Krebserkrankungen führen für Betroffene und Angehörige zu biopsychosozialen Belastungen. Resilienz und psychische Flexibilität sind entscheidend für deren Bewältigung. Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) stärkt diese gezielt über sechs Kernprozesse und kann so zur Reduktion der psychischen Belastung und Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
Zusammenfassung
Mit einer Krebsdiagnose und -behandlung gehen zahlreiche biopsychosoziale Belastungen und Veränderung für die Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen einher, die sowohl körperlich als auch psychisch die Betroffenen sehr beeinträchtigen können. Um mit diesem belastenden Lebensereignis umzugehen, bedarf es Resilienz und psychischer Flexibilität. Resilienz bezeichnet die Aufrechterhaltung bzw. rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach stressvollen bzw. widrigen Lebensereignissen, die von unterschiedlichen Bedingungen, Faktoren und Systemen beeinflusst wird. Psychische Flexibilität ist die Fähigkeit, in unterschiedliche Situationen flexibel und an den eigenen Werten orientiert zu reagieren. Nach aktuellem Forschungsstand stellt psychische Flexibilität einen zentralen Resilienzfaktor dar. Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT), ein Verfahren der dritten Welle der Verhaltenstherapie, hat das Ziel, die psychische Flexibilität mit den Kernprozessen Achtsamkeit, Akzeptanz, Werte, Commitment, Defusion und Selbst-als-Kontext zu steigern und so die psychische Gesundheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Inzwischen können zahlreiche Studien und Übersichtsarbeiten die Wirksamkeit der ACT in der Psychoonkologie belegen. Weitere Studien sind notwendig, um den Zusammenhang zwischen ACT und Resilienz und die Rolle der psychischen Flexibilität noch besser zu verstehen.
Autorin: C. Sauer
Der kostenpflichtige Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in internistische praxis 2026; 70 (1): 74–81.
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