Infektionskrankheiten werden durch die zunehmenden antimikrobiellen Resistenzen zu einer immer größeren Herausforderung. Forscher sind weltweit auf der Suche nach alternativen anti-infektiven Therapiestrategien. Die gezielte therapeutische Anwendung von Bakteriophagen (kurz: Phagen) könnte hier, insbesondere bei komplexen Infektionen aufgrund von Prothesenmaterialien oder multiresistenten Krankenhauskeimen, eine vielversprechende Behandlungsoption sein.
Dabei ist die Phagentherapie nicht neu. Die Anfänge der Anwendung in Deutschland gehen zurück in die 1930er- bis 1960er-Jahre. Danach sank jedoch die Zahl der jährlich mit Phagen behandelten Patienten auf aktuell unter 100. In Deutschland und der EU ist sie derzeit nicht als Standardtherapie verfügbar, ihr Einsatz daher noch sehr begrenzt. Ausnahmen sind z.B. Fälle, in denen auf ärztliche Verordnung hin für Patienten Phagen individuell in der Apotheke hergestellt werden, entweder als individueller Heilversuch oder zu Forschungszwecken.1
In Kürze soll eine neue S2k-Leitlinie mit Empfehlungen zur personalisierten Bakteriophagen-Herstellung und -Therapie von bakteriellen Infektionen veröffentlicht werden. Darin werden auch rechtliche und logistische Aspekte in Deutschland berücksichtigt.2
Quellen:
1 Willy C et al. Bundesgesundheitsbl 2025; 68:617–624 5. https://doi.org/10.1007/s00103-025-04063-z



