Trotz guter Behandlungsoptionen zählt eine Lungenentzündung auch heute noch zu den häufigsten infektionsbedingten Todesursachen. Marburger Forscher haben jetzt ein „Frühwarnsignal“ im Blut entdeckt, mit dem zeitiger vorhergesagt werden kann, welche Patienten mit Lungenentzündung einen erhöhten Behandlungsbedarf haben. Im Fokus: die Eosinophilen-Zahl, ein bereits routinemäßig gemessener Blutwert im Rahmen des Standard-Blutbildes bei Lungenentzündung. Die Forscher fanden heraus, dass die Zahl dieser Zellen ein entscheidender Wegweiser für den Krankheitsverlauf ist.
Für die Studie wurden die Daten von 2.880 Patienten mit einer außerhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentzündung gescreent, 1.673 vollständige Datensätze kamen zur Auswertung. Anhand statistischer Modelle wurde der Zusammenhang zwischen Eosinophilenzahl bei Krankenhausaufnahme und Behandlungsbedarf (intensivmedizinische Behandlung, künstliche Beatmung, Dauer des Krankenhausaufenthalts) analysiert. Ergebnis: Patienten mit höchstens 10 Eosinophilen pro Mikroliter Blut mussten deutlich häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden als Patienten mit höheren Werten (14,2% vs 8,5%). Sie benötigten zudem häufiger eine künstliche Beatmung und blieben im Durchschnitt länger im Krankenhaus (10,2 vs 9,0 Tage).
Originalpublikation: Weckler B et al. CHEST 2026; 170: 353-364. https://doi.org/10.1016/j.chest.2026.03.018
Quelle: Nachrichten Universität Marburg





