Urologie » Sonstiges

»

Diagnose Testosteronmangel – oft übersehen, selten behandelt

Person sitzt erschöpft im Bett und reibt sich die Augen als Symbol fuer muedigkeit und unspezifische Symptome bei Testosteronmangel

Quelle: © Prostock-studio - stock.adobe.com

Diagnose Testosteronmangel – oft übersehen, selten behandelt

News

Urologie

Sonstiges

mgo medizin

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Die Zahl der Männer mit diagnostiziertem Testosteronmangel ist in Deutschland zwischen 2015 und 2021 in der Altersgruppe der 30- bis 69-Jährigen deutlich gestiegen. Meist wurde als Ursache eine Funktionsstörung der Hoden diagnostiziert. Eine gezielte Diagnostik und Therapie erfolgten bislang nicht ausreichend. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift The Aging Male.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Zitzmann wurden Abrechnungsdaten von rund vier Millionen gesetzlich versicherten Männern im Alter von 30 bis 80 Jahren aus dem Zeitraum 2014 bis 2021 analysiert. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung erhielten im Jahr 2021 rund 0,87 Prozent der Männer – also neun von 1.000 – eine Testosteronmangel-Diagnose.

Unzureichende Diagnostik und Versorgung

Die Studienergebnisse weichen deutlich von früheren Schätzungen ab, die von einer erheblich höheren Zahl an Erkrankten ausgehen. Dies deutet darauf hin, dass ein männlicher Testosteronmangel vielfach nicht erkannt und/oder fehlerhaft kodiert wird. Entsprechend erhalten viele Betroffene trotz klarer Symptome keine angemessene Behandlung.

Auch bei den Männern, die eine Diagnose erhielten, ist die Versorgung lückenhaft: Lediglich etwa jeder dritte Mann mit diagnostiziertem primärem oder sekundärem Hypogonadismus erhielt innerhalb eines Jahres eine Testosterontherapie.

Zu den häufigsten Begleiterkrankungen zählten Bluthochdruck, Rückenschmerzen und Fettstoffwechselstörungen wie ein erhöhter Cholesterinspiegel. Besonders auffällig: Die Arbeitsunfähigkeitsrate war bei Männern ohne Therapie fast doppelt so hoch wie bei jenen, die Testosteron erhielten (17,1 gegenüber 9,71 Prozent).

Verbesserte Lebensqualität und geringere Kosten für die Gesellschaft

„Die Studie zeigt”, so Prof. Dr. Zitzmann, „dass das Bewusstsein der Ärztinnen und Ärzte für eine gezielte Diagnostik und Therapie des Testosteronmangels geschärft werden muss.” Dies könne die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen und die Kosten für die Gesellschaft senken.

Typische Symptome eines Testosteronmangels sind Müdigkeit, Libidoverlust, Erektionsstörungen, Zunahme von viszeralem Fettgewebe, Muskelschwund sowie Konzentrations- und Schlafstörungen.

Quelle: Pressemitteilung von Besins Healthcare Germany, 09. April 2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt im blauen Kittel mit verschraenkten Armen und Stethoskop im Klinikflur als Symbol fuer Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Arbeiten und Weiterbildung in einer Rehabilitationsklinik

Fachartikel

Urologische Weiterbildung geht auch in der Reha: In rund 30 Rehakliniken mit uro(onko)logischem Schwerpunkt sind teils Weiterbildungszeiten (6–24 Monate) möglich. Der Alltag ist strukturierter als im Akuthaus, mit fitten Rehabilitanden, langen Aufnahme-/Entlassgesprächen und Fokus auf Sozialanamnese und Erwerbsfähigkeit. Diagnostik und Eingriffe sind begrenzt – dafür bleibt mehr Zeit für Kommunikation.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Über 25.000 Roboter-assistierte Prostataektomien freut sich das Gronauer OP-Team. © St. Antonius-Hospitals Gronau/Öffentlichkeitsarbeit/Unternehmenskommunikation

25.000 Roboter-assistierte Prostatektomien im St. Antonius-Hospital Gronau

News

Die Klinik für Urologie, Urologische Onkologie und Roboter-assistierte Chirurgie des St. Antonius-Hospitals Gronau berichtet über einen neuen Rekord. Mit 25.000. roboterassistierten radikalen Prostatektomie (RARP) zählt das Gronauer Zentrum zu den weltweit erfahrensten Einrichtungen für die operative Behandlung des Prostatakarzinoms mit dem da-Vinci-Operationssystem.

Urologie

Operative Urologie

Beitrag lesen
Sichtlich belasteter Mann sitzt am Bettrand und haelt den Kopf in den Haenden als Symbol fuer erektile Dysfunktion 2026 und neue Therapieoptionen

Erektile Dysfunktion 2026 – gibt es etwas Neues?

Fachartikel

Erektile Dysfunktion 2026: Wirklich Neues gibt es laut Überblick kaum – Standard bleiben PDE‑5‑Hemmer, ergänzt durch SKAT/SKIT und Vakuumhilfen. Die EAU‑Leitlinie 2026 betont die kardiovaskuläre Risikoeinschätzung in der Diagnostik. ESWT, PRP, Stammzell‑/Gentherapie oder Botox gelten weiter als experimentell/allenfalls schwach empfohlen.

Urologie

Sexuelle Funktionsstörungen

Erektile Dysfunktion

Beitrag lesen