Bis zu 47% der Menschen weltweit leiden unter muskuloskelettalen Schmerzen. Zur Schmerzlinderung kommen in der Regel Opioide, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Paracetamol zum Einsatz. Jetzt macht ein gut untersuchter Wirkstoff von sich reden, der sonst für guten Schlaf sorgt: Melatonin. Australische Wissenschaftler fanden heraus, dass Melatonin chronische muskuloskelettale Schmerzen lindern kann, ähnlich wie etablierte Schmerzmittel. Da Melatonin bereits weit verbreitet und zudem noch kostengünstig ist, könnte es damit eine weitere Option zur Schmerzlinderung bei muskuloskelettalen Schmerzen geben.
Für die Studie analysierten die Forscher Daten von 2.028 Erwachsenen aus 23 randomisierten kontrollierten Studien, die Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Arthrose und Fibromyalgie hatten bzw. solche, die sich von Operationen wie Gelenkersatz und Wirbelsäulenoperationen erholten. Im Mittel konnte Melatonin die Schmerzen auf einer Skala von 0 bis 100 um etwa 9 Punkte reduzieren. Die größte Reduktion zeigte sich mit 10 Punkten – ähnlich wie bei den gängigen Schmerzmitteln. Zusätzlich verbesserte Melatonin aber auch die Schlafqualität. Eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung konnte aus den Ergebnissen nicht abgeleitet werden. Melatonin gilt als sicher bei einer Anwendung von weniger als 3 Monaten.
Literatur: Wu K et al. Pain 2026; 167(9):2014–2025. https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000004045
Quelle: Pressemitteilung Universität Sydney





