Allgemeinmedizin » Psyche und Nerven

»

Angststörungen: Behandlung in der Primärversorgung

© carlafcastagno - stock.adobe.com

Quelle: © carlafcastagno - stock.adobe.com

Angststörungen: Behandlung in der Primärversorgung

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

mgb medizin Redaktion

Verlag

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Hausarztpraxis. Für die Versorgung gibt es entsprechende Leitlinien mit zahlreichen Empfehlungen. Doch welche sind evidenzbasiert? Eine Orientierung geben drei US-Psychologen und Psychiater, die jetzt auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für Screening, Diagnostik und Behandlung von Angststörungen in der primärärztlichen Versorgung zusammengestellt haben. Die Empfehlungen stimmen im Wesentlichen mit der deutschen S3-Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen überein. Abweichend von der deutschen Praxis empfehlen die Experten allerdings ein primärärztliches Screening auf Angststörungen nur bei unter 65-Jährigen. Für Ältere, so die Autoren, sei der Nachweis eines klinischen Nutzens nicht hinreichend erbracht. Bei Angst mit somatischen Begleitsymptomen, sollte eine umfassende Beurteilung mit sorgfältiger Anamnese, körperlicher und ggf. Laboruntersuchungen erfolgen. Dasselbe gilt bei Angst als Medikamenten-Nebenwirkung.

Unter den verhaltensbezogenen Behandlungsoptionen bei Angstzuständen ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) die erste Wahl (höchste Evidenz). Bei der Entscheidung für eine medikamentöse Therapie bei Angststörungen gelten SSRI und SNRI als erste Wahl (höchste Evidenz). 

Quelle: Shepardson RL et al. JAMA Intern Med 2026.doi:10.1001/jamainternmed.2026.0395

Weitere Beiträge zu diesem Thema

© Anusorn - stock.adobe

Infektionen: Mit Asobiotika der Resistenzentwicklung einen Schritt voraus

Aktuelles

Asobiotika sind programmierbare Antibiotika, die mithilfe von Antisense-Oligonukleotiden essenzielle bakterielle Gene blockieren. Forschende untersuchten nun, wie sich resistente Bakterien an diese neue Wirkstoffklasse anpassen und welche Resistenzmechanismen dabei entstehen.

Allgemeinmedizin

Impfen und Infektionen

Beitrag lesen
© NeuroGraphix Studio - stock.adobe

MS: Antikörper gegen MLC1 bei NMOSD-ähnlicher Erkrankung entdeckt

Aktuelles

Forschende des LMU Klinikums haben bei einigen Patientinnen und Patienten mit MS oder MS-ähnlichen Erkrankungen Antikörper gegen das Protein MLC1 nachgewiesen. Die Ergebnisse könnten helfen, unterschiedliche entzündliche Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems besser voneinander abzugrenzen.

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

Beitrag lesen
© mycteria - stock.adobe

Flughafenmalaria: Bei Patienten mit unklarem Fieber auch an Malaria denken!

Aktuelles

Mehrere Malariafälle im Umfeld des Frankfurter Flughafens zeigen, dass Malaria auch ohne Tropenaufenthalt auftreten kann. Bei unklarem Fieber, insbesondere bei Beschäftigten oder Anwohnern von Flughäfen, sollte die Erkrankung daher differenzialdiagnostisch berücksichtigt werden.

Allgemeinmedizin

Impfen und Infektionen

Beitrag lesen