und mir jede Unsicherheit genommen. Heute bin ich einfach dankbar, dass ich die Operation gut überstanden habe und nach vorn blicken kann“

die Patientin

800 chirurgische Eingriffe mit OP-Robotik pro Jahr

Robotische Verfahren sind am Universitätsklinikum Dresden seit vielen Jahren fester Bestandteil der chirurgischen Versorgung und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Allein an der VTG werden jährlich rund 900 minimalinvasive Operationen durchgeführt, davon etwa 300 robotisch assistiert.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) hat die Klinik Ende des letzten Jahres als Exzellenzzentrum für Minimal-Invasive und Robotische Chirurgie ausgezeichnet. Weiterhin sind OP-Roboter bereits in der Klinik für Urologie sowie in der Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologie im Einsatz.

Insgesamt werden 800 Patientinnen und Patienten pro Jahr robotisch assistiert operiert. Die Anschaffung des neuen Da Vinci SP ist zugleich ein weiterer Schritt auf dem Weg zum geplanten Zentrum für operative Robotik (ZIOR), das die klinische Versorgung, Forschung und Ausbildung in diesem Bereich künftig noch enger miteinander verbinden soll.

Wissenschaftliche Ansprechpartner

Kontakt für Medienschaffende
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Bereich Kommunikation
Annechristin Bonß, Pressesprecherin
Tel. 0351 / 458 4162
E-Mail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de

Weitere Informationen

https://www.ukdd.de/vtg

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