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24. Hausärztetag in Baden-Württemberg: HÄVBW mit klarem Votum für Doppelspitze

Stethoskop im Vordergrund, unscharfes Publikum bei einer medizinischen Tagung, Symbolbild fuer Hausaerztetag Baden-Wuerttemberg

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24. Hausärztetag in Baden-Württemberg: HÄVBW mit klarem Votum für Doppelspitze

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Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Beim 24. Baden-Württembergischen Hausärztinnen- und Hausärztetag in Stuttgart haben die Delegierten ein klares Signal gesetzt: Mit 95 Prozent Zustimmung wurde die bewährte Doppelspitze des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg (HÄVBW) wiedergewählt. Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Susanne Bublitz führen den Landesverband damit weitere vier Jahre. Zudem positionierte sich der Verband deutlich für die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) als Grundlage eines bundesweiten Primärversorgungssystems.

Wiederwahl der Doppelspitze mit 95 Prozent Zustimmung

Die Delegierten des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg (HÄVBW) haben Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Susanne Bublitz erneut als Doppelspitze des Landesverbands gewählt. Auch der geschäftsführende Vorstand wurde auf dem 24. Baden-Württembergischen Hausärztinnen- und Hausärztetag in Stuttgart turnusgemäß wiedergewählt. Die alte und neue Doppelspitze des HÄVBW: Dr. Susanne Bublitz (l.) und Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth. „Wir werden uns auch in den kommenden vier Jahren mit Nachdruck für eine zukunftsfähige hausärztliche Versorgung einsetzen.”

Vertrauen der Delegierten bestätigt politischen Kurs

Knapp 95 % der Delegierten sprachen der Pedelbacher Allgemeinärztin Dr. Susanne Bublitz und der Pforzheimer Hausärztin sowie HÄV-Bundesvorsitzenden Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth erneut das Vertrauen aus. Beide führen den Landesverband seit 2022, seit 2023 als gleichberechtigte Doppelspitze.

„Diese Wahl und das große Vertrauen der Delegierten freuen uns sehr – es ist Bestätigung unserer bisherigen Arbeit und unseres politischen Kurses”, erklärten Buhlinger-Göpfarth und Bublitz. „Wir werden uns auch in den kommenden vier Jahren mit Nachdruck für eine zukunftsfähige hausärztliche Versorgung einsetzen – mit starken Hausarztpraxisteams als Rückgrat der Versorgung in Baden-Württemberg.”

Geschäftsführender Vorstand komplett wiedergewählt

Die 40 Delegierten, die im Herbst 2025 direkt von den Mitgliedern gewählt wurden, bestätigten zudem die weiteren Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands:

  • Schatzmeister: Dr. Thomas Heyer
  • Schriftführer: Dr. Simon Schwill
  • Beisitzende: Dr. Yvonne Fechner, Dr. Manuel Magistro
  • Bezirksvorsitzender Südwürttemberg: Dr. Lutz Weber
  • Bezirksvorsitzender Nordwürttemberg: Dr. Jürgen de Laporte
  • Bezirksvorsitzender Südbaden: Dr. Dirk Kölblin
  • Bezirksvorsitzender Nordbaden: Dr. Reto Schwenke

Deutliches Votum für die HZV

Der HÄVBW fordert die Bundesregierung weiterhin auf, das geplante verbindliche Primärversorgungssystem konsequent auf der Hausarztpraxis als koordinierender Instanz aufzubauen. Grundlage müsse die umsetzungserprobte und bewährte Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) sein, beschlossen die Delegierten in Stuttgart.

Mehr Steuerung und Verbindlichkeit im Gesundheitswesen

Deutschland investiere enorme Summen in sein Gesundheitswesen, ohne dass sich diese Ausgaben in einer besseren Versorgungsqualität oder höheren Lebenserwartung niederschlagen würden. „Dass die Bundesregierung mehr Steuerung und Verbindlichkeit ins System bringen möchte, ist ein richtiger und überfälliger Schritt”, unterstreicht Buhlinger-Göpfarth.

Ablehnung paralleler Erstzugänge

Ein verbindliches Primärversorgungssystem dürfe nicht durch parallele Erstzugänge zersplittert werden. Digitale Ersteinschätzungen ohne hausärztliche Anbindung oder eine 116 117, die als reine Überweisungshotline fungiert, lehnt der Verband ab – sie konterkarierten nach HÄVBW-Darstellung die Zielsetzung eines verbindlichen Primärversorgungssystems.

Erfolgsmodell HZV in Baden-Württemberg

Der HÄVBW verweist auf die Erfahrungen in Baden-Württemberg: Über 3,3 Millionen Versicherte sind im Land in die HZV eingeschrieben, rund zwei Drittel der Hausarztpraxen in Baden-Württemberg bieten die HZV an.

Investitionen in hausärztliche Versorgung notwendig

Zugleich brauche es gezielte Investitionen in die hausärztliche Versorgung. Mit dem HÄPPI-Konzept entwickelt der HÄVBW Hausarztpraxen in der HZV zu interprofessionellen Teampraxen weiter – mit:

  • Erweiterten Kompetenzen im Praxisteam
  • Digitaler Unterstützung

HÄPPI-Konzept als gelebte Praxis

„Wir zeigen in Baden-Württemberg bereits heute, wie Hausarztpraxen durch Teamarbeit und digitale Prozesse mehr Versorgung leisten können. Das ist keine Theorie, das ist gelebte Praxis in der HZV”, so Bublitz.

Bertelsmann-Studie bestätigt Delegation als Lösung

Eine aktuelle Studie (März 2026) der Bertelsmann Stiftung stützt diesen Ansatz: Wenn Delegation systematisch genutzt wird, kann die hausärztliche Versorgung trotz Ärztemangel gesichert werden. Unter den untersuchten Praxen war auch eine HÄPPI-Praxis aus Baden-Württemberg.

Autor: Franz-Günter Runkel

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