Der diesjährige und damit 78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie steht unter dem Motto „Dem Leben eine Zukunft geben“. Hierzu gehören DGU- und Kongresspräsidentin Prof. Dr. Susanne Krege, Essen, zufolge unbedingt die Themen Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz, wie sie in der Eröffnungspressekonferenz des Kongresses deutlich machte. Zudem war sie stolz über die schon vor Kongressbeginn erreichte Zahl angemeldeter Teilnehmenden von knapp 6.500. Das seien mehr als am Abschlusstags im vergangenen Jahr in Hamburg und man gehe von rund 300 weiteren Tagesanmeldungen pro kommendem Kongresstag aus.
Einen Überblick zu einigen interessanten Forschungsergebnissen, die im Laufe des Kongresses vorgestellt werden, gab Prof. Dr. Christian Thomas, Dresden. Demnach werden sich einige spannende Sessions mit den relevanten Neuerungen bei operativen Techniken befassen. Dazu stellte Thomas u.a. die 3DPN-Studie vor (Holze S. et al. Eur Urol Open Sci. 2025; 76: 58–64). Dabei handelt es sich um eine prospektive, multizentrische, randomisierte, kontrollierte, zweiarmige offene Studie, die anhand von 370 Patienten den Nutzen der virtuellen interaktiven 3D-Modellierung für die robotergestützte partielle Nephrektomie (RAPN) anhand der Bewertung klinischer Ergebnisse, des Verständnisses der Patienten und des Selbstvertrauens der Chirurgen untersuchen soll. Zudem verwies Thomas auf Live-OPs mit neuen Robotiksystemen sowie auf den Einsatz eines medikamentenbeschichteten Harnröhren-Ballonkatheters (drug-coated balloon dilatation) bei Harnröhrenstrikturen.
Bzgl. der onkologischen Entitäten gab er u.a. einen Abriss zu spannenden kommenden Sessions zur perioperativen Hormon- und PSMA-Radioligandentherapie sowie zur molekularen Testung beim Prostatakarzinom und zu Real-World-Daten beim Nieren- und Urothelkarzinom.
Von KI bis Bildgebung
Passend zum Kongressthema Künstliche Intelligenz seien die drei großen möglichen Einsatzgebiete Pathologie, Tumorboard und Bildgebung zu nennen, erklärte Thomas. Hierzu und zu der Therapieunterstützung bei u.a. Inkontinenz und Impotenz nach radikaler Prostatektomie durch DiGAs gebe es in den kommenden Tagen ebenfalls verschiedene interessante Vorträge. Das Gleiche gelte für die Nierentransplantation sowie zu guter Letzt auch für die Bildgebung. Die Urologie sei nun mal ein Fach der Bildgebung und umso wichtiger seien Antworten auf Fragen wie „Kann der Mikroultraschall die MRT oder die MRT die Biopsie ersetzen“ oder „Was bedeuten neue Tracer bei onkologischen Erkrankungen“, so Thomas abschließend. Hier könnte eine Vortragssitzung am letzten Kongresstag Klarheit bringen.
Quelle: Eröffnungspressekonferenz anlässlich des 78. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), Düsseldorf, 16. September 2026





