Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Hausarztpraxis. Für die Versorgung gibt es entsprechende Leitlinien mit zahlreichen Empfehlungen. Doch welche sind evidenzbasiert? Eine Orientierung geben drei US-Psychologen und Psychiater, die jetzt auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für Screening, Diagnostik und Behandlung von Angststörungen in der primärärztlichen Versorgung zusammengestellt haben. Die Empfehlungen stimmen im Wesentlichen mit der deutschen S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen überein. Abweichend von der deutschen Praxis empfehlen die Experten allerdings ein primärärztliches Screening auf Angststörungen nur bei unter 65-Jährigen. Für Ältere, so die Autoren, sei der Nachweis eines klinischen Nutzens nicht hinreichend erbracht. Bei Angst mit somatischen Begleitsymptomen, sollte eine umfassende Beurteilung mit sorgfältiger Anamnese, körperlicher und ggf. Laboruntersuchungen erfolgen. Dasselbe gilt bei Angst als Medikamenten-Nebenwirkung.
Unter den verhaltensbezogenen Behandlungsoptionen bei Angstzuständen ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) die erste Wahl (höchste Evidenz). Bei der Entscheidung für eine medikamentöse Therapie bei Angststörungen gelten SSRI und SNRI als erste Wahl (höchste Evidenz).
Quelle: Shepardson RL et al. JAMA Intern Med 2026.doi:10.1001/jamainternmed.2026.0395





