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Harnwegsinfektionen: Metagenom-Diagnostik für gezielteren Antibiotika-Einsatz

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Harnwegsinfektionen: Metagenom-Diagnostik für gezielteren Antibiotika-Einsatz

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Nieren und Harnwege

mgo medizin

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Erschienen in: Der Allgemeinarzt

405 Millionen Menschen sind jährlich weltweit von Harnwegsinfektionen betroffen. Die Erstbehandlung erfolgt oft mit Breitband-Antibiotika, da die derzeit gängige Erregerbestimmung im Labor 2-3 Tage dauert. Dieser unspezifische Einsatz fördert jedoch die Entstehung multiresistenter Keime. Ein internationales Forschungsteam hat nun ein innovatives, kostengünstiges und präzises Verfahren zur Analyse der krankheitsverursachenden Bakterien und deren Antibiotika-Empfindlichkeit entwickelt, bei dem keine zeitaufwändige Bakterienkultur angelegt werden muss. Dadurch lassen sich diagnostische Informationen aus Patientenproben innerhalb kürzester Zeit gewinnen. Dafür haben die Forscher die direkte Sequenzierung des gesamten DNA-Materials in Patientenproben mit einer Echtzeit-Datenanalyse kombiniert. Die sog. metagenomische Sequenzierung ermöglicht die präzise Erreger- und Antibiotikaresistenzprofilierung bei komplizierten Harnwegsinfektionen in etwa 4 Stunden. Das Verfahren ist zudem sehr zuverlässig: in 99% der Fälle wird das krankheitsverursachende Bakterium erkannt. Die neue Methode kann außerdem mit einer Genauigkeit von 90% voraussagen, gegen welches Antibiotikum die jeweiligen Erreger empfindlich sind, also welches Antibiotikum wirksam sein wird. 

Literatur: Bellankimath AB et al. Nat Commun 2025; 17(1):187. doi: 10.1038/s41467-025-66865-8

Quelle: Gemeinsame Pressemeldung Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

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