Die Identifizierung neuer antimikrobieller Wirkstoffe ist eine zentrale Herausforderung bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. Als wichtigste Quelle neuer Antibiotika galten lange Zeit Naturstoffe, die von Pilzen und Bakterien produziert werden. Allerdings wurden diese Mikroorganismen zuletzt als weitgehend erforscht eingestuft – so auch die Strahlenpilze (Actinomyceten). Dass diese jedoch ein hohes Potenzial für die Entwicklung neuartiger Antibiotika haben, konnte jetzt ein Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Hamburg zeigen. Im Fokus stand dabei ein Bodenbakterium aus der Gruppe der Strahlenpilze. Streptomyces rimosus, das bislang vor allem als Produzent des Antibiotikums „Oxytetracyclin“ bekannt ist. Den Forschern gelang es, mit verbesserter Verfahrenstechnik aus dem Bakterium ein weiteres, bislang unbekanntes Antibiotikum – „Manikomycin“ – zu isolieren, das in ersten präklinischen Untersuchungen Wirksamkeit gegen multiresistente Keime sowie eine akzeptable Verträglichkeit zeigte. Allerdings wurde in ersten Infektionsmodellen noch keine ausreichende Wirksamkeit beobachtet, weil sich der Wirkstoff im Blutplasma vergleichsweise schnell abzubauen scheint. In weiteren Untersuchungen geht es den Autoren zufolge jetzt darum, die pharmakologischen Eigenschaften zu verbessern.
Literatur: Kaur M et al. Nature 2026, DOI: 10.1038/s41586-026-10589-2 Quelle:PressemitteilungUniversität Hamburg





