Koronare mikrovaskuläre Erkrankungen (CMD) sind eine häufige unterschätzte Ursache von Ischämie und Angina pectoris ohne Stenosen. Der Beitrag zeigt, wann an CMD zu denken ist und welche Diagnostik und Therapie gemäß ESC-Leitlinie 2024 sinnvoll ist. Dies soll zu einer besseren Versorgung der Betroffenen beitragen.
Zusammenfassung
Koronare mikrovaskuläre Erkrankungen (CMD) sind eine häufige, jedoch lange unterschätzte Ursache von Myokardischämie, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit typischen Angina-pectoris-Symptomen ohne signifikante epikardiale Stenosen. Durch Fortschritte in der invasiven und nichtinvasiven Diagnostik hat die CMD in den letzten Jahren an klinischer Sichtbarkeit gewonnen und ist heute als eigenständige Erkrankung mit prognostischer Relevanz anerkannt.
Die ESC-Leitlinie 2024 empfiehlt erstmals ein systematisches Vorgehen zur Diagnose und Therapie bei Patientinnen und Patienten mit ANOCA (Angina with No Obstructive Coronary Artery disease), INOCA (Ischemia with No Obstructive Coronary Artery disease) und MINOCA (Myocardial Infarction with Non-Obstructive Coronary Arteries), wobei der differenzierte Einsatz moderner Bildgebung und funktioneller Tests im Vordergrund steht.
Therapeutisch steht eine individuell angepasste, pathogeneseorientierte Strategie im Vordergrund: Risikofaktoroptimierung und gezielte medikamentöse Therapie (z. B. Betablocker, ACE-Hemmer, Kalziumantagonisten) können die Symptomlast deutlich senken, die Prognose verbessern und die Lebensqualität steigern.
Autorinnen und Autoren: V. Martínez Pereyra, L. Saccardi, P. Ong
Der kostenpflichtige Originalbeitrag zu diesem Thema wurde veröffentlicht in internistische praxis 2026; 70 (2): 172–180.
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