Das Enzym GRK2 ist ein Regulationsprotein, das Zellen im Herzen sowie im Gehirn unterstützt, auf Signale, Stress und Belastungen richtig zu reagieren. Forscher fanden bereits vor Jahren heraus, dass GRK2 in zwei Formen vorkommt: eine normal funktionale Form und eine, die vom zellulären Stoffwechsel inaktiviert worden ist. Und genau diese inaktivierte Form kommt gehäuft im Hirngewebe von Demenz-Patienten vor. Im Mausmodell zeigte sich, dass das inaktive GRK2 indirekt (durch Verklumpung) die Produktion von Beta-Amyloid fördert, das als Hauptauslöser der Alzheimer-Krankheit gilt. Es kommt zu einem selbstverstärkenden Prozess: Beta-Amyloid setzt die Nervenzellen unter Stress. Dieser Zellstress wiederum führt zur Bildung von mehr inaktivem GRK2 – ein Teufelskreis.
Auf dieser Grundlage haben sie jetzt an der ETH Zürich einen Wirkstoff entwickelt, der diesen Teufelskreis unterbrechen könnte: bei Mäusen, die mit „Compound 10“, so die Bezeichnung dieser Substanz, behandelt wurden, schritt die Erkrankung deutlich langsamer voran. Das für die Demenzerkrankung typische Absterben von Nervenzellen verlief deutlich langsamer und die Tiere überlebten länger.
Neben dem Schutz von Nervenzellen zeigte Compound 10 auch Anti-Aging-Effekte durch positive Beeinflussung von Herzfunktion und Alterungsprozessen.
Literatur: Abd Alla J et al. Cell Reports Medicine 2026,7:102707DOI: 10.1016/j.xcrm.2026.102707
Quelle: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)





