Allgemeinmedizin » Stoffwechsel und Hormone

»

KI-basierter metabolischer BMI macht versteckte Stoffwechselstörungen sichtbar

© VadimGuzhva_stock.adobe.com

Quelle: © VadimGuzhva_stock.adobe.com

KI-basierter metabolischer BMI macht versteckte Stoffwechselstörungen sichtbar

Aktuelles

Allgemeinmedizin

Stoffwechsel und Hormone

mgb medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Der BMI ist eine grobe Maßzahl für Übergewicht, der sich aus Körpergröße und Gewicht errechnet, Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, wie gesund oder krank das Körperfett wirklich ist. So gelten bis zu 30% der Menschen gemäß BMI als normalgewichtig, obwohl sie bereits gefährliche Veränderungen des Stoffwechsels zeigen. Umgekehrt gibt es Menschen mit erhöhtem BMI, deren Stoffwechsel weitgehend unauffällig bleibt.

Forscher der Universitäten Leipzig und Göteborg haben jetzt einen neuartigen Ansatz entwickelt, um das individuelle Risiko für Stoffwechselerkrankungen genauer zu bestimmen. Für ihre Untersuchung nutzten sie die Daten zweier Studien mit insgesamt fast 2.000 Teilnehmern. Neben klassischen Gesundheits- und Lebensstilmerkmalen wurden umfangreiche Laborwerte aus Blut und Darmmikrobiom erhoben. Auf dieser Grundlage entwickelten die Forscher ein KI-basiertes Rechenmodell, das den sog. metabolischen BMI (metBMI) vorhersagt. Ergebnis: Ein hoher metBMI ist mit einem bis zu fünfmal höheren Risiko für eine Reihe von Stoffwechselstörungen wie z.B. Fettleber oder Diabetes verbunden. Zudem hatten Menschen mit höherem metBMI eine geringere bakterielle Vielfalt und ein vermindertes Potenzial ihrer Darmflora, Ballaststoffe in gesundheitsfördernde Fettsäuren umzuwandeln.

Literatur: Chakaroun RM et al. Nat Med 2026. https://doi.org/10.1038/s41591-025-04009-7

Quelle: Pressemitteilung Universität Leipzig

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Verkehrsschild mit Tempo 30 Lärmschutz an befahrener Straße in einem Wohngebiet

Lärmbelastung durch den Verkehr als kardiovaskulärer Risikofaktor

Fachbeitrag

Lärmbelastung durch Auto-, Schienen- und Flugverkehr ist ein Umweltfaktor mit kardiovaskulärer Relevanz. Insbesondere eine nächtliche Exposition fördert unter anderem durch Schlafstörungen und wiederholte Stressreaktionen die Entstehung vaskulärer und metabolischer Erkrankungen. Mehr zum kostenpflichten Artikel (inkludiert im Abo der internistischen praxis)

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen
Symbolbild für Diversität

Diversitätsmedizin„Willst du mich behandeln, musst du wissen, wer ich bin“

Fachbeitrag

Im Praxisalltag können verschieden Aspekte von Diversität unbewusst Einfluss auf die Behandlung haben. Wichtig ist, den Kontext, in dem eine medizinische Situation entstanden ist, zu verstehen und für die Therapie zu berücksichtigen. Dabei kann das Rad der Sichtbarkeit als neues wissenschaftliches Instrument zur Berücksichtigung von Diversitätsmerkmalen unterstützen.

Allgemeinmedizin

CME

Beitrag lesen
Knochenmarkuntersuchung mit mikroskopischem Bild eines schwelenden oder frühen multiplen Myeloms.

Wann ist eine Therapie beim Smoldering Myelom sinnvoll?

Fachbeitrag

Beim Smoldering Myelom rücken Indikationsstellung, Risikostratifizierung und der potenzielle Nutzen einer frühzeitigen Therapie zunehmend in den Fokus. Es wird der aktuelle Kenntnisstand zum Smoldering Myelom zusammengefasst und die potenziellen Therapieoptionen dargestellt.

Allgemeinmedizin

Onkologie

Beitrag lesen