Sind Hunger- und Sättigungssteuerung im Gehirn geschädigt, können Betroffene innerhalb kurzer Zeit stark zunehmen. Die gestörten Signale lösen dann im Gehirn trotz genügender Energiereserven kein ausreichendes Sättigungsgefühl aus. Betroffene fühlen sich häufig dauerhaft hungrig oder werden nach dem Essen nicht satt. Viele entwickeln darüber häufig eine ausgeprägte Hyperphagie. Die Ursache liegt im Hypothalamus, der üblicherweise Stoffwechselsignale (Hunger, Sättigung) über Botenstoffe wie Inkretine, Insulin, Ghrelin und Leptin aus dem Körper verarbeitet und darüber unter anderem die Nahrungsaufnahme reguliert. Wird diese Schaltstelle geschädigt, z.B. durch Tumoren, operative Eingriffe, Verletzungen, entzündliche Prozesse – kann das fein abgestimmte System geschädigt werden und dauerhaft aus dem Takt geraten. Folge ist häufig eine hypothalamische Adipositas. Zentrales Kriterium für die Diagnose ist der zeitliche Zusammenhang zwischen Schädigung, Gewichtsentwicklung und Hyperphagie, Diese Adipositas-Variante zeigt, dass Körpergewicht nicht primär eine Frage von Willenskraft oder Lebensstil ist, sondern stark von zentralnervösen Regelkreisen abhängen kann.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Diabetes Gesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie





