Zentrales Problem bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion (HFrEF) ist die verringerte Kontraktilität des Herzmuskels (LVEF ≤ 40%). Verfügbare Inotropika verbessern die Schlagkraft des Herzens, indem sie die Ca2+-Konzentration im Zytosol erhöhen. Nachteil: Nebenwirkungen wie Tachykardie und Hypertonie. Ein neuartiger Ansatz mit Ghrelin, bekannt als Hungerhormon, macht jetzt von sich reden: In der Phase-Ib/IIa-Studie GOAL-HF1 konnte der First-in-Class orale Ghrelinrezeptor-Agonist AC01 bei Patienten mit HFrEF über die Erhöhung der Ca2+-Sensitivität der Kardiomyozyten die Kontraktilität des Herzmuskels verbessern – und zwar unabhängig von der Ca2+-Konzentration. In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurde in einer 28-tägigen Untersuchung (n=58) die Sicherheit und Wirksamkeit von AC01 analysiert. Die Ergebnisse bescheinigen AC01 ein sehr gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil. Im Gegensatz zu klassischen Inotropika traten unter AC01 (Dosen 0,1 bis 3,0mg) keine proarrhythmischen Effekte oder ischämischen Komplikationen auf. Es zeigte sich zudem eine signifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung mit einer Steigerung des Schlagvolumens (+6,0ml vs. +1,9ml Placebo) und einer Verbesserung der LVEF (+4,8 vs. +1,6 Prozentpunkte).
Quelle: Lund LH et al. The Lancet 2026; 408(10551):248-262; DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00904-9





