Mit dem Aufkommen der digitalen Kommunikation wurden Emojis zur Übertragung von Emotionen in Online-Interaktionen etabliert. Doch wie verarbeitet das Gehirn solche abstrahierten emotionalen Ausdrücke im Vergleich zu echten Gesichtern? Die meisten Studien haben sich auf die Unterschiede zwischen Emoji- und Realface-Verarbeitung fokussiert. Inwieweit emotionale Ausdrucksformen dieser beiden Reiztypen auf gemeinsamen neuronalen Reaktionsmustern basieren, wurde bisher nicht untersucht. Britische Forscher haben jetzt mittels EEG-basierter multivariater Musteranalyse die neuronale Aktivität der emotionalen Ausdrucksverarbeitung in echten und in Emoji-Gesichtern untersucht. In zwei Experimenten betrachteten die Teilnehmer entweder reale Gesichtsausdrücke (glücklich, wütend, traurig, neutral) in echten Gesichtern (4 Frauen, 4 Männer, n = 24) oder Emojis mit emotionalen Ausdrücken (6 Plattformen, n = 25). Dabei wurden die neuronalen Aktivitäten per EEG aufgezeichnet. Ergebnis: Die Muster der Hirnaktivität in beiden Gruppen ähnelten sich sehr – insbesondere in den Regionen, die mit der Gesichtsverarbeitung in Verbindung stehen. Bereits nach rund 145 bis 160 Millisekunden reagierten die okzipitalen und parietalen Hirnregionen auf Emojis ähnlich schnell wie auf echte Gesichtsausdrücke.
Quelle: Ely MM et al. Psychophysiology 2026; 63(3): e70268. https://doi.org/10.1111/psyp.70268.





