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Adipositas und Testosteronmangel – Muskelerhalt bei Gewichtsverlust

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Adipositas und Testosteronmangel – Muskelerhalt bei Gewichtsverlust

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Diabetes, Männergesundheit

mgo medizin

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3 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Ein Gewichtsverlust zwischen 5 und 10 % verbessert nachweislich die Gesundheit von Menschen mit Adipositas. Unter der medikamentösen Gewichtsreduktion geht jedoch nicht nur Fettmasse, sondern auch relevante Muskelmasse verloren. Prof. Michael Zitzmann erläuterte auf dem DGU-Kongress, welche Implikationen die GLP-1-Agonisten-Therapie für adipöse, hypogonadale Männer hat, und stellte vor, wie mit einem ganzheitlichen Therapiekonzept Muskelmasse erhalten werden könnte.

Adipositas und Testosteronmangel in der Praxis

Adipöse Männer gelten als Risikopatienten für einen symptomatischen Testosteronmangel. Eine Studie zeigte in dieser Gruppe eine Prävalenz von 52,4 %. In der Praxis ist es daher angezeigt, bei adipösen Patienten mit typischen Beschwerden den Testosteronspiegel zu kontrollieren oder gegebenenfalls proaktiv nach Testosteronmangel-Symptomen zu fragen.

Symptome des männlichen Hypogonadismus

Der männliche Hypogonadismus weist ein breites Spektrum an Symptomen auf. Je niedriger der Testosteronspiegel, desto größer die Prävalenz der Symptome.

Metabolische und körperliche Symptome:

  • Viszerales Übergewicht
  • Metabolisches Syndrom
  • Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes
  • Verlust von Muskelmasse

Sexuelle Symptome:

  • Verminderte Libido
  • Erektile Dysfunktion

Kognitive und psychovegetative Beschwerden:

  • Stimmungsschwankungen
  • Antriebslosigkeit
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Chronische Müdigkeit
  • Depression
  • Hitzewallungen

Das Drei-Säulen-Modell zur Therapie bei Adipositas und Testosteronmangel

Zur Therapie adipöser Männer mit funktionellem Hypogonadismus stellte Prof. Zitzmann ein Drei-Säulen-Modell vor. Dieses ganzheitliche Therapiekonzept kombiniert medikamentöse Behandlung, Lebensstilinterventionen und Hormontherapie.

Erste Säule: GLP-1-Agonisten

Die medikamentöse Therapie ermöglicht eine rasche und deutliche Gewichtsreduktion. Der Abbau von Körperfett führt häufig zu einer Erhöhung des Testosteronspiegels und einer Senkung des kardiovaskulären Risikos.

Vorteile der GLP-1-Agonisten:

  • Rasche und deutliche Gewichtsreduktion
  • Abbau von Körperfett
  • Erhöhung des Testosteronspiegels
  • Senkung des kardiovaskulären Risikos

Zu beachtende Nebenwirkungen und Herausforderungen:

  • Übelkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Muskelabbau
  • Hohe Therapiekosten
  • Schwierigkeiten beim Absetzen der Medikamente
  • Möglicher Reboundeffekt auf die Langzeitstrategie

Zweite Säule: Ernährung und körperliche Aktivität

Lebensstilinterventionen bilden eine zentrale Säule der Therapie. Eine Ernährungsumstellung mit ausreichender Proteinzufuhr sowie regelmäßiges Krafttraining verbessern nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern wirken dem Verlust von Muskelmasse aktiv entgegen.

Wichtige Maßnahmen:

  • Ernährungsumstellung mit ausreichender Proteinzufuhr
  • Regelmäßiges Krafttraining
  • Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Aktives Entgegenwirken gegen Muskelmasseverlust

Dritte Säule: Testosteron

Die Gabe von Testosteron kann direkte Effekte auf den Muskelstoffwechsel auslösen und sowohl den Erhalt als auch den Aufbau von Muskelmasse unterstützen. Eine Testosterontherapie kann auch nur vorübergehend erfolgen.

Potenzielle Risiken:

  • Anstieg des Hämatokritwertes
  • Verringerte Spermatogenese

Wirkung der Testosterontherapie:

  • Direkte Effekte auf den Muskelstoffwechsel
  • Unterstützung beim Erhalt von Muskelmasse
  • Förderung des Aufbaus von Muskelmasse

Fazit: Sarkopenie-Risiko beachten

Beim Einsatz von GLP-1-Analoga zur Gewichtsreduktion sollte das Risiko einer Sarkopenie stets mitbedacht werden. Bei Männern mit Adipositas und funktionellem Hypogonadismus könnte eine Testosterontherapie im Rahmen eines umfassenden Drei-Säulen-Konzepts dazu beitragen, den Verlust von Muskelmasse zu begrenzen.

Autor: Dr. med. Christian Bruer

Quelle: Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie 2023

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