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Verbände des Gesundheitswesens plädieren für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland

Fachkräfte mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind tragende Säulen des deutschen Gesundheitssystems. (Symbolbild © peopleimages – stock.adobe.com)

Verbände des Gesundheitswesens plädieren für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland

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Erschienen in: UroForum

Bundesärztekammer, Deutsche Krankenhaus-Gesellschaft, Marburger Bund, Verdi und andere mahnen in einer öffentlichen Erklärung dazu, Deutschland als weltoffenes und tolerantes Land zu erhalten. Fachkräfte aus dem Ausland seien „unverzichtbar für eine flächendeckende Krankenhausversorgung“.

Fachkräfte mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind tragende Säulen des deutschen Gesundheitssystems. (Symbolbild © peopleimages – stock.adobe.com)
Fachkräfte mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind tragende Säulen des deutschen Gesundheitssystems. (Symbolbild © peopleimages – stock.adobe.com)

Rund 15 % aller Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen in Deutschland haben eine ausländische Staatsbürgerschaft. Jedes Krankenhaus beschäftigt ausländische Fachkräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Berufsgruppen, Pflegeheime ohne ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären undenkbar, so die Verbände. „Hinzu kommen ungezählte Kolleginnen und Kollegen mit Migrationsgeschichte. Die Zahlen untermauern ein weiteres Mal: Unser Gesundheitssystem prägen Internationalität und kulturelle Vielfalt.“ Die aktuelle Studie „Internationale Talente“ des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) belegt die Bedeutung dieser aus der ganzen Welt kommenden Fachkräfte für unser Gesundheitssystem – „ohne sie wäre die Versorgung, wie sie uns heute in Deutschland zur Verfügung steht, nicht machbar“.

Gerade in den ländlichen Regionen ist der Anteil zugewanderter Ärztinnen, Ärzte, Pflegefachpersonen, Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Hebammen und weiterer Gesundheitsfachkräfte besonders hoch. Sie sichern zusammen mit ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen die Gesundheitsversorgung in der Fläche und sorgen dafür, dass Patientinnen, Patienten und Pflegbedürftige rund um die Uhr und wohnortnah professionelle Hilfe und Unterstützung erfahren, so die Verbände. „In vielen Teilen Deutschlands wäre die Versorgung ohne diese Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland akut gefährdet. Stationen in Kliniken müssten geschlossen und lange Wartelisten geführt werden. Pflegebedürftige könnten nicht mehr versorgt und zahlreiche Arztpraxen müssten geschlossen werden“, unterstreichen die Unterzeichner der Erklärung.

Die Studie des DKI zeigt auch, dass eine offene Kultur, in der sich ausländische Mitarbeitende wertgeschätzt und willkommen fühlen, Grundvoraussetzung für gelungene Integration ist. Die Verbände und Organisationen aus dem Gesundheitswesen sehen es als ihre Aufgabe, gemeinsam mit den in der Politik verantwortlich Handelnden diese offene Kultur zu erhalten und auszubauen. „Wir sehen mit großer Sorge, dass derzeit mit Schlagworten wie `Remigration´ und `Massenabschiebungen´ unsere ausländischen Kolleginnen und Kollegen zutiefst verunsichert werden und nicht wenige von ihnen bereits darüber nachdenken, in einem anderen Land in Europa zu heilen, zu helfen und zu pflegen. Für die gesundheitliche Versorgung der Menschen in Deutschland würde das zu unverantwortbaren Verwerfungen in der Behandlung und Betreuung der Menschen führen“, warnen die Verbände.

Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte seien für ein menschliches, diskriminierungsfreies Gesundheitswesen essenziell. Menschen mit Migrationshintergrund seien und blieben selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft. „Das ist aktuell so, dafür wollen wir uns auch in Zukunft gemeinsam mit allen demokratischen Kräften einsetzen. In einer Demokratie tragen wir alle gemeinsam auch als Wählerinnen und Wähler Verantwortung, dass Deutschland ein tolerantes und weltoffenes Land bleibt.“

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