Urologie » Urogenitale Tumoren » Prostatakarzinom

»

mHSPC: Darolutamid + ADT + Docetaxel verlängern das Gesamtüberleben

mHSPC: Darolutamid + ADT + Docetaxel verlängern das Gesamtüberleben

Pharmaservice

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

4 MIN

Erschienen in: UroForum

Ergebnisse der Phase-III-Studie ARASENS bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) zeigen für Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) und Docetaxel eine statistisch signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens mit einer Verringerung des Sterberisikos um 32,5 % im Vergleich zu ADT plus Docetaxel (HR=0,68, 95 % CI 0,57-0,80; p<0,001).

Vorteile, die für Patienten von Bedeutung sein können, wurden auch bei sekundären Endpunkten festgestellt, z. B. Verlängerung der Zeit bis zum kastrationsresistenten Prostatakrebs (CRPC), der Zeit bis zur Schmerzprogression, der Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis (SSE) und der Zeit bis zum Beginn einer systemischen antineoplastischen Folgetherapie. Insgesamt war die Zahl der therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse zwischen den Behandlungsarmen ähnlich.

Illustration Prostatakrebs
Prostatakrebs ist die weltweit zweithäufigste Krebsart bei Männern. Darolutamid mit ADT und Docetaxel verlängern das Gesamtüberleben metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinomen. (Bild © SciePro – stock.adobe.com)


Erste Ergebnisse von ARASENS für Darolutamid + ADT + Docetaxel

Ergebnisse der Phase-III-Studie ARASENS zeigen, dass die Einnahme des oralen Androgenrezeptor-Inhibitors (ARi) Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) und Docetaxel das Gesamtüberleben (overall survival, OS) von Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) im Vergleich zu ADT Plus Docetaxel signifikant verlängert. Darolutamid plus ADT und Docetaxel verringerte das Sterberisiko signifikant um 32,5 % im Vergleich zu ADT plus Docetaxel (HR=0,68, 95 % CI 0,57-0,80; p<0,001). Zum Stichtag der primären Datenanalyse (25. Oktober 2021) war die mediane Behandlungsdauer für Darolutamid plus ADT und Docetaxel länger als für ADT plus Docetaxel (41,0 Monate gegenüber 16,7 Monaten). Darolutamid plus ADT in Kombination mit Docetaxel zeigte zudem konsistente Vorteile in sekundären Endpunkten und vordefinierten Subgruppen. Die zusätzliche Einnahme von Darolutamid hat die Inzidenz unerwünschter Ereignisse (AE) nicht erhöht. Diese Ergebnisse wurden auf dem 2022 ASCO GU Cancers Symposium (>>zum Kongress) vorgestellt und zeitgleich im Fachjournal The New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Darolutamid ist unter dem Markennamen Nubeqa® für die Behandlung von Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC) und einem hohen Risiko für die Entstehung von Metastasen in mehr als 60 Ländern weltweit zugelassen, darunter in den USA, Ländern der Europäischen Union, Japan und China.

Weitere Ergebnisse von ARASENS

Die signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens wurde beobachtet, obwohl diejenigen Patienten, die in der Studie mit ADT plus Docetaxel behandelt wurden, während der Nachbeobachtung einen wesentlich höheren Anteil systemischer antineoplastischer Folgetherapien (wie Abirateron, Enzalutamid, Cabazitaxel, Docetaxel, Radium-223-Dichlorid, Sipuleucel-T, Lutetium-177-PSMA oder Apalutamid) erhielten, als die Patienten, die in der Studie mit Darolutamid plus ADT und Docetaxel behandelt worden waren (75,6 % gegenüber 56,8 %). Die ARASENS-Daten zeigten weiterhin konsistente Vorteile in wichtigen sekundären Endpunkten wie der Zeit bis zum kastrationsresistenten Prostatakrebs (CRPC) (HR=0,36, 95 % CI 0,30–0,42; p<0,001). Darüber hinaus verzögerte Darolutamid plus ADT und Docetaxel die Schmerzprogression signifikant gegenüber ADT plus Docetaxel (HR=0,79, 95 % CI 0,66–0,95; p=0,01), die Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis (SSE) (HR=0,71, 95 % CI 0,54–0,94; p=0,02) sowie die Zeit bis zum Beginn einer systemischen antineoplastischen Folgetherapie (HR=0,39, 95 % CI 0,33–0,46; p<0,001).

Auftreten unerwünschter Ereignisse

Die therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse (TAUEs) waren zwischen den Behandlungsarmen ähnlich. Die häufigsten TAUEs (≥ 10 %) traten primär während der sich überschneidenden Docetaxel-Behandlungszeit in beiden Armen auf und nahmen danach allmählich ab. Die am häufigsten gemeldeten unerwünschten Ereignisse (UEs) in den Behandlungsarmen (Darolutamid plus ADT und Docetaxel gegenüber ADT plus Docetaxel) waren Haarausfall (40,5 % bzw. 40,6 %), Neutropenie (39,3 % bzw. 38,8 %), Fatigue (33,1 % bzw. 32,9 %) und Anämie (27,8% bzw. 25,1 %). Bei den UEs vom Grad 3 oder 4, die bei 66,1 % bzw. 63,5 % der Patienten gemeldet wurden, handelte es sich hauptsächlich um Neutropenie (33,7 % bzw. 34,2 %), eine bekannte Auswirkung der Docetaxeltherapie. Schwerwiegende UEs traten bei 44,8 % bzw. 42,3 % der Patienten auf und TAUEs, die zum Abbruch der Behandlung führten, kamen bei 13,5 % bzw. 10,6 % der Patienten vor.

Das Auftreten von UEs von besonderem Interesse, die typischerweise mit Androgenrezeptor-Inhibitoren auftreten, darunter Fatigue, Stürze, Frakturen, psychische Beeinträchtigungen und kardiovaskuläre Ereignisse, war in beiden Studienarmen vergleichbar.

Über die ARASENS-Studie

Die ARASENS-Studie ist eine randomisierte, multizentrische, doppelblind durchgeführte, placebo-kontrollierte Phase-III-Studie. Sie untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit des oral zu verabreichenden Androgenrezeptor-Inhibitors Darolutamid und dem Chemotherapeutikum Docetaxel und einer Androgendeprivationstherapie (ADT) bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC). 1.306 neu diagnostizierte Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder zweimal täglich 600 mg Darolutamid oder ein entsprechendes Placebo zusätzlich zu Docetaxel und Standard-ADT.

Der primäre Endpunkt dieser Studie war das Gesamtüberleben (overall survival, OS). Zu den sekundären Endpunkten zählten die Zeit bis zum Auftreten von kastrationsresistentem Prostatakrebs (CRPC), die Zeit bis zur Schmerzprogression, die Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis (SSE) und die Zeit bis zum Beginn einer nachfolgenden Krebstherapie, erfasst jeweils im Abstand von 12 Wochen. Daneben wurden unerwünschte Ereignisse als Maß für die Sicherheit und Verträglichkeit erfasst.

Quelle: Bayer, Daten aus der Phase-III-Studie ARASENS beim 2022 ASCO GU Cancers Symposium (>>zur vollständigen Pressemitteilung)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Über 25.000 Roboter-assistierte Prostataektomien freut sich das Gronauer OP-Team. © St. Antonius-Hospitals Gronau/Öffentlichkeitsarbeit/Unternehmenskommunikation

25.000 Roboter-assistierte Prostatektomien im St. Antonius-Hospital Gronau

News

Die Klinik für Urologie, Urologische Onkologie und Roboter-assistierte Chirurgie des St. Antonius-Hospitals Gronau berichtet über einen neuen Rekord. Mit 25.000. roboterassistierten radikalen Prostatektomie (RARP) zählt das Gronauer Zentrum zu den weltweit erfahrensten Einrichtungen für die operative Behandlung des Prostatakarzinoms mit dem da-Vinci-Operationssystem.

Urologie

Operative Urologie

Beitrag lesen
Arzt im blauen Kittel mit verschraenkten Armen und Stethoskop im Klinikflur als Symbol fuer Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Fachartikel

Urologische Weiterbildung geht auch in der Reha: In rund 30 Rehakliniken mit uro(onko)logischem Schwerpunkt sind teils Weiterbildungszeiten (6–24 Monate) möglich. Der Alltag ist strukturierter als im Akuthaus, mit fitten Rehabilitanden, langen Aufnahme-/Entlassgesprächen und Fokus auf Sozialanamnese und Erwerbsfähigkeit. Diagnostik und Eingriffe sind begrenzt – dafür bleibt mehr Zeit für Kommunikation.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Sichtlich belasteter Mann sitzt am Bettrand und haelt den Kopf in den Haenden als Symbol fuer erektile Dysfunktion 2026 und neue Therapieoptionen

Erektile Dysfunktion 2026 – gibt es etwas Neues?

Fachartikel

Erektile Dysfunktion 2026: Wirklich Neues gibt es laut Überblick kaum – Standard bleiben PDE‑5‑Hemmer, ergänzt durch SKAT/SKIT und Vakuumhilfen. Die EAU‑Leitlinie 2026 betont die kardiovaskuläre Risikoeinschätzung in der Diagnostik. ESWT, PRP, Stammzell‑/Gentherapie oder Botox gelten weiter als experimentell/allenfalls schwach empfohlen.

Urologie

Sexuelle Funktionsstörungen

Erektile Dysfunktion

Beitrag lesen