Urologie » Urogenitale Tumoren » Prostatakarzinom

»

Prostatakrebs: Urintest statt unnötige Biopsien?

Prostatakrebs: Urintest statt unnötige Biopsien?

Aktuelles

Urologie

Urogenitale Tumoren

Prostatakarzinom

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Ein Urintest erweist sich als sehr genau bei der Erkennung von aggressivem Prostatakrebs mit wenigen falsch-negativen Ergebnissen. Fast jede dritte Biopsie wäre mit diesem Test unnötig gewesen.

Der Urintest mit dem Namen MyProstateScore-Test weist krebsspezifische Gene im Urin eines Patienten nach. Der Test basiert auf Forschungsergebnissen wonach die Hälfte aller Prostatatumoren eine bestimmte genetische Anomalie aufweisen. Bei dieser Anomalie sind die Gene TMPRSS2 und ERG auf einem Chromosom verschoben und miteinander verschmolzen. Dadurch entsteht eine Art „An-Schalter“ für die Entwicklung von Prostatakrebs.

Eine Urinprobe. Ein Urintest erweist sich als sehr genau bei der Erkennung von aggressivem Prostatakrebs.
Abb.: Ein Urintest erweist sich als sehr genau bei der Erkennung von aggressivem Prostatakrebs.

Laut den Autoren soll der Urin-Test sekundär zum Einsatz kommen und würde den Einsatz von kostspieligeren (MRT-Scans) und invasiveren Verfahren (transrektale Biopsie) nach dem PSA-Screening reduzieren.

Der Test zeigte überzeugende Ergebnisse in einer Validierungsstudie. Bei 1.525 Patienten wurde eine Biopsie durchgeführt. Eine Krebserkrankung wurde bei 338 (22 %) entdeckt, die Grad 2 oder höher war, d. h. sie war ernst genug, um eine sofortige Behandlung zu rechtfertigen. Hätte der MyProstateScore-Test den Patienten in der Studie zur Verfügung gestanden, hätten 387 (33 %) Biopsien, bei denen kein oder nur langsam wachsender Krebs gefunden wurde, vermieden werden können, so die Studie. Der Test hatte nur 10-mal (3 %) einen klinisch relevanten Krebs übersehen, der eine sofortige Behandlung gerechtfertigt hätte.

Quelle: Pressemitteilung University of Michigan (>>zur Pressemitteilung)

Literatur: https://doi.org/10.1097/JU.0000000000001430

Bildquelle:© Giovanni Cancemi stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Aerztin sitzt neben junger erwachsener Person mit rasiertem Kopf und fuehrt ein einfuelsames Gespraech

Junge Erwachsene mit Krebs – Herausforderungen in der Palliativmedizin

Fachbeitrag

Junge Erwachsene mit unheilbarer Krebserkrankung stehen in der Palliativversorgung vor besonderen Herausforderungen: Sie verlieren oft den Anschluss an ihre Peergroup, müssen Ausbildung, Beruf oder Familienplanung unterbrechen und geraten finanziell unter Druck. Psycho-Onkologie, Sozialberatung sowie ambulante Palliativ- und Hospizdienste können Betroffene und Angehörige unterstützen.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Das „Da Vinci SP“-Operationssystem im Einsatz: Die Kamera und drei flexible Instrumente werden über nur einen einzigen Zugang in den Körper eingebracht. © UKDD/Michael Kretzschmar

Neue Dimension der robotergestützten Chirurgie

Aktuelles

Das Universitätsklinikum Dresden setzt erstmals den Da Vinci SP ein. Die neue Single-Port-Technologie erweitert das robotische Operationsspektrum. Uniklinikum bilanziert pro Jahr knapp 800 chirurgische Eingriffe mit OP-Robotik.

Urologie

Operative Urologie

Beitrag lesen
Volles Wartezimmer in moderner Klinik als Symbol fuer die Belastung der ambulanten Versorgung

BvDU sieht GKV-Finanzgesetz als „Offenbarungseid für die ambulante Versorgung“

Berufspolitik

Die Verabschiedung des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes in Bundestag und Bundesrat hat der BvDU zum Anlass genommen, vor tiefgreifenden Einschnitten in die ambulante Versorgung zu warnen. Die Kürzungen für die vertragsärztlichen Praxen würden unverändert in Kraft treten.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen